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Mittwoch, 12. Juni 2013

Hanf - Das Milliarden Dollar Kraut

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Notiz: ... "der Wert des Hanf liegt in seiner langen festen Faser rund um den Stengel. Sie ist die stärkste aller Naturfasern, dreimal stabiler als Baumwolle" ...

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Notiz: ... USA ... in puritanischen Zeiten werden alle Formen von Drogen verboten ... Prohibition ... Alkohol gewinnt die Schlacht ... Hanf wird als neuer Sündenbock deklariert ... wirtschafts-politischer Feldzug gegen Hanf ... Dämonisierung ... Falschaussagen in der Wissenschaft stützen die Diskriminierung der Heil- und Nutzpflanze ...

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Notiz:  ... für die Papierproduktion ist die Holzfaser wesentlich (!) schlechter als die Hanffaser => für die Aufbereitung von Papier muss mehr Chemie und Energie verwendet werden ... Hanffasern werten die Qualität auf besonders im Reyclingwesen... es werden mehr Bäume für den Papier- und Zellulosbedarf gefällt als für die Bauindustrie ...

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Notiz: ... es ist besser, weltweit die Hanfproduktion entscheidend zu steigern, als hundertjährige Bäume zu fällen ... fragt sich nur noch, wer diese Notwendigkeiten schon fast ein Jahrhundert lang verhindert ... diverse erstaunliche Einsatzmöglichkeiten wie z.B. Automodelle aus Hanf ... mit Kalkmischung ist Hanf schwerer als Beton ... Bekleidungsindustrie ... Hanf ist deutlich reißfester und saugfähiger als die beste Baumwolle + genauso warm und bequem zu tragen ... Profitabilität steigt bei größerer Akzeptanz beim Konsumenten (s.a. Weltmarktpreise) ... kaum Chemiebomben + Umweltpestizide ...

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Patsy Harmsen

(Hanffarmerin / Tasmanien)

Zitat:

Es gab verschiedene gute Gründe für den Niedergang der Hanfindustrie. Aber heute gibt es nur einen plausiblen Grund 
  • => die althergebrachten Geschäftsinteressen der heutigen Industrien.
Sie wollen keinen "Hanfrevival", weil sie den Wettbewerb mit dem Ökoprodukt scheuen. 
  • Synthetikhersteller und Benutzer von "Nicht erneuerbaren Energien" können in einem solchen Wettbewerb gar nicht mithalten.
 http://www.bio-oeko-fairtrade.ch/uploads/images/naturmaterialien/Fotolia_1772890_XS.jpg

( ... eine sehr bemerkenswerte Aussage der Farmerin aus Tasmanien, die deutlich aufzeigt und erklärt, warum all die 
  • Konzerne, 
  • Industriekartelle 
und
  • Monopolinhaber 
überhaupt keine "Wende und Erneuerungen" in Fragen der Energietransformation, Rohstofflieferung und Arbeitsmarkpolitik haben wollen:
  • ... es würde ihre Gewinnspanne schmälern und den Einfluss auf wirtschafts-politische Gremien verkleinern ...
Der viel zu hohe Preis für einen solchen politisch geschützten weltumspannenden Lobbyismus sind allerdings lang anhaltende
  • gigantische Zerstörungen und Raubbau
  • konfliktreiche Spannungen und Entladungen
  • massenhafte Vertreibungen, Sterbe- & Tötungszenarien.
=> fast jede schlechte Nachricht ist einem wirtschafts-politisch inhuman ausgerichteten Prinzip und Irrsinn geschuldet)
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Samstag, 9. März 2013

... no Pope ... no Dope ... no Hope ...

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgy9RT-b1XDxf_fsK8LLS1oRsN_eyM0mAdflxwKxhw0bOeu0LzosKRQllwP2fJESi3kgRYgN4ozLLqAJnEZpFGzWgBoVCvy8uJuoqcqSNyKYeFRdF42yipp1OK972SBeGw3_c6i2WTdQ2g/s1600/popedope.jpg 

Give the Pope some Dope then there is Hope

One of the Pope's Hope is his holy Dope

Without Dope the Pope sees no Hope

 The Dope for the Pope is our Hope

 The Pope's Dope is the best Hope

Hope the Pope gets his Dope

 http://images.sodahead.com/polls/000962357/The_Atheist_e_answer_1_xlarge.jpeg
sodahead.com

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(... it's hopeless ... the Police has confiscated all the good dope of the pope ... and he cannot buy new stuff because the coffeeshops in the "Gelobten Land" are forbidden for all Germans ...)
. . .

Donnerstag, 29. Oktober 2009

2.4 Andere Länder

In Kanada lag die Lebenszeitprävalenz bei den befragten Personen über 28%, die 12-Monats-Prävalenz bei 7,4%. Auch hier ist in den letzten Jahren vor der Befragung 1994 ein Anstieg des Konsums festzustellen.

In Australien und Neuseeland lag die Lebenszeitprävalenz bei den 20- bis 24-Jährigen bei 72% im Jahre 1994. Ein Drittel aller Jugendlichen gab an, Cannabis konsumiert zu haben. Man registrierte einen Anstieg von 12% bei Jugendlichen 1973, auf 28% 1985 und 34% 1993.

Auch in Afrika zeigten einige Länder einen Anstieg der Lebenszeitprävalenz für Cannabiskonsum bei 12- bis 12-Jährigen und bei 17- bis 18-Jährigen. Auch die 1-Monats-Prävalenz stieg 1994 bei männlichen Studenten in Simbabwe an. In Namibia zeigte sich 1991 bei Schulkindern eine Lebenszeitprävalenz von 7%, 3,7% werden als Gelegenheitskonsumenten und knapp 1% als tägliche Konsumenten bezeichnet. Die Eltern der Schulkinder konsumierten zu 3,3% täglich Cannabis. Ähnliche Zahlen gibt es aus Nigeria,während in Südafrika 13% aller männlichen Jugendlichen in städtischen Regionen einen laufenden Cannabiskonsum berichteten. 1991 ergab sich bei Studenten verschiedener Schulen in Südafrika eine Lebenszeitprävalenz von 7,5%. In der Stadt waren unter den 10- 21-jährigen Befragten 5,5% laufende Konsumenten.

Auch in lateinamerikanischen Ländern war die Lebenszeitprävalenz im Ansteigen begriffen, wenn auch auf niedrigerem Nineau (Sao Paulo: 1987 3,5%, 1989 4,7% und 1993 5,7%). Eine 20-24 Jahre alte Gruppe in Kolumbien hatte Lebenszeitprävalenzen von 10% bei den männlichen und 3% bei den weiblichen Befragten für Cannabis aufzuweisen.

Besonders hoch war die Lebenszeitprävalenz mit durchschnittlich 40% auf Hait, in Guatemala und Panama, wobei die Altersgruppe hier nicht angegeben wird. Die für Aisen angegebenen Zahlen sind wenig aussagekräftig, worauf die WHO selbst hinweist. Auch hier ist allerdings eine Zunahme der Lebenszeitprävalenz insbesondere in städtischen Bereichen und bei Studenten und Schülern festzustellen.

Die UNO bezeichnete in einem 1981 veröffentlichten Bericht Cannabis und seine Produkte als diejenigen Rauschdrogen, die auf den illegalen Märkten vieler Länder mehr und mehr dominierten. Der Umfang des Handels und Konsums der Drogen weitete sich rapide aus. Davon sei insbesondere auch Deutschland betroffen, das meiste dort festgestellte Cannabis stamme aus dem Libanon, aber auch aus der Türkei und Marokko.

Das Ausmaß der weltweiten Sicherstellungen 1994-2000 zeigt Abbildung 2.4
  • Abb 2.4: Sicherstellungen von Cannabis weltweit (1994-2000)
  • Quelle: UNODCCP * Global Illcit Drug Trends 2002 [aus: BKA 2003, 126ff.]
  • Sicherstellung in t:
  1. Anstieg 1994 von 3.000.000 t auf über 4.500.000 t
  2. Stagnation bis 1998
  3. danach wieder Anstieg auf knapp 6.000.000 t im Jahre 2000

Seite 24 ist nicht Teil dieser Buchvorschau
... hinweg der Drogenkonsum in den Vereinigten Staaten allgemein zugenommen hatte, einschließlich des Marihuanakonsums.

Längsschnittuntersuchungn ergaben ebenfalls ein Anwachsen der Verbreitung des Cannabiskonsums. Waren es im letzten Jahr des High-School-Besuchs 1969 6% tägliche oder wöchentliche Konsumenten, so waren es 1974, also fünf Jahre nach dem Berufsschulabschluss, 21% dieser Gruppe. Die Beobachtung einer Gruppe von Studenten an kalifornischen Hochschulen erbrachte ein Anwachsen des Konsums von Cannabis zwischen 1968 und 1975 bei praktisch allen Untergruppen, die nach Semester und Häufigkeit des Konsums eingeteilt worden waren [Secretary of Health, 5. Report, 1975]

Eine Repräsentativuntersuchung von 2.500 20- bis 30-jährigen männlichen Amerikanern im Zeitraum von Oktober 1974 bis Mai 1975 ließ einen Anteil von Cannabiserfahrenen von 55% erkennen. 38% dieser Stichprobe hatten Cannabis in den letzten Jahren 1974/75 konsumiert. 11% der Gruppe hatten Cannabis mehr als tausendmal benutzt, 11% hatten die Substanz in den letzten 24 Stunden vor der Erhebung letztmals konsumiert. Auch die Ergebnisse dieser Untersuchung sprechen also für einen steigenden Trend in der Verbreitung des Cannabiskonsums in der untersuchten Alters- und Geschlechtsgruppe.

8-13% der jugendlichen Cannabisprobierer gingen zu regelmäßigem Konsum über. Bei den 20- bis 30-Jährigen waren es 15% und bei den 20- bis 24-Jährigen 17%, die nun regelmäßig Cannabis nahmen.

Ergänzende Untersuchungen ergaben, dass die mehr traditionell-konventionell ausgerichteten Jugendlichen seltener Cannabis konsumierten als die progressiv eingestellten.
  • was bedeutet progressiv in diesem Zusammenhang = fortgeschrittener, dauerhafter Konsum ?!
So waren Verheiratete seltener Cannabiskonsumenten als solche, die unverheiratet mit einem Partner zusammenlebten. Auch Arbeitslose und Benutzer von Alkohol und Tabak nahmen eher Cannabis als die jeweils entgegengesetzte Gruppe. Cannabiskonsum scheint danach häufig eines generellen Verhaltens- und Einstellungsmusters zu sein, dessen Hauptkennzeichen die so genannte Nonkonformität darstellt. Haschischkonsum als des Anderssein, als Ausweis der Zugehörigkeit zu einer Elite, als Ausdruck der Abweichung von der Mehrheit: Das dürfte auch eine der Motivation zum Konsum der Droge überhaupt sein.

Einen Überblick über die internationale Situation über Europa hinaus gibt der Bericht der WHO von 1997. Danach betrug in den USA die Lebenszeitprävalenz 1975 bei 47% unter Absolventen der Sekundärschule, die 16-18 Jahre alt waren. Den hö,chsten Stand gab es mit 60% 1980, in der Folge fiel die Prävalenz ab bis 1993 auf 35% und ist seither wieder angestiegen (1996: 45%). Die 12-Monatsprävalenz war 1975 40% bei dieser Altersgruppe, fiel Anfang der 90er Jahre auf 22% ab und ist 1996 bei 36% angelangt. Auch bei den Jüngeren zwischen14 und 17 Jahren gab es Mitte der 90er Jahre einen starken Anstieg der Prävalenz in den USA.

Die Zahlen über die Verbreitung des Cannabiskonsums in den USA zeigen, dass dort 36,9% der Erwachsenen im Alter von über 12 Jahren über eine Lebenszeiterfahrung mit Cannabis verfügen, in der jüngsten Zeit gaben sie entsprechend dem National Household Service of Drug Abuse [s. Substance Abuse 2002] von 2001 an, in 9,3% der Fälle während der letzten zwölf Monate Cannabis konsumiert haben. Die Lebenszeiterfahrung mit Cannabis und der Konsum dieser Droge in der jüngsten Vergangenheit fallen in den USA höher aus als in irgendeinem Land der Europäischen Union.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

2.2 Europa

Für die Schweiz wird eine 12-Monats-Prävalenz in einem ähnlichen Bereich angegeben [Cannabisbericht der eidgenössischen Kommission für Drogenfragen 1999]. Danach betrug die 12-Monats-Prävalenz bei 15- bis 19-Jährigen 30%, bei 20- bis 24-Jährigen 22,2%, bei 25- bis 29-Jährigen 17%. Die Lebenszeitprävalenz lag bei den 15-jährigen zwischen 8 und 15%, je nach Geschlecht und sozialem Status, bei den 19- bis 20-Jährigen zwischen 30 und 35%. Zwischen 1992/98 war die Lebenszeitprävalenz für 15-39-Jährige in der Schweiz von 16,3 auf 26,9% gestiegen.

Hochgerechnet auf die Wohnbevölkerung hatten demnach im Jahre 1998 etwa 700.000 Schweizer und Schweizerinnen schon einmal Cannabis konsumiert. Auch beim aktuellen Konsum war ein Anstieg von 4,4 auf 7,7% zu verzeichnen. Im internationalen Vergleich nehmen die Schweizer und Deutschland einen mittleren Platz ein. Die höchsten Werte finden sich in Dänemark, Frankreich, England und Spanien, niedrige Werte in den skandinavischen Ländern. In den meisten europäischen Ländern ist die Konsumprävalenz seit den 80er Jahren angestiegen, die zur Verfügung stehenden Zahlen sind indessen kritisch zu betrachten, weil sie nicht vollständig auf gleichen Grundlagen erhoben worden sind.

In Europa stellten die Ermittlungsbehörden 1977-1982 zwischen 58 und 98t Cannabisprodukte sicher, im Durchschnitt jährlich 83 t. In den 90er Jahren stieg diese Menge auf 607 t (1994) bzw. 890 t (2001). Rechnet man diese Menge mit dem Faktor 20-40 hoch, so ergeben sich weltweit Konsummengen, die beinahe an den Megatonnenbereich heranreichen (s. Tab. 2.7)

Für Europa bestätigt die Studie der WHO von 1997 einen ansteigenden Cannabiskonsum in den 80er und 90er Jahren vor allem in Frankreich und Großbritannien, einen täglichen Konsum fand man bei 1% der Hochschulabsolventen gegenüber 3% in den USA. Ein starker Anstieg des Konsums war insbesondere in den Niederlanden und in Großbritannien zu verzeichnen.

Die Aufgriffszahlen in den Ländern der Europäischen Union 1996 und 2001 zeigt Tabelle 2.8
  • Tab. 2.7: Sichergestellte Mengen von Cannabisprodukten in Europa (Angaben der DHS, zuletzt 2003, bzw. des BKA), Gewichtsangabe in t (Tonnen) => 1977: 98 + 2001: 888
Über den Stand der Cannabisproblematik in der Europäischen Union unterrichtet ...

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Eine neue deutsche Untersuchung [Kraus, Augustin 2001, zit. n. Tossmann 2003] zeigt gleichfalls den Schwerpunkt des Konsums bei de Gruppe der 18- bis 29-jährigen und bei einem Drittel der Konsumenten auch ein beträchtliches Ausmaß des Konsums (10-30-mal/Monat, s. Abb. 2.3, Tab. 2.5).

Das Institut für Therapieforschung in München gibt unter dem Datum des 14.11.2002 und auf der Basis einer Reihe aktueller Untersuchungen, die teilweise zusammengefasst, teilweise hochgerechnet wurden, die Verbreitung des Cannabis in Deutschland in Form von Missbrauch mit 140.000 und in Form von Abhängigkeit mit 240.000 Fällen an. Dabei wurden die Daten der 18- bis 59-Jährigen epidemiologisch ausgewertet, hinzuzufügen sind noch 14.300 in Behandlung befindliche Cannabiskonsumenten, von denen die ganz überwiegende Mehrzahl in ambulanten Einrichtungen behandelt wird. Hier wurde die Hauptdiagnose Cannabiskonsum zugrunde gelegt, es dürfte sich in der Mehrzahl jedoch um Mehrfachabhängige bzw. komorbide Patienten handeln. [Bühringer, Kraus, Augustin 2002]. Die Herkunfts- und Transitländer, aus denen 2000-2002 das in Deutschland sichergestellte Cannabis stammt, sind in Tabelle 2.6 aufgelistet.
  • Tab. 2.2: Lebenszeitprävalenz von Cannabis in Deutschland
  • Tab. 2.3: 12-Monats-Prävalenz von Cannabis in Deutschland
  • Tab. 2.4: 30-Tage-Prävalenz von Cannabis in Deutschland

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Die Bundesregierung erarbeitete einen 1983 veröffentlichten Bericht über den Konsum und Missbrauch von Alkohol, illegalen Drogen, Medikamenten und Tabakwaren durch junge Menschen, der auf der Befragung einer repräsentativen Stichprobe 12- bis 24-jährigen Jugendlichen beruht (n=11.711). 61% der befragten Jugendlichen hielten Cannabis für suchterzeugend, im Vergleich dazu 57% den Alkohol, 47% das Nikotin und 91% das Heroin.

Bundesweit hatten 9,7% der Stichprobe irgendwann schon einmal Rauschmittel genommen. 4% aller Befragten waren aktuelle Konsumenten. 6% waren als Probierer einzustufen. Cannabis war die meistgebrauchte Rauschdroge: 80% der Konsumenten hatten Haschisch, 40% Mariuhana konsumiert. 56% aller Drogenerfahrenen waren Probierer, fast alle hatten ihre erste Drogenerfahrung mit Cannabis gemacht. Alle anderen Stoffe spielten als Einstiegsdroge eine unbedeutende Rolle.

Mittlerweile ist eine Anzahl von Untersuchungen zum Cannabiskonsum nicht nur in Deutschland, sondern auch in verschiedenen europäischen und außereuropäischen Ländern vorgenommen worden. Nach einer repräsentativen Erhebung in den alten Bundesländern im Jahre 1990 ["Bundesstudie"] haben etwa 14% der Bevölkerung zwischen 12 und 39 Jahren zumindest einmal im Leben Cannabis konsumiert, und zwar mit einem Schwerpunkt bei den Männern.

Dabei zeigt sich ein Übergewicht bei den 21- bis 29-Jährigen (18,9%), während die 18- bis 20-Jährigen etwa im Durchschnitt der Gesamtstichprobe beteiligt sind (14,7%), aber die 12- bis 20-Jährigen mit 8,2% und die 21- bis 29-Jährigen mit 6,5% beteiligt. Sie zeigten im Übrigen auch den stärksten Konsum im Unterschied zu der Untergruppe der Jüngeren [IFT-Berichte, Bd. 65 1993].

Epidemiologische Untersuchungen bis zum Jahr 2001 zeigen, dass Cannabis weiterhin die am häufigsten konsumierte illegale Droge in Deutschland ist. 21,4% aller befragten Westdeutschen und 10,8% aller Ostdeutschen zwischen 18 und 59 Jahren haben in ihrem Leben mindestens einmal diese Droge konsumiert. Cannabismissbrauch hat in den 20 Jahren deutlich zugenommen. Die Lebenszeitprävalenz hat zwischen 1980 und 1997 in den alten Bundesländern von 14% auf 25% zugenommen und war 2000 bei 38% angelangt. Die stärksten Konsumenten sind nach wie vor die 18- bis 29-jährigen Männer, die eine Lebenszeit-Prävalenz von 14,4%, eine 12-Monats-Prävalenz von 21,1% und eine 30-Tage-Prävalenz von 13% aufwiesen.
  • flexikon.doccheck.com:
  • Als Prävalenz bezeichnet man die Häufigkeit einer Krankheit oder eines Symptoms in einer Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt.

  • Die Prävalenz ermittelt sich aus dem Quotienten aus der Anzahl der betroffenen Individuen in einer Population und der Anzahl aller Individuen dieser Population:

  • P = Mbetroffen/Mgesamt (P = Prävalenz, M = Menge)

Wird nur die Zahl der Neuerkrankten betrachtet, spricht man von Inzidenz.


Aber auch in den neuen Bundesländern ist der Anteil der Cannabiskonsumenten stark angestiegen, er betrug bei den 12- bis 25-jährigen 1993 16%, 1997 19% und 2001 26%. Hier gleichen sich offensichtlich die Verhältnisse an, wie sie in den alten Bundesländern vorherrschen. Im Klartext bedeutet dies, dass etwa 9 bis 10 Millionen Menschen in Deutschland in ihrem Leben mit Cannabis in Berührung gekommen sind, davon etwa drei Millionen in den letzten zwölf Monaten und etwa anderthalb Millionen in den letzten 30 Tagen vor der jeweiligen Erhebung (s. Tab. 2.2, 2.3, 2.4), Angaben aus dem Bericht der Nationalen Reitoxknotenpunktes zur Drogensituation 2001, Stand 28.12, 2002).

  • Abb. 2.1 Sicherstellungen von Cannabisharz(1993-2002)
  • Abb 2.2 Sicherstellungen von Cannabiskraut (1993-2002)
Neben Sicherstellungsraten können aber auch Repräsentativerhebungen an großen Stichproben ein Bild vom Umfang des Konsums einer Rauschdroge vermitteln. Eine repräsentative Erhebung bei 2.676 12- bis 14-jährigen Jugendlichen in Bayern 1973 ergab, dass 11,8% angaben, schon einmal Rauschmittel genommen zu haben. 7,2 % davon waren aktuelle Konsumenten, 4,6 % waren frühere Konsumenten. Davon sind die meisten "Probierer", die ein- bis fünfmal die Droge konsumiert hatten, nur 2,4 % sind als starke Konsumenten zu bezeichnen (50-mal und häufiger Rauschmittelkonsumenten). Dazu existieren damals 8,6 % potenzielle Konsumenten, also drogengefährdete Jugendliche in Bayern. 78% der Konsumenten hatten Kontakt mit Haschisch, 19% mit Marihuana; andere Drogen rangierten mit deutlichem Abstand dahinter.
  • Abb. 2.1: Sicherstellung von Cannabis in Deutschland einschließlich der neuen Bundesländer ab 1992 (Angaben der DHS)
Unter den Bedingungen des Drogenkonsums wurden aufgeführt: ungünstige Sozialisationsbedingungen ("Broken-home"), aber auch Kontaktstreben, Leistungsversagen, Ablehnung von Normen, Tendenzen zu passiver Konsumhaltung, psychische Labilität, Neugier, gehäufter Medikamentenkonsum der Eltern, Rauschmittelkonsum jugendlicher Idole [Bayerisches Staatsministerium des Inneren, 1974].

Bei einer neuerlichen Befragung der gleichen Bevölkerungsgruppe der 12- bis 24-jährigen in Bayern 1976 [Bayerische Staatsministerien des Inneren und für Arbeit und Sozialordnung, 1978] ergaben sich weitgehend gleichartige Verhältnisse in diesem Bundesland. Zwölf Prozent der Altersgruppe hatten schon einmal Rauschmittel genommen, zwei Drittel davon waren männlichen, ein Drittel weiblichen Geschlechts. Der Anteil der potenziellen Konsumenten sank auf 5,7 %. Innerhalb der befragten Gruppe hatte sich eine Verschiebung zu den älteren Jahrgängen ergeben. Haschisch war weiterhin die meistgebrauchte Droge: 68% der Konsumenten nahmen dieses Rauschmittel, 23% Marihuana. Die Bedeutung der Broken-home-Situation bei den Konsumenten hatte weiter zugenommen: 27% stammten aus einer solchen sozialen Umgebung. Der gesellschaftskritische Aspekt trat zurück: 41% der Drogenkonsumenten waren mit der bestehenden Gesellschaftsordnung zufrieden, ein etwa gleich großer Anteil hielt sie für reformbedürftig.

Die gleiche Befragung 1980 [publiziert 1982] ergab unter der gleichen Altersgruppe der 12- bis 24-jährigen Jugendlichen einen Anteil von Drogenkonsumenten von 11%, also keine wesentliche Veränderung gegenüber den beiden vorangegangen Befragungen. Aktueller Konsum zum Zeitpunkt der Befragung war bei 5% gegeben. Bei den jüngeren Jahrgängen ging der Konsum zugunsten der älteren Jugendlichen weiter zurück. Haschisch/Marihuana blieb die meistgebrauchte Rauschdroge: 79 bzw. 37% der, Konsumenten nahmen diese Substanz, ein Anstieg gegenüber den früheren Erhebungen.

Nach dem Bericht der interministeriellen Arbeitsgruppe zur Suchtbekämpfung in Bayern [1983] war auch in den Jahren 1981/82 Cannabis die meistgebrauchte Droge in diesem Bundesland. Unter den der Behörde bekannt gewordenen 10.805 Drogen konsumierenden Personen waren im Jahr 1982 30% 16- bis 20-Jährige und 54% 21- bis 30-Jährige. Zu 45,6% konsumierten sie Cannabis, zu 25% Opiate, 17% waren polytoxikoman. Das Haschisch stammte vor allem aus dem Mittleren Osten, dem Libanon, der Türkei und Marokko. Cannabiskonsumenten wurden nur selten klinisch-stationär behandelt: Sie machten nur 3,5% der wegen Drogenkonsums in Kliniken befindlichen Patienten aus.
  • tendentielle Hochrechnung für Anzahl der Konsumenten + Menge für die Zeit nach der Jahrtausendwende: steigend => Zahl wird sich wohl so langsam eingependelt haben, da erhöhte Preise zur Mäßigung zwingen. Allerdings wird wohl ein THC-Süchtiger, der z.B. morgens und/oder mittags schon THC inhaliert, seinen finanziellen Haushalt weiterhin stark belasten !

Dienstag, 27. Oktober 2009

2 Verbreitung

2.1 Deutschland

In Deutschland ist der Haschischkonsum in den Jahren seit 1968 zum Wegbereiter einer Drogenwelle geworden, die, aus den USA kommend, die westeuropäischen Länder erreichte. Hier bestand unter jüngeren Intellektuellen, Studenten und Schüler eine aufnahmebereite Situation in Gestalt der Protestbewegung an den deutschen Hochschulen. Im Zusammenhang mit dem militärischen Engagement der Vereinigten Staaten in Vietnam kam es in verschiedenen westlichen Ländern, vor allem aber in Frankreich und in Italien, zu einer Mobilisierung junger Menschen, die in bisher nicht gekannter Form ihre Unzufriedenheit mit den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen, als Zeichen des Anderssein. In relativ kurzer Zeit kam es damals zu einer weiten Verbreitung der Droge unter den jugendlichen Intellektuellen. Von hier sprang der Funke auch auf die übrigen Jugendlichen über, sodass bald eine große Gruppe junger Menschen Cannabiserfahrungen sammelte.

Seit dieser Zeit hat sich bei uns ein Schwarzmarkt für diese Substanz herausgebildet, vor allem in den großen und mittleren Städten: Cannabis ist in der Bundesrepublik praktisch jederzeit - auch in großen Mengen - verfügbar.
  • kein Mangel, auch in harten Zeiten ;-) ?
Der Markt befindet sich nach der übereinstimmenden Auffassung kriminalistischer Fachleute in der Hand gut organisierter Händlergruppen, wobei Import und Vertrieb in der Regel von verschiedenen Personen durchgeführt werden.
  • wenn ich das richtig verstanden habe (Mundpropaganda), waren damals 3-5 große Dealerbanden von Raum Aachen + Umgebung bis nach Rotterdam tätig ... davon sind immer wieder welche aufgeflogen, was bedeutete, dass die Handelskette nach unten hin (mittelgroße u. kleine Dealer, Straßendealer) kurz- bis mittelfristig betroffen war - am Ende bezahlt der Konsument jede Preissteigerung hervorgerufen durch Razzien und Schließung von unzähligen Coffeeshops (s.a. künstliches Hochschrauben des Preises)
So berichtete Gemmer [1971] schon früh über verschiedene Formen der Rauschgiftkriminalität (Handel, Schmuggel). Er wies auf die erheblichen Probleme rechtlicher kriminaltaktischer und finanzieller Art für die Strafverfolgungsbehörden hin. Die hohen Gewinnspannen des Rauschgifthandels veranlassten hauptsächlich Berufs- und Gewohnheitstäter, zum Haschischhandel überzuwechseln, die sich früher als Hehler, Einbrecher, Kraftfahrzeugschieber, illegale Waffenhändler oder Falschgeldvertreiber bestätigt.
  • das ist das größte Problem von Cannabis: ein Naturprodukt gelangt aufgrund seiner gesellschaftlich und politischen Ächtung in den Dunstkreis teilweise hochkrimineller Organisationen !
Man könne davon ausgehen, dass sich dieser Personenkreis bandenmäßig organisiere und aus diesem Grunde besonders schwer gegen ihn zu ermitteln sei. Eine Vielzahl inzwischen durchgeführter Strafverfahren und die Ausweitung der Drogenkriminalität auf den lukrativen Heroinhandel haben diese früheren Erkenntnisse inzwischen weitgehend bestätigt. Detaillierte Erkenntnisse über die Erscheinungsformen der Drogenkriminalität, über den international organisierten Rauschgifthandel und die besonderen Probleme seiner Bekämpfung liegen vor, sodass auf der Grundlage internationaler Zusammenarbeit neue Strategien und Taktiken der Drogenbekämpfung entwickelt werden konnten. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass im Bereich des Interesses an Cannabisprodukten eine Art "Renaissance" eingetreten ist, die "auf die nach wie vor anhaltende und sich z.T. verstärkende Polmemik gewisser Legalisierungs- bzw. Liberalisierungsforderungen [...] zurückzuführen ist.

(Seite 14 ist nicht Teil dieser Buchvorschau)
Weiterer Verwendungszweck von Hanf sind der Einsatz als Futtermittel, als Jute-Ersatz zur Herstellung von Säcken und groben Geweben, zur Linoleumherstellung, und selbst die Verarbeitung zur Margarine scheint möglich zu sein.

Noch in jüngster Zeit wird Hanf zur Verarbeitung zu Stricken für die Herstellung so genannter Karbatschen verwendet. Dabei handelt es sich um bis zu fünf Meter lange Peitschen, die zum Brauchtum in der alemannischen Fastnacht gehören. Bei Umzügen im alemannischen Raum sind immer wieder Narrenzünfte zu sehen, deren Mitglieder mit diesen Karbatschen einen lauten Knall erzeugen können, der an einen Schuss erinnert. Im Jahr 2003 war in Stockach am Bodensee noch ein Seiler tätig, der in reiner Handarbeit jährlich 250 solcher Karbatschen herstellte. Die einzelnen Schnüre, aus denen die Peitsche besteht, werden von Hand gesponnen. Die Herstellung dieser Karbatschen wird vondem Seiler Muffler aus Stockach schon seit 200 Jahren in Familientradition gepflegt. Sein Vater produzierte noch Seile für die Landwirtschaft, die jedoch bald der Konkurrenz industriell gefertigter Seile nicht mehr Stand halten konnten. Im Segelsport hingegen werden offensichtlich auch heute noch Hanfseile verwendet !

Hanffasern gewannen immer dann an Bedeutung, wenn beispielsweise durch Kriegszeiten die Einfuhr von ausländischen Faserprodukten stagnierte. Man besann sich dann jeweils auf die Eigenschaften der Hanfpflanze, dauerhafte und strapazierfähige Fasern zu entwickeln, die auch für textile Gewebearten mit verschiedensten Eigenschaften nutzbar gemacht werden konnten. Hanffasern ersetzten dann vor allem Baumwollfasern, die schon im 19. Jahrhundert in großen Mengen importiert wurden und die Hanffasern an Bedeutung verdrängten. Dadurch schrumpfte der Anbau der heimischen Textilrohstoffe Hanf- und Flachs mit dem Anwachsen der billigeren Baumwollfasern. Es entstand eine baumwollverarbeitende Industrie, die allerdings auf den Import des Rohstoffes angewiesen blieb.

Seiten 11 bis 12 sind nicht Teil dieses Buchvorschau
Neben den Fasern, die den Hauptgrund für die Kultivierung der Hanfpflanze darstellten, wurden auch über lange Zeiten hinweg Farben und Lacke mit Hanföl bzw. Leinöl hergestellt. 1935 seien in den USA 85.000 t Hanfsamen in den Vereinigten Staaten. Hanföl wurde aber nicht nur hierfür, sondern auch als Brennöl verwendet. Durch chemische Prozesse lässt sich aus dem Hanf auch Methanol (Methylalkohol) gewinnen, der als Treibstoff bzw. auch Lösungsmittel vielfältiger Verwendung finden kann.
  • ob diese naheliegende Möglichkeit auch ein paar Verfahrenstechniker, Agronomen und Biologen interessiert ?
Aus Hanfsamen gewonnes Öl kann auch der menschlichen Ernährung dienen. Es enthält vielfältige essenzielle Fettsäuren. Die bei der Ölpressung zurückbleibende Pressmasse ist proteinreich und kann Kuchen, Brot und anderen Nahrungsmitteln verarbeitet werden. Am Rande sei erwähnt, dass Hanfsamen auch als Vogelfutter verwendet werden können. Die Hanffasser lässt sich im Übrigen auch zu Hartfaserplatten und Pressspanplatten verarbeiten, die im Möbelbau, aber auch in der Bauindustrie vielfältige Verwendung finden können. Daneben können strapazierfähige Bodenbeläge aus Hanf hergestellt werden; bis hin zur Herstellung von Rohren aus Fasermasse reicht die Verwendbarkeit der Hanffasern; bis hin zur Herstellung von Rohren aus Fasermasse reicht die Verwendbarkeit der Hanffasern. Auf die Herstellungvon Dichtungsmaterial (Werg) für Rohranschlüsse und im Schiffsbau wurde bereits hingewiesen.
  • Universelle Verarbeitung von Hanf (männliche Pflanze)
In dem von Behr [1982] zusammengestellten Haschischbuch finden sich viele Einzelheiten zur Geschichte des Cannabiskonsums, die teilweise auch mit Abbildungen versehen sind. Insoweit ist ds Buch durchaus lesenswert, wobei allerdings manchem Leser die journalistische Vorgehens- und Darstellungsweise leicht dadurch "wissenschaftlich" vorkommen mag, als der Autor eine Vielzahl von Literaturstellen im Register aufführt und viele wirkliche Zitate einflicht, die mehr als die Hälfte des Textes ausmachen. Der polemische Tonfall und die Vielzahl persönlicher Attacken, die das Buch enthält, mindern dessen Wert allerdings beträchtlich. Da er keinerlei eigene Untersuchungen vorlegen kann und seine Recherchen nicht als zuverlässig anzusehen sind, kann man sich mit seinen Ausführungen und Meinungen nicht beschäftigen. So sind beispielsweise die Angaben Behrs zur Biographie von Lewin in seinem Vorwort zur Neuausgabe des Buches "Phantastica" [Linden 1980] anhand detaillierter Nachprüfungen in zahlreichen Einzelheiten als falsch erkannt worden; sie beruhen offensichtlich auch nicht auf einer Verwechslung [Müller, Wagner 1982].

Die Geschichte des Cannabis wird dann mit dem Aufkommen der sogenannten Drogenwelle unter den Jugendlichen Westeuropas 1967/1968 weitergeschrieben. Seit dieser Zeit werden weitgehend übereinstimmende Beobachtungen bezüglich des Cannabiskonsums in nahezu allen westlichen Ländern gemacht. Auf die Verhältnisse in Deutschland, die uns naturgemäß am meisten interessieren, und in Europa, Australien, Afrika und Asien gehen wir in Kapitel 2 ein.

1.5 Anbau von Hanf als Nutzpflanze

Haschisch bzw. Marihuana ist das Produkt der Hanfpflanze Cannabis sativa, die als indischer Hanf oder auch einfacher als Hanf seit Jahrtausenden vom Menschen kultiviert wird. Dabei haben sich die Menschen für die Hanfpflanze besonders deshalb interessiert, weil sich daraus vielfältig verwendbare Fasern gewinnen lassen. Diese Fasern sind Ausgangspunkt für die Herstellung von Garnen, die ihrerseits zu Gewebe weiter verarbeitet werden können. Die Gewebe dienten vor allem gröberen Zwecken, wo es mehr auf Haltbarkeit, Dauerhaftigkeit, Reißfestigkeit und weniger auf Feinheit oder Geschmeidigkeit ankommt. So wurden beispielsweise anscheinend schon in der Antike Schiffssegel aus versponnen Hanffasern hergestellt. Aber auch Taue, Fischnetze, Dichtungsmaterial bis hin zu grober Kleidung wurden aus Hanffasern gefertigt.

Ein anderer Verwendungszweck war die die Papierherstellung. Es bedarf offensichtlich nur weniger Zusätze, um aus entsprechend aufbereiteten Hanffasern Papier herzustellen. Diese Zusätze jedoch, die seit Anfang des 19. Jahrhunderts in dem aus Holz gefertigten Papier vorhanden sind, führen auch zu dessen mangelnder Haltbarkeit. Die verwendeten Säuren lösen mit der Zeit das aus Holz gefertigte Papier auf und führen zum Zerfall ganzer Bibliotheken, die aus Büchern jener Zeit bestehen. Hingegen scheint Hanfpapier wegen des Fehlens der entsprechenden Zusätze wesentlich haltbarer zu sein.

Herer [1993] berichtet, dass in den USA bis in die 20er Jahre des 19. Jahrhunderts aber auch in den meisten Teilen der übrigen Welt zum Beginn des 20. Jahrhunderts ein großer Anteil aller verwendeten Textilien aus Hanffasern hergestellt worden sei. Selbst feinste Kleiderstoffe italienischer Produktion seien noch im 19. Jahrhundert aus Hanf hergestellt worden. Aber auch Flachs war eine in jener Zeit vielfältig verwendete Pflanze, die der Fasergewinnung diente.

Im 19. Jahrhundert erhielten Flachs und Hanf dann Konkurrenz durch die stärker aufkommende Baumwolle, die aber schließlich in der Textilwirtschaft die Oberhand gewann.
  • Baumwollplantagen waren der Grund für den Beginn und der Aufrechterhaltung der Sklaverei ! In anderen Worten: die Vormachtstellung der Baumwolle wurde mit der Versklavung von 100.000en bis Millionen von Schwarzafrikanern und deren Tod bezahlt !
Bei der Papierherstellung waren aus Hanffasern hergestellte Papiere bis 1883 weitaus überwiegend, und man konnte sogar ausrangierte Segel und Taue zu Papier weiter verarbeiten. Auch Büttenpapiere, die als besonders hochwertig gelten und einen hohen Anteil an Textilfasermaterial (Lumpen, Hadern) enthalten, weisen in der Regel einen hohen Hanfanteil auf.

Am bekanntesten jedoch sind die Seile, Bindfäden und Taue aus Hanf. Bis 1937 seinen 70-90% aller Seile, Schnüre und Taue aus Hanf hergestellt worden, berichtet Herer [1993]. Danach wurden die Naturfasern durch synthetische Fasern ersetzt.
In den Jahren 1927-1934 befasste sich der Schriftsteller und Philosoph Walter Benjamin mit den Wirkungen des Cannabis; er plante ein Buch darüber, das Fragment geblieben ist. Seine Eindrücke und Erlebnisse unter der Wirkung von Haschisch fasste er in Protokollen und Aufzeichnungen zusammen, die von hoher intellektueller Schärfe sind. Sie bestätigen, dass vieles von der persönlichen Substanz des Konsumenten, der einen Rauschzustand erlebt, dessen Inhalt und Ausformung wesentlich prägt. Schlicht strukturierte Menschen erleben schlichte Räusche, differenzierte können dagegen sehr detailreiche Rauschzustände erleben. Benjamin [1981] beschreibt vor allem die Wirkung auf die Stimmung, die Affektlage und die Wahrnehmung, er beschreibt Evidenzerlebnisse und grundlose Albernheit, die Beobachtung des Banalen und seiner subjektiv erlebte Umformung zu etwas Bedeutsamen, aber auch Unlustgefühle und Misstrauen gegenüber der Umgebung.
  • "Kommst du mit zur Disco ?" - "Nee, habe mir gerade einen gepieft" - "Es ist immer das Gleiche mit euch Kiffern, dann gehe ich halt mit Chrissie alleine !" ;-) => das war also das zuverlässigste Geheimnis: hast du keine Böcke auf Disco und ähnlich dezibellastige Events, dann schnell eine drehen, auf beste Freundin warten, nur um ihr mitzuteilen, dass man jetzt indisponiert ist ! Und dann wird man in diesem THC-Rausch manchmal doch genötigt und mitgeschleppt und stellt nach dem Abend immer zu 100% fest: das war richtig Scheiße, die ganzen Leute haben mich beobachtet, alle haben bemerkt, dass ich etwas geraucht habe ... demnächst bleibe ich zu Hause, dort fühle ich mich wohl und nicht beobachtet !
  • heutige Analyse: an diesen Abenden war die gefühlte, subjektiv persönliche Einschätzung des Unterschieds in der psychischen Verfassung und Wahrnehmung zwischen dem zahlenmäßig größeren, alkoholisierten Klientel und den einigen wenigen THC-angereicherten Gästen viel zu groß ! Dabei ist ein bekiffter Gast den Türstehern lieber als ein alkoholisierter, denn Ersterer macht zu 99,99 % keinen Stunk, außer er kippt auf der Tanzfläche um, weil er die Wechselwirkung von Alkohol mit THC unterschätzt hat !
In der 1927 erschienenen 2. Auflage seines Buches "Phantastica" beschreibt Lewin auch den indischen Hanf. Er setzt sich sowohl mit der Namensentstehung auseinander als auch mit zahlreichen mittelalterlichen Quellen, auf die hier aus Platzgründen nicht eingegangen werden kann. Er beschreibtdie Verbreitung des Cannabiskonsum in Afrika, die verschiedenen Zubereitungsformen bei den einzelnen Stämmen in West-, aber auch in Süd- und Ostafrika. Einen besonderen Abschnitt widmet er dem Cannabiskonsums in Kleinasien und Asien, aber auch in Nordafrika, wo von Westen nach Osten hin die Leidenschaft wachse, Hanf zu rauchen. Mit den Worten Moreaus, wie sie sich in deutscher Übersetzung bei von Bibra finden [1855], schildert Lewin(allerdings ohne Quellenangabe) die Wirkung von Cannabis:
  • "Bestenfalls ist es so, als wenn die Sonne jeden Gedanken beschiene, der das Gehirn durchzieht, und jede Bewegung des Körpers eine Quelle von Lust wäre. Ein solcher Mensch fühlt sich nicht in der Art glücklich, wie der Feinschmecker oder Hungrige, wenn er seine Esslust befriedigt, noch wie der Wolllüstling, wenn er seiner Liebeslust frönt, sondern er ist glücklich, wie jemand, der auf fröhliche Nachrichten hört, wie der Geizige, der seine Schätze zählt, wie der Spieler, wenn ihn das Glück begünstigt, oder wie der Ehrgeizige, den der Erfolg berauscht. Dabei kann noch ein gewisser Verwirrungszustand bestehen, in dem allerhand fernliegende Gedanken, über deren Auftauchen man sich Rechenschaft nicht zu geben vermag, heranstürmen. Verworrene Pläne, deren Klärung bisher unmöglich schien, glaubt das Individuum entworren vor sich und der Verwirklichungen entgegengehen zu sehen. Die Bande der Zeit und des Raumes sind gesprengt [...]"
  • => dies ist eine sehr gute Beschreibung eines Grundmusters der Wirkung von THC !
... tigen Arbeit über das Kokain [1924] vorübergehend dem Studium des Cannabis zuwandten [1927], aber auch an ihre Diskussion mit Kant und Krapf [1928, 1930].

Danach befasste sich auch Beringer mit dem Haschisch, nachdem er seine noch heute lesenswerte und akribisch verfasste Monographie über das Meskalin veröffentlicht hatte, und aus dessen Besitz uns noch einige Sonderdrucke über dieses Thema vorliegen. Zur gleichen Zeit begann auch sein späterer Mitarbeiter Stringaris aufgrund von Erfahrungen in seiner Heimat Griechenland mit Studien und Veröffentlichungen über das Haschisch [1933], die später in seine ebenfalls noch heute lesenswerte Monographie über die "Haschischsucht" [1939, 2. Auflage 1972] einmündeten. Die damals geführten Diskussionen sind teilweise nur noch von begrenztem und historischen Interesse und bleiben einer separaten Darstellung vorbehalten.

Auch in Ländern wie der Türkei, Afghanistan, Pakistan und dem Libanon sowie in Nordafrika ist der Cannabiskonsum in weiten Bereichen gang und gäbe. In Nepal gab es noch in den 80er Jahren offizielle Geschäftslokale, in denen Haschischzubereitungen in verschiedenen qualitativen Abstufungen zu geringen Preisen von jedermann erworben werden konnten. In Pakistan und Indien ist es leicht, Haschisch zu erwerben. Die Hauptquellen für das in der Bundesrepublik Deutschland und in anderen westlichen Ländern auf dem Markt befindliche Haschisch sind der Libanon, die Türkei, Afghanistan und Pakistan, daneben aber auch nordafrikanische Länder, vor allem Marokko.

Das Alkoholverbot des Islam scheint die weite Verbreitung des Cannabis zusätzlich gefördert zu haben, wie sich auch bei den heutigen, meist jugendlichen Haschischkonsumenten zeitweise eine Abwendung vom Alkohol ergeben hat.
  • jvfg-cham.de:

    Ein Mann kommt nach seinem Tod zu Petrus. Petrus fragt ihn: "Wo möchtest du hin? In den Himmel oder in die Hölle?" Der Mann ist erfreut: "Das kann man sich aussuchen? Wunderbar! Könnte ich mir Himmel und Hölle ansehen, bevor ich mich entscheide?" Petrus stimmt zu. Beide steigen in den Aufzug und fahren zunächst nach oben: Harfenmusik empfängt sie, ein Tisch ist festlich gedeckt, weiß gekleidete Menschen laufen umher, die Stimmung ist entspannt und friedlich... "Gar nicht übel", denkt der Mann, möchte aber auch noch die Hölle sehen. Sie steigen also wieder in den Aufzug. Als sich unten die Tür öffnet, steht er in einer überfüllten Kneipe mit fetziger Musik, wenig bekleidete Damen bedienen die grölenden Männer, Alkohol fließt in Strömen! "Klasse Stimmung!", denkt der Mann und verkündet Petrus seine Entscheidung: "Hier werde ich bleiben!" Da packt ihn der Teufel und wirft ihn in einen Feuerofen. "He", ruft der Mann, "ich wollte in die Kneipe, nicht hierher!" Da sagt der Teufel zu ihm: " Die Kneipe? Das ist nur unsere Werbeabteilung!" => Langzeitschäden von Alkohol und THC im Vergleich !

Einen unterhaltsamen Abriss der Geschichte des Cannabiskonsum von der Frühzeit und über alle Kulturen hinweg gibt Abel [1980]. Über die Verhältnisse in der Türkei hat Özek [1972], über die in Ägypten Soueif [1979] und über die marokkanischen Verhältnissse Benabud [1957] berichtet. Zusammenfassende Angaben über die Haschischsituation im Ausland bis in die 70er Jahre bringt Woggon [1974].

1.2 USA

In den Vereinigten Staaten begann ein eigentliches Mariuhanaproblem in den 30er und 40er Jahren. Die weite Verbreitung des Konsums dieser Droge führte 1944 zur Erstellung des so genannten La-Guardia-Berichts über "Das Marihuanaproblem in New York". Darin wird u.a. festgestellt, dass Marihuanakonsum zur Toleranzentwicklung und zur Notwendigkeit der Dosissteigerung führt. Zugleich kommen die Autoren zu dem Ergebnis, Marihuana führe nicht zu geistiger und physischer Zerstörung, wenn es in relativ geringer Dosierung konsumiert werde. Durch neuerer ist der methodisch angreifbare Bericht mittlerweise in wesentlichen Punkten korrigiert worden. Bis heute ist der Cannabiskonsum in den Vereinigten Staaten jedoch ein Problem geblieben. Die in staatlichem Auftrag erstellten Berichte über "Marihuana und Gesundheit" (1971-1980) können als wesentliche Erkenntnisquellen über Wirkung und Gefährlichkeit des Marihuanas gelten.

1.3 Europa

Im mittelalterlichen Europa findet sich der wahrscheinlich erste Hinweis auf die Wirkungen der Inhaltsstoffe des Hanfes in dem Buch der Hildegard von Bingen (1098-1179), die ihn zur lokalen Behandlung von Geschwüren und Wunden empfiehlt. In den Kräuterbüchern des Dioskorides und des Leonhard Fuchs finden sich Beschreibungen und Abbildungen des Hanfes. Dioskorides unterscheidet zahmen und wilden Hanf.


(Seiten 6 bis 7 nicht Teil dieser Buchvorschau)
Über die Konsumverhältisse und die Zubereitungsformen von Cannabis in Persien berichtet Anwari-Al Hosseyni [1982] mit vielen Einzelheiten. Über den arabischen-orientalischen Raum berichtet Saleh, dass der Konsum von Cannabis weit verbreitet sei, da der Islam dies nicht ausdrücklich verbiete, wenn die Schriftgelehrten es auch nicht ausdrücklich erlaubten. So sei der gelegentliche Konsum kleinerer Mengen von Cannabis auch sozial durchaus toleriert. Hingegen gelte ein regelmäßiger Missbrauch größerer Dosen des Rauschmittels als Laster.

Längerfristiger Konsum habe einen sozialen Abstieg zur Folge, die Arbeitsfähigkeit werde beeinträchtigt, die Abhängigen bezweifelten bald die Notwendigkeit jeder Erwerbstätigkeit, sie vernachlässigen soziale Verpflichtungen und Bindungen, und schließlich komme es zur Verwahrlosungserscheinungen im weiteren Verlauf der Abhängigkeitsentwicklung. Darin liege eine Ursache der "niederen sozialen und wirtschaftlichen Produktivität einer bedeutenden Bevölkerungsgruppe im Orient" [Saleh 1982].
  • Auflistung möglicher persönlicher sozialer Degenerationserscheinungen (Früh- und Spätstadium + Intensität + Dauer)
Du Toit leitete die Bezeichnung Cannabis vom arabischen "kinnab" ab, das Linne für seine Bezeichnung verwendet habe. Hingegen meint Emboden [1982], die Benennung leite sich vom semitischen "kaneh" für Schilfrohr und "bosom" für wohlduftend, Duft ab.

Den alten Ägyptern war zwar der Schlafmohn, nicht aber das Cannabis, ebenso nicht den Juden. Hingegen scheinen die Karthager Kenntnisse der Cannabisgewinnung besessen zu haben.

Durch die Feldzüge der Araber im 9.-12. Jahrhundert wurden Cannabiszubereitungen auch in den nordafrikanischen Ländern bekannt, während ihr Gebrauch im mauritansichen Spanien nie Fuß fassen konnte.

Mit der spanischen Conquista im 16. Jahrhundert kam die Hanfpflanze offenbar auch nach Süd- und Mittelamerika. Dort wird sie noch heute in großem Umfang zur Mariuhanagewinnung angebaut, wobei Kolumbien und Mexiko die Hauptlieferanten des Mariuhanas für den Markt in den Vereinigten Staaten sein dürten.

Auch in schwarzafrikanischen Ländern ist der Konsum von Cannabis weit verbreitet, hierüber existieren vor allem Berichte aus Nigeria [Boroffka], aber auch aus dem südlichen Afrika [Du Toit]. Danach wurden Cannabis schon vor der Ankunft weißer Siedler in Südafrika 1652 von den dort ansässigen Stämmen als bewußtseinverändernde Droge gebraucht. Es ist jedoch durch indische und arabische Händler wahrscheinlich im 11. und12. Jahrhundert über Ägypten entlang der afrikanischen Ostküste nach Südafrika gelangt und wurde auch Zentral und Westafrika gebracht. Heute sind Gambia und Nigeria zu nennen, von wo aus immer wieder Haschisch nach Deutschland importiert wird.
  • Umschlagsorte: eher am Mittelmeer (z.B. Marseille, Cote d'Azur, Spanien, Italien) gelegen oder doch größere Häfen wie Rotterdam und Hamburg ?
  • wird Deutschland aufgrund des Verbots des Anbaus selbst für Eigenbedarf zu einem Importland (s.a. zunehmende Schwierigkeiten des US-amerikanischen Zolls in Grenzgebieten) => Drogen werden immer entlang eines Gradienten geschmuggelt, dort wo die Bürger mehr Geld haben, dorthin wird auch geliefert !
Dabei spielt - regional unterschiedlich - eine rituelle Einbindung des Konsums gerade in den afrikanischen Ländern eine ausgeprägte Rolle [s.h.a. Stringaris 1972, sowie die ältere Darstellung von Lewin 1927, 1980]
In Indien spielt es vor allem eine Rolle als Genussmittel. Bei Festen wird es geraucht, mit Süßspeisen vermischt gegessen und auch Getränken zugesetzt [Moser-Schmitt 1982]. Ein mehr als mäßiger, kontrollierter Konsum führt nach Überzeugung vieler Inder zu körperlichem und sozialem Niedergang.

Im Schiwa-Kult und bei anderen Ritualen spielt der Cannabiskonsum weiterhin eine Rolle. In der religiösen Tradition und im Volksglauben hat der Cannabiskonsum weiterhin eine feste und tief verwurzelte Bedeutung [Moser-Schmitt 1982]. Schon im 15. und 16. Jahrhundert wurden die wesentlichen Wirkungen von Haschischinhaltsstoffen in verschiedenen indischen Schriften zutreffend geschildert: Danach bringt es Freude, nimmt die Angst, führt zum Lachen, wirkt anregend, steigert die geistigen Kräfte und ist ein allgemeines Lebenselexier. Bis heute gehört Indien zu den Stammesländern des Haschischgebrauchs, und dort ist es noch heute relativ leicht zu erwerben.

Vom alten Indien ging die Kenntnis des Cannabis als Heil- und Rauschmittel nach dem alten Persien und nach Assyrien über. Sie kann sich aber auch dort um 800.Chr. eigenständig entwickelt haben. Die Assyrer nannten die Pflanze möglicherweise "Kunapu", und man vermutet, dass sich aus dieser Wortbildung unsere Bezeichnung "Cannabis" ableiten könnte. Keilschrifttexte belegen den Gebrauch pflanzlicher Stoffe zu Heilzwecken, aber einzelne verwendete Substanzen lassen sich im assyrischen Bereich nicht sicher identifizieren. Alleinige Verwendung einer Pflanze oder von Teilen einer Pflanze zur Rauscherzeugung ist nicht belegt, weder der Medizinalpflanze Azulla noch der Pflanze Kunnapu, deren Identitätmit Cannabis sativa nicht feststeht [Farber, 1982]
  • Kunapu + Azulla
Der Autor gibt weitere Quellen an, die die frühe pharmazeutische Verwendung von Cannabiszubereitungen belegen können, wobei aber Verwechslungsmöglichkeiten mit Nachtschattengewächsen und Lein eingeräumt werden. Ein von ihm zitiertes frühes chinesisches Werk erwähnt die Anwendung von Cannabis bei schwerem Erbrechen, eine heute (wieder) diskutierte mögliche Indikation zur therapeutischen Verwendung von Cannabisinhaltsstoffen (s.Kapitel. 10.9.)

Von China aus scheint die Pflanze dann um 800 v.Chr. nach Indien gelangt zu sein, wo sie wegen der rauscherzeugenden Wirkung ihrer Inhaltsstoffe in bestimmte Kulthandlungen einbezogen wurde. Als Bhang nahm sie bald einen festen Platz unter den Heil- und Rauschmitteln des indischen Subkontinents ein. Die Hindus benutzen es als Medikament gegen Lepra, Durchfall und Fieber. Auch als Beruhigungs-, Schmerz- und Hustenmittel fand es Verwendung. Mit dem Aufkommen des Islam trat die pharmazeutische Verwendung gegenüber der als Rauschmittel immer stärker in den Hintergrund. In der letztgenannten Funktion übernimmt es bis heute einen festen Platz im Leber vieler Orientalen ein.
Jettmar [1982] geht davon aus, dass der Rauch von Hanfsamen nicht nur bei den Skythen, sondern auch bei anderen Steppenvölkern Mittelasiens zur Raucherzeugung verwendet wurden und dass die Kenntnis dieser Wirkung aus China stammt. Er setzt sich nicht mit dem Widerspruch auseinander, wonach Hanfkörner, also die Samen der Hanfpflanze, praktisch kein THC, also keinen psychotropen Wirkstoff enthalten, obgleich er das pharmakologische Handbuch von Goodman und Gilman [1975] zitiert.
  • früher fand man in den "packs" hin und wieder Samen, heute sind sie fast so gut wie nicht darin enthalten
Auch in der Odysee werden psychotrope Mittel erwähnt. Ob bei den Orakeln der Pythia Kohlenmonoxiddämpfe aus einer Spalte aufstiegen oder psychotrope Substanzen verwendet wurden, ist offenbar ebenfalls ungeklärt. Sowohl in Indien als auch in Mittelamerika sollen Menschenopfer teilweise unter der Wirkung von Cannabis gestanden haben, als man sie den Göttern darbrachte.

Den Chinesen war die Pflanze möglicherweise schon 2.700 v.Chr. zumindestals Heilmittel gegen verschiedene Krankheiten bekannt. Andere Autoren [Li 1974; Harris et al. 1977] meinen hingegen, Cannabis sei in China erst im 2. nachchristlichen Jahrhundert als Heilmittel bekannt gewesen. Festzustehen scheint indessen, dass der chinesische Kaiser Shen-Nung 2.737 v.Chr. nach seiner später schriftlich fixierten Überlieferung das Cannabisharz zur therapeutischen Anwendung bei Beri-Beri, Verstopfung, Frauenleiden, Gicht, Malaria, Rheuma und "Geistesabwesenheit empfahl [Emboden, 1982]
  • ... das größte Frauenleid, das ich kenne, nennt sich "Frau am Steuer" ...