Donnerstag, 20. September 2007

Die Korrelation von Öl und Aktien

von Daniel Wilhelmi

Ich melde mich heute am Dienstag bei Ihnen, hoffe aber trotzdem, dass Sie ein schönes Wochenende hatten. Zum Ende des Sommers kam die Sonne ja immerhin noch mal etwas zum Vorschein. Eines ist mal ganz klar: Wer nach dem warmen Winter und dem dafür verregneten Sommer noch behauptet, dass der Klimawandel kein Problem sein, der glaubt auch, dass der 1. FC Köln deutscher Fußballmeister werden kann (Oh Moment, ich glaube dass…).

Das Wetter führt uns direkt zu meinem heutigen Thema: Der Korrelation von steigenden Ölpreisen zur Aktienkursentwicklung. Wie Sie sicher wissen, gab es lange Jahre die These, dass ein steigender Ölpreis schlecht für Aktien sei. Die Begründung: Durch einen steigenden Ölpreis erhöhen sich die Kosten für die Unternehmen, was die Gewinnentwicklung der Unternehmen belastet. Zudem werden bestimmte Produkte durch einen gestiegenen Ölpreis für den Konsumenten unattraktiver (bekanntestes Beispiel: Auto oder Fluglinien), was in manchen Branchen zu Umsatzrückgängen führt.

So weit die Theorie. Doch die letzten 3 Haussejahre habe ein völlig anderes Bild gezeichnet. Obwohl der Ölpreis in den letzten Jahren massiv angestiegen ist und heute über 71 US$/Barrel notiert, haben die weltweiten Aktienmärkte eine beeindruckende Rallye hingelegt. Nach der Theorie hätte dies eigentlich nicht sein können. Das war einer der Gründe, warum viele Aktienexperten zu bärisch für den Markt waren. Aber in den letzten Jahren sind sowohl der Ölpreis als auch der Aktienmarkt parallel massiv angestiegen. Ich gebe zu, dass auch ich die Weisheit nicht mit Löffeln gegessen habe und lange gebraucht habe, bis ich die Entwicklung verstanden habe. Aber inzwischen ist bei mir der Groschen gefallen.

Der Grund liegt darin, dass die alte Theorie unvollständig ist. Es fehlt eine Variable. Und die fügen wir heute ein. Die Theorie muss vollständig lauten: Ein steigender Ölpreis ist JE NACH DER LAGE DES GLOBALEN WIRTSCHAFTSWACHSTUMS für die Aktienmärkte negativ (der neue Teil ist groß geschrieben). Das ist der entscheidende Zusatz, den die Experten und auch ich lange übersehen haben.

Der steigende Ölpreis wird die Unternehmen noch belasten

Natürlich hat der steigende Ölpreis negative Effekte auf die Geschäftsentwicklung. Aber die Gewinne sind in den letzten Jahren durch die boomende Weltwirtschaft einfach noch stärker gestiegen als die Belastungen durch den Ölpreis. Das ist einer der Gründe, warum Öl und Aktien steigen konnten. (Zwei weitere Gründe sind, dass Rohstoffe als Anlageklasse entdeckt wurden und das die Liquidität nach den massiven Zinssenkungen in den Industrieländern und dem Aufstieg der Emerging Markets massiv zugenommen hat.)

Aber bleiben wir bei dem ersten Grund: Was wir aus den letzten 3 Jahren lernen können ist: Aktien und Öl können sehr wohl parallel ansteigen, wenn die Wirtschaft robust wächst und dadurch die Gewinnsteigerungen höher sind als die Verluste durch die steigenden Ölpreise.

Diese Entwicklung hat nun aber dazu führt, dass nun viele Experten behaupten, dass die Korrelation zwischen einem steigenden Ölpreis und deshalb fallenden Aktien keine Gültigkeit mehr hat. Und das stimmt eben natürlich auch nicht. Natürlich hat die These noch Gültigkeit – und dass werden wir bei einer Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums zu spüren bekommen.

Denn wenn sich die Wirtschaftsdynamik verlangsamt und die Gewinndynamik nachlässt, dann wird ein weiter steigender Ölpreis wesentlich stärker auf die Gewinne durchschlagen als es bisher wahrgenommen wird. Das wird dann auch einer der Gründe sein, warum ich davon ausgehe, dass die Hausse so nicht weiterläuft, sondern in eine Seitwärtsbewegung übergehen wird.

Die Korrektur ist noch nicht vorbei

von Daniel Wilhelmi

Die Märkte sind der unkalkulierbar. Das sage ich Ihnen ganz ehrlich. Ich habe heute in Telefonkonferenzen mit verschiedenen kompetenten Kollegen wie Jochen Steffens, Volkmar Michler oder Michael Vaupel telefoniert. In einem sind wir uns alle einig: Es ist unmöglich zu prognostizieren, wie es kurzfristig an den Börsen weitergeht. Denn es gibt eine große Blackbox im Markt: Die Hedge Fonds.

Niemand weiß, was hier noch für Schieflagen schlummern und deshalb lässt sich der Markt nicht prognostizieren. Das Problem ist, dass die Hedge Fonds einen Dominoeffekt auf die Märkte könnten. Denn wenn Anleger ihre Fondsanteile verkaufen oder die Hedge Fonds ihre Kredite bedienen müssen (was noch problematischer ist), dann müssen sie gnadenlos verkaufen, um sich Liquidität zu besorgen.

Ganz egal, wie die Märkte stehen und ganz egal wie überzeugt die Manager eigentlich von einer Aktie oder einem Land sind. Diese Entwicklung ist gefährlich. Das sage ich Ihnen ganz ehrlich. Die Subprime-Krise war es nicht. Aber wenn diese Kreditkrise auf die Hedge Fonds überschwappt, dann ist das in der Tat eine Gefahr für die Märkte.

Was sollte man in dieser Situation also machen? Die Korrektur ist meiner Meinung nach noch nicht vorbei. Viele Indizes, auch in den Emerging Markets, haben inzwischen saubere Abwärtstrends ausgebildet. Es sind Abwärtstrends in Bullenmärkten, aber es sind Abwärtstrends. Es sieht für mich so aus, als ob wir zumindest noch eine Abwärtsbewegung im Markt haben. Was danach kommt ist schwierig zu sagen. Es könnte eine Baisse geben, aber ich tendiere eher zu einer volatilen Seitwärtsbewegung für die etablierten Märkte sowie die großen Emerging Markets.

Wie Sie Ihr Depot umbauen können

Wie verhalten Sie sich also richtig? Es ist definitiv an der Zeit, Gewinne mitzunehmen, wenn Sie es nicht schon längst getan haben. Ihr Depot sollte jetzt auf keinen Fall bis zum Anschlag mit Long-Engagements in Mainstream-Werte gefüllt sein. Ich schreibe extra „Mainstream“-Werte und nicht Blue Chips. Denn auch eine kleinere Conergy oder Arques gehören zu den populären Werten, und werden auch von einer ausgeprägten Korrektur getroffen. Auch wenn es keine schweren Blue Chips sind. Welche Werte wählt man am Besten aus? Zuerst immer die hoch bewerteten Aktien. Eine Goolge ist jetzt z.B. besonders anfällig, da sie sehr hoch bewertet ist.

Neben dem Verkauf solcher Positionen bietet es sich an, zur Absicherung der verbliebenen Positionen einige Puts auf Aktien oder Indizes oder Calls auf den Bund-Future ins Depot
aufnehmen. Damit werden die bestehenden Positionen abgesichert. Für den Wall Street Radar sind wir zum Beispiel jetzt in einen Euro-Call eingestiegen, der nach nur einem Tag trotz fallender Märkte bereits über 10% vorn liegt (für Informationen dazu klicken Sie hier ).

Ich persönlich setze in solchen Phasen gerne auch auf kleine Werte oder Exotenbörsen aus der 3. und 4. Reihe der Emerging Markets, die nur eine niedrige Korrelation mit den Gesamtmärkten aufweisen. Hier gibt es immer wieder Werte, die unabhängig von den Märkten ansteigen.

Psychologisch wichtig ist für Sie, dass Sie nun aus der „Hausse-Gedankenstruktur“ herauskommen. Sprich: Im Moment herrscht noch die einhellige Meinung: Wir sind in einem Bullenmarkt. Ich kaufe in jeder Korrektur, denn danach geht es immer wieder aufwärts. Das hat in den vergangenen 3 Jahren immer funktioniert. Stimmt. Hat es auch. Aber das waren die vergangenen 3 Jahre und die sind vorbei. Jetzt müssen wir uns möglicherweise auf eine neue Situation einstellen. Aber auch die ist zu meistern.

US-Geothermie-Aktie vor dem Durchbruch

von Volkmar Michler

Gibt es Aktien, die der negativen Stimmung an den Märkten trotzen zu können? Ja, es gibt sie, aber da muss man schon sehr lange suchen. Eine dieser Aktien haben wir aktuell im Taipan-Depot. Ein kleines amerikanisches Geothermie-Unternehmen, das jetzt vor dem Durchbruch steht.

Denn Anfang August hat das US-Repräsentantenhaus mit 241 zu 172 Stimmen eine Gesetzesvorlage auf den Weg gebracht, welche die massive Förderung von erneuerbaren Energien wie Wind, Solar und Geothermie vorsieht. Ziel ist, bis zum Jahr 2020 insgesamt 15% der Elektrizität aus eben solchen Quellen zu erzeugen. Und jetzt kommt es: Im gleichen Atemzug und ebenfalls mit einer überzeugenden Mehrheit von 221 zu 189 Stimmen wurde eine weitere Gesetzesvorlage gebilligt, welche die mithilfe der Bush-Administration in 2005 eingeführten Steuererleichterungen für die Ölindustrie im Umfang von 16 Milliarden US$ rückgängig macht.

Und Sie ahnen es: Ein großer Teil dieser frei werdenden Gelder soll in erneuerbare Energien fließen. US-Präsident Bush dürfte wird sich wohl kräftig verschluckt haben, als er diese Neuigkeiten gehört hat. Und so hat er bereits – fast schon erwartungsgemäß – in beiden Fällen sein Veto gegen die Umsetzung der Gesetzesvorlagen angekündigt.

Doch es wird ihm nichts helfen: Seine Tage im Weißen Haus sind gezählt. Und auch wenn die USA als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten gilt, scheint die Chance äußerst gering, dass im Januar 2009 ein neuer US-Präsident das Weiße Haus betritt, der ähnlich eng mit der Ölindustrie verbandelt ist wie Bush. Auch wenn es vielleicht noch ein wenig dauern wird – die Chancen für Ormat stehen gut, verstärkt von öffentlichen Geldern zu profitieren.

Von Null auf 100

Mehr Geld, ein freundliches politisches Klima, hohe Strompreise und technologische Fortschritte: Der gesamte Geothermie-Sektor in den USA hat endlich die Chance, ihr Mauerblümchenimage hinter sich zu lassen und dieselbe Aufmerksamkeit zu erfahren wie Windkraft und Solarenergie. Der Anfang ist bereits gemacht, denn die Investitionen in geothermische Anlagen haben sich in den USA in den beiden letzten Jahren vervierfacht – von null US$ in 2001 über 26 Mio. US$ in 2004 auf 100 Mio. US$ in 2006. Ganz wichtig: Ein Großteil dieses Geldes ist Risikokapital, das von institutionellen Anlegern in der Hoffnung auf lukrative Geschäfte in die Geothermie gepumpt wird.

Und da der Sektor noch sehr klein ist – so Paul Ferreri, Energie-Portfoliomanager beim Investmentunternehmen McClurg Capital – bietet er entsprechendes hohes Wachstumspotenzial. Das zeigt auch eine Studie des Massachusetts Institute of Technology. Sie prognostiziert, dass die Geothermie in den USA bis zum Jahr 2050 bis zu 100.000 Megawatt (MW) der Stromerzeugung leisten könnte. Das wären 10% des momentanen us-amerikanischen Stromverbrauchs. Heute liegt der Geothermie-Anteil bei der Stromerzeugung gerade einmal bei 3.000 MW – das sind kaum merkliche 0,3% des derzeitigen Stromverbrauchs.

Mit unserer Geothermie-Aktie sind Taipan-Leser bereits jetzt schon am Start (für weitere Infos dazu klicken Sie hier ) und können von dieser Entwicklung profitieren. Denn die Rahmenbedingungen haben sich weiter verbessert, neue, langfristige Stromeinspeiseverträge sind abgeschlossen.

Mit Wasser weiter gewinnen

von Volkmar Michler

Auf das Thema Wasser hatte ich Sie hier im Profit Radar schon öfter hingewiesen. Deshalb heute in aller Kürzer ein Nachtrag. Obwohl Wasser einer spannensten Megatrends der nächsten Jahre ist, ist die Zahl der Fonds und Zertifikate im Vergleich zu anderen Branchen noch recht überschaubar.

Investments haben sich in den letzten Jahren aber schon bezahlt gemacht. Vor allem weil sie sehr breit gestreut sind, bieten sie für global orientierte Anleger ein spannendes, aber gleichtzeitig risikoärmes Investment. Vor allem, wenn Sie dies mit anderen Rohstoff-Fonds- und Zertifikaten vergleichen.

Trotz dieser Vorteile sollten Sie nicht Ihre komplette Altersvorsorge darauf aufbauen, Wasser-Fonds- und Zertifikate eigenen sich weiterhin nur als Depotbeimischung.

Neben den bekannten Fonds SAM Sustainable Water Fund (ISIN LU0133061175), Picet Funds Water (ISIN LU0255980327) eigenen sich dafür unter anderem auch KBC Eco Water (ISIN BE0175479063), Wasser-Basket Zertifikat (AT000455290), Welt-Wasser Zertifikat (DE000ML0BEC6) und das Wasser-Index-Kapitalschutz-Zertifikat (ISIN DE000AAF6K5).

Achten Sie darauf, dass Fonds teilweise hohe Ausgabeaufschläge haben. Diese können aber durch eine ganze Reihe von Discountbrokern wie zum Beispiel Cortal Consors reduzieren. Zusätzlich können jährliche Managementgebühren anfallen, was auch für die Zertifikate gilt.

Doch keine schwarzen Fonds?

Sie haben in einen Fonds investiert, der seinen Sitz im Ausland hat und in Deutschland nicht zum Vertrieb zugelassen ist? Dann können Sie jetzt aufatmen. Denn bei diesen Investmentfonds – genannt auch schwarze Fonds – mussten Sie in der Vergangenheit eine Pauschalsteuer bezahlen. Und zwar auch dann, wenn der Fonds keine Erträge erwirtschaftet hat.

Das Finanzgericht Köln hat jetzt entschieden, dass die Reglung eindeutig diskriminierend ist und klar EU-rechtswidrig sei. Demnach müssten die Besitzer solcher Fonds nur die Zinsen und Dividenden versteuern. Bei offenen Fällen, die noch vor dem Jahr 2004 liegen, können Sie sich gegen die in der Vergangenheit diskriminierende Praxis wehren.

Allerdings sollten Sie nicht auf eigene Faust machen, sondern nur mit Hilfe eines Steuerberaters.

2 Investmentsfonds, die das Thema Wasser abdecken

von Volkmar Michler

Ich komme noch mal zurück auf das Thema Wasser.

Es gibt auch kleinere, schlagkräftige Unternehmen mit überzeugenden Geschäftskonzepten, die sich konsequent in Wachstumsmärkten positioniert haben. Zum Beispiel in diesen Bereichen: Verbesserung der Wasserqualität, Abwasserreinigung, Wasserversorgung in geografisch interessanten Regionen, zum Beispiel in der Karibik und den Kaiman Inseln, Lagerung und Transport von frischem Wasser, Wassertanks zur preiswerten Selbstversorgung und Wasser-Filtrationsanlagen.

Als Alternative zu Investments in Einzelaktien bieten sich auch Fonds, die wir ebenfalls vor Jahren in Taipan vorgestellt haben: Picet Water Fund (ISIN LU0104884860) sowie SAM Sustainable Water Fund (ISIN LU0133061175).

Und es könnte noch wesentlich mehr werden. Denn das, was für uns selbstverständlich ist, nämlich den Wasserhahn aufdrehen und frisches Wasser zu bekommen, wird immer teurer und in vielen Teilen der Erde immer knapper. Hans Peter Portner, der Fondsmanager vom Picet Water Fund: „Die Nachfrage wächst doppelt so stark wie die Weltbevölkerung, der Gesamtverbrauch hat sich seit 1900 verneunfacht. Wasser entwickelt sich immer mehr zum Megathema dieses Jahrhunderts.“

Wassernachfrage wächst doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung

Ähnlich sieht es auch der Manager des SAM Sustainable Water Fund, Dieter Küfer: „Auch die veraltete Infrastruktur in vielen europäischen und amerikanischen Städten macht den Sektor attraktiv. Allein in den USA ergibt sich für die nächsten 20 Jahre ein Investitionsbedarf von 1.000 Mrd. US$. Dies liegt daran, dass die Modernisierung von Leitungen immer wieder aufgehoben wird.

Natürlich können Sie beim Wasser keine ähnliche Entwicklung erwarten wie beim Ölpreis. Denn im Gegensatz zu Öl ist Wasser nicht endlich. Dafür verschlechtern sich aber die Verfügbarkeit und die Qualität in vielen Gebieten immer weiter. Nehmen Sie zum Beispiel die seit Monaten anhaltende Dürre in Südspanien, die bereits zu Konflikten zwischen einzelnen Regionen geführt hat. Während der sattgrüne Norden Spaniens kaum Probleme hat, verschärft sich die Wüstenbildung im Süden immer weiter. Mit fatalen Folgen für die Landwirtschaft. Hinzu kommt, dass die Wassernachfrage in Spanien jährlich um 13% steigt.

Pakistan – Zwischen Fundamentalismus und Wirtschaftsaufschwung

von Daniel Wilhelmi

Wie Sie vielleicht mitbekommen haben, toben derzeit in Pakistan schwere Unruhen. Dabei geht es um Kämpfe zwischen militanten Koranschülern und der Polizei um die Rote Moschee in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Angeblich bis zu 2.000 aufgeheizte Islamnisten halten sich dort verschanzt und liefern sich Gefechte mit der pakistanischen Polizei.

Warum ist das für Sie wichtig? Nun, die radikalen Anführer wollen aus Pakistan einen islamischen Staat ähnlich dem alten, von den Taliban regierten Afghanistan machen. Das zeigt Ihnen, wie verzwickt die Lage in Pakistan ist. Dabei handelt es sich bei Pakistan um ein N-11-Land und in Emerging Markets-Kreisen gilt das Land als einer der Geheimtipps. Auch von mir. Tatsächlich ist Pakistan ein Land, bei dem Emerging Markets-Pioniere das Wasser im Mund zusammenläuft. Denn Pakistan ist unter den großen Emerging Markets (gemessen an der Einwohnerzahl) einer der wenigen weißen Flecke auf der Investment-Landkarte außerhalb des afrikanischen Kontinents.

Der indische Nachbar fristet in der Wahrnehmung der Anleger noch ein völliges Schattendasein. Nehmen wir beispielhaft die Börsenlistings an der Börse Berlin-Bremen, dem Spezialisten für exotische Aktien in Deutschland. An der Berliner Börse sind gerade mal 2 pakistanische Aktien gelistet. Zum Vergleich: Aus dem direkten Nachbarland Indien sind 28 Werte gelistet. Bei Indonesien (seines Zeichens ebenfalls ein N-11-Land wie Pakistan) sind es sogar 89 Aktien.

Hohes Wirtschaftswachstum und eine riesige Bevölkerung

Der Grund für das Schattendasein Pakistans ist in der Wirtschaftshistorie und den politischen Unsicherheiten zu finden. Darauf gehe ich nächstes Mal ein. Hier möchte ich Ihnen vielmehr aufzeigen, warum Pakistan als ein Geheimtipp gehandelt wird.

1. Das Land hat zwar große politische Probleme mit radikalen islamischen Bewegungen innerhalb der Bevölkerung. Aber volkswirtschaftlich besitzt Pakistan einige der besten marktwirtschaftlichen Gesetzgebungen überhaupt. So startete man ab 2003 eines der progressivsten Privatisierungsprogramme in Asien, bei dem sich ausländische Investoren sogar bis zu 100% an pakistanischen Unternehmen beteiligen können. Das sind Raten, von denen Investoren in China oder Vietnam nur träumen. Solche progressiven Initiativen erhöhten das Vertrauen ausländischer Investoren und sorgten für eine Steigerung der ausländischen Direktinvestitionen.

2. Als Folge der Liberalisierung der Wirtschaft kann das Land von einem niedrigen Niveau aus (was ja bei einem Geheimtipp normal ist) ein dynamisches Wirtschaftswachstum aufweisen, dass dem bekannteren Nachbarn Indien in nichts nachsteht. In 2005 lag das Wirtschaftswachstum bei starken +8,4% und in 2006 bei 6,6%. Für die nächsten Jahre wird mit einem konstant hohen Wachstum um 7,0% gerechnet.

3. Im Gegensatz zu Indien ist die Börsenbewertung in Pakistan jedoch sehr günstig. Mit einem KGV von ca. 11 ist der pakistanische Markt deutlich günstiger als die Börse des indischen Nachbarn (KGV von ca. 20). Damit ist Pakistan trotz seines extrem hohen Wachstums eine der günstigsten Börsen in Asien.

4. Das große Ass im pakistanischen Ärmel ist aber natürlich die Bevölkerung - und das sich daraus langfristig entwickelnde Binnenmarkt-Potenzial. Wenn Sie mein neues Buch „Unentdeckte Chancen“ gelesen haben, dann wissen Sie, dass ich begeistert von dem Potenzial des vietnamesischen Binnenmarktes bin. Denn mit 84 Mio. Vietnamesen ist der Tigerstaat so groß wie Deutschland. Nun: Pakistan hat 164 Mio. Einwohner (!) und ist damit mal eben so groß wie Vietnam und Deutschland ZUSAMMEN! Und nicht nur das: Die Bevölkerung ist unglaublich jung. Das Durchschnittsalter in Pakistan liegt bei 21! Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter in Deutschland liegt bei 43. Gepaart mit einem ultra-niedrigen BIP-pro-Kopf von 750 US$ eröffnet sich hier für Emerging-Markets-Pioniere eine gewaltige Chance. Aber eben nur für Pioniere. Aufgrund der politischen und gesellschaftlichen Risiken ist Pakistan aber nicht konservative Investoren geeignet. Mehr dann nächste Woche.

Für meinen Börsendienst, den Emerging Markets Radar, sind wir übrigens aktuell einem lupenreinen Pakistan-Wert investiert (für weitere Infos klicken Sie hier)

Hier investieren die Großanleger

von Daniel Wilhelmi

Letzten Donnerstag hatte ich Ihnen im Profit Radar beschrieben, dass der von mir sehr geschätzte Kollege Jochen Steffens und ich bei einem Essen gemeinsam herausgefunden haben, wohin das „Smart Money“ der amerikanischen Großinvestoren als nächstes ziehen wird: Es ist Japan. Und wie angekündigt, hier nun die Begründung.

Dafür müssen Sie sich aber von Ihrer Börsensituation als Privatanleger lösen und versuchen wie ein großer Vermögensverwalter zu denken. Die investieren Milliarden. Um mit solchen Summen seriös in einen Markt einzusteigen und Positionen aufzubauen, ohne selbst die Kurse zu treiben, muss der Markt sehr groß sein. Nehmen wir zum Beispiel Vietnam. So aussichtsreich ein Vermögensverwalter diesen Emerging Market auch finden mag: Er ist viel zu klein, als das er dort mit größeren Summen seriös investieren kann.

Für Vermögensverwalter kommen also nur die ganz großen Märkte in Betracht. Nun denken Sie wie ein Vermögensverwalter mit Milliarden-schweren Depots. Sie wissen, dass der DAX sich inzwischen in einer Übertreibungsphase befindet. Hier haben Sie in den letzten Jahren dick verdient und Ihren Kunden eine satte Outperformance beschert. Da brauchen Sie die letzten 10% bis 15% der Übertreibungsphase nicht mehr bis zum letzten Pünktchen voll auszureizen. Dieses Spielchen in der Übertreibungsphase überlassen Sie getrost den deutschen Anlegern.

Aber auch der US-Markt ist schon sehr gut gelaufen. Da findet sich bei den Blue Chips kaum noch ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Was bleibt da also noch übrig? Die Antwort: Japan. Denn dieser Markt ist groß genug und besitzt noch gewaltiges Nachholpotenzial. Während sich der Dow Jones auf Allzeithoch und der DAX knapp in Reichweite seiner Höchststände befindet, notiert der Nikkei immer noch über 50% unter seinem Allzeithoch.

Der Yen ist der Schlüssel

Doch dieses Nachholpotenzial ist nicht der entscheidende Punkt. Der Schlüssel liegt nämlich im Währungsverhältnis Yen-US-Dollar. Das ist das entscheidende Puzzleteilchen, dass Jochen und mir lange Zeit gefehlt hat. Und als wir es letzte Woche fanden und einsetzten, ergab sich plötzlich ein komplettes Bild, dass von vorne bis hinten Sinn macht.

Denken Sie wieder wie ein Vermögensverwalter. Als Vermögensverwalter wollen Sie so investieren, dass Sie bei möglichst vielen denkbaren Börsenszenarien auf der Gewinnerseite stehen. Sie wollen die Risiken so klein wie möglich halten. Und eben genau das ist bei einem Japan-Investment der Fall, wie Sie bei einer Analyse der folgenden Szenarien sehen:

Szenario 1: Durch den fortgesetzten Aufschwung der Emerging Markets geht die Rallye an den Weltbörsen weiter. Die Wirtschaft in den USA bleibt robust und übersteht die Krise am Immobilienmarkt. Die Rallye setzt sich fort. Für dieses Szenario müssen Sie natürlich investiert sein. Und genau das sind Sie, wenn Sie in Japan einsteigen. Dann sind Sie ja im Markt mit dabei, wenn die Hausse weitergeht. Sie stehen also auf der Gewinnerseite.

Szenario 2: In den USA kommt es durch die Immobilienkrise oder steigende Energiepreise oder eine sinkende Konsumnachfrage (die Gründe sind letztendlich zweitrangig) zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums. Das ist gar nicht gut für die stark gestiegenen amerikanische Aktien. Wenn Sie aber in japanischen Aktien investiert sind, dann haben Sie dieses Problem nicht.

Und jetzt kommt das entscheidende Puzzleteil ins Spiel: Dann kann die FED die Zinsen nicht anheben, sondern muss diese sogar senken. Das ist schlecht für den US-Dollar und bedeutet, dass der US-Dollar gegenüber dem Euro und dem Yen weiter fallen wird. Als Vermögensverwalter wissen Sie ja ohnehin, dass der Yen unterbewertet ist und es nur eine Frage der Zeit ist, bis der Yen ansteigt. Das wird dann auch die Carry-Trade-Welle ins Rollen bringen und den Yen weiter nach oben schrauben.

Wenn Sie dann aber als amerikanischer Investor in japanischen Aktien investiert sind, dann fahren Sie bei diesem Szenario satte Währungsgewinne ein. Selbst wenn der japanische Aktienmarkt sich überhaupt nicht verändert, weil die Rallye an den Weltbörsen zum Stillstand kommt - durch die Währungsgewinne im Yen gegen den US-Dollar verdienen Sie trotzdem. Eine Win-Win-Situation. Einfach brillant, nicht wahr? Ich werde morgen noch weiter darauf eingehen.

Rote Karte für die Türkei

von Volkmar Michler

Das hat gesessen. Der neue französische Präsident Nikolas Sarkozy hat aus seiner Abneigung gegen einen EU-Beitritt der Türkei nie einen Hehl gemacht. Jetzt zeigt der kleine Mann, der in Frankreich mit einer nie gesehenen Machtfülle ausgestattet ist, dass er auch umsetzt, was er meint. Spätestens nach der Vorstellung des neuen Kabinetts ist vielen Sarkozy-Kritikern klar geworden, dass man den neuen Präsidenten Frankreichs nicht unterschätzen darf.

Sarkozy hat jetzt mit seinem Veto Erfolg gehabt und durchgesetzt, dass keine Verhandlungen über den Komplex "Wirtschafts- und Währungsunion" aufgenommen werden. Dieser Bereich sei nur für spätere Vollmitglieder der EU relevant, heißt es zur Begründung. Mit anderen Worten: Wenn es nach Frankreich geht, wird die Türkei nie Mitglied der EU.

Aus Sicht der Türkei ist diese Entwicklung natürlich ärgerlich, überraschend kommt das aber nicht. Denn in der Türkei hat keiner ernsthaft damit gerechnet, dass es zu schnellen Beitrittsverhandlungen kommt. Dafür ist die Türkei einfach noch nicht weit genug. Insofern hat weder für die türkische Wirtschaft noch für die Börse die Beitrittsphantasie irgendeine Rolle gespielt. Oder anders ausgedrückt: Auch ohne EU-Beitritt bzw. Verhandlungen bestehen ja bereits enge Wirtschaftsverbindungen zur EU. Nach einem BIP-Wachstum von 6,1% wird das Wachstum aber in diesem Jahr deutlich auf 4,7% abkühlen. Es gibt Märkte wie Serbien und Kroatien, die deutlich schneller wachsen und die Daniel Wilhelmi in seinem Börsendienst Emerging Markets Radar vorgestellt. Spannend ist zum Beispiel ein Zertifikat, das beide Regionen abdeckt (für weitere Infos klicken Sie hier)

Türkische Wirtschaft kühlt sich ab

Die wirtschaftliche Abkühlung können Sie auch am Verlauf der türkischen Börse ablesen. Im Mehrjahres-Vergleich hat die ISE National 100 eine fantastische Performance hingelegt. Der Index hat sich von 10.500 Punkten Anfang 2003 bis jetzt auf 45.400 Punkte mehr als vervierfacht. Doch seit ein paar Monaten ist die Luft raus. Seit dem Hoch bei über 48.000 Punkten hat die ISE einen Abwärtstrend ausgebildet. Vielleicht nimmt die türkische Börse doch schon vorweg, was sich längst andeutet: Eine EU-Beitritt wird es, wenn überhaupt, vielleicht in 15 Jahren geben. Unabhängig davon gibt es natürlich gute Einzelwerte, zum Beispiel im Infrastrukturbereich, die interessant sind.

Der etwas andere Geheimtipp

von Daniel Wilhelmi

Wie Sie wissen, dreht sich beim Profit-Radar nicht immer alles nur um die Börse. Ob energiesparendes Passivhaus, der 1. FC Köln, praktischer Nutzen regenerativer Energien, Fußball, Islam-Diskussionen oder eine Brise Lebensphilosophien – wir glauben, dass genau diese Beimischungen das Besondere des Profit-Radars ausmachen. Denn staubtrockene Finanzinformationen können Sie überall haben. Wir sind der Meinung, dass es im Leben auch noch was anderes als Aktien, Zertifikate und Gewinnprozente gibt.

Deshalb lassen wir auch gerne zwischendurch mal ein Alltags-Thema einfließen. So wie heute. Heute stelle ich Ihnen einen etwas anderen Geheimtipp vor. Wohl jeder von Ihnen kennt die unglaublich erfolgreichen Bücher der Harry-Potter-Serie. Kein anderes Buch hat selbst die TV-verwöhnte Jugend in den letzten 20 Jahren so in ihren Bann geschlagen, wie die Geschichten des kindlichen Zauberers Harry Potter. (Nicht mal das Buch „Unentdeckte Chancen“ von Daniel Wilhelmi – wobei dieses Buch natürlich nur einen knappen 2. Platz belegt…)

Diesen Sommer steht nun der neue Harry Potter-Film bevor und das letzte Buch der Potter-Serie wird mit Hochspannung erwartet. Auf Deutsch erscheint der 7. und letzte Potter-Band übrigens am 27.10.2007.

Aber Sie kennen ja den Profit-Radar. Wenn alle über Harry Potter sprechen, dann ist das für uns schon längst ein alter Hut. Wir versuchen ja immer einen Schritt weiter zu schauen. Und deshalb erhalten Sie hier bereits heute den nächsten Geheimtipp nach Harry Potter. Der nächste große Hype nach Harry Potter soll in der Buchwelt das Buch bzw. die daraus folgende Serie „Tunnels“ (zu Deutsch: „Die Tunnel“). Zugegeben, dass ist ein etwas anderer Geheimtipp als Sie sonst im Profit-Radar lesen.

Der nächste Hype nach Harry Potter

Aber wenn Sie auf der Arbeit „super hipp“ sein wollen, oder möchten, dass Ihre Kinder in der Klasse zu den „coolen Leuten“ gehören, die immer die angesagtesten Sachen wissen, dann ist das genau die richtige Information für sie. Denn kein Geringerer als Barry Cunningsham, der gleiche Verleger, der damals als Erster das Potenizal von Harry Potter entdeckte, hat sich auch die Rechte an „Tunnels“ gesichert.

Zwei bisher völlig unbekannte Autoren Roderick Gordon und Brian Williams hatten „Tunnels“ in einem Eigenverlag selbst aufgelegt und in einem lokalen Buchladen vertrieben. Das Buch wurde ein Hit und Cunningham, der in der Kinderbuch-Branche für sein Aufspüren von Talenten berühmt ist, nahm die beiden Autoren sofort unter Vertrag. Nun soll „Tunnels“ ab diesem Herbst im großen Format die Zimmer der Kinder – und der Erwachsenen – erobern. So wie es davor Harry Potter getan hat. Tatsächlich befindet sich Cunningham nach Presseberichten derzeit in Hollywood und verhandelt bereits über die Filmrechte. Der Relaunch von „Tunnels“ ist übrigens für Juli 2007 anvisiert.

Wenn Sie also Ihre Arbeitskollegen mit ultra-aktuellem Wissen verblüffen wollen, dann wissen Sie jetzt, was wirklich „hipp“ werden wird: Harry Potter kriegt jetzt noch mal seine Show im Rampenlicht. Aber der jugendliche Zauberer war gestern. „Tunnels“ scheint das nächste „coole“ Buchereignis wird.

Worum geht es nun bei „Tunnels“? Nun, auch ich habe das Buch noch nicht gelesen. Aber es dreht sich um den 14jährigen Jungen Will Burrows, der als kindlicher Archäologe in London in einem Tunnel nach seinem verschwundenen Vater sucht und dabei auf eine geheimnisvolle Welt unterhalb von London stößt. Ich muss zugeben: Das klingt nach dem Story-Material aus dem Hits gemacht werden. Also: Machen Sie Ihrem Kind eine Freude und schenken Sie top-aktuell diesen Sommer ein englisches „Tunnels“-Buch (mir ist nicht bekannt, wann das Buch in Deutsch erscheint). Da schlagen Sie gleich 2 Fliegen mit einer Klappe: Ihr Kind lernt mehr Englisch und sie kriegen es vom TV weg.

Sorgen Sie für frischen Winder in Ihrem Depot

von Volkmar Michler

Wenn Sie sich die Kursentwicklung an den europäischen und amerikanischen Börsen in den letzten Tagen anschauen, müssen Sie feststellen, dass den meisten Anleger kräftig der Wind ins Gesicht weht. Die Wall Street hatte eine Zinssenkung erwartet, nun wird wohl eher das Gegenteil werden. Entsprechend massiv ist die enttäuschte Reaktion der Wall Street, die nun mehr schlecht als recht versucht, diese Enttäuschung „einzupreisen“.

Es gibt aber auch eine Möglichkeit, sich richtig frischen Wind ins Depot zu holen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Eine Analyse von Bloomberg hat ergeben, dass sich die Kurse von Windenergie-Aktien in den vergangenen 12 Monaten deutlich besser entwickelt haben als andere Energiewerte. Der Marktführer Vestas Wind Systems hat sich zum Beispiel mehr als verdoppelt.

Fondsmanager Bruce Jenkyn-Jones bei Impax in London rechnet in den nächsten 5 Jahren mit jährlichen Erträgen von 20% bei Windenergie-Aktien: „Windaktien werden sich in den nächsten 3 bis 5 Jahren besser entwickeln als Solarwerte oder Biotreibstoffwerte.“

Diese US-Wind-Aktie ist bisher noch nicht entdeckt worden

Mit die größten Wachstumschancen bieten sich dabei in den USA. Die US-Investmentbank JP Morgan Chase zum Beispiel, die ein Portfolio im Wert von über 1 Mrd. US$ an Windenergie-Investments betreut, darunter 26 Windparks in den USA: „Windenergie bietet derzeit die viel bessere Anlagechance als andere erneuerbare Energien.“

Im Blick von Taipan befindet sich dabei aktuell weniger die Betreiber von Windenergieparks, sondern die Ausrüster und Hersteller. Zurzeit analysieren wir ein kleines US-Unternehmen mit einem Börsenwert von unter 600 Mio. US$. Noch macht das Unternehmen Verlust. Doch ich habe gerade die aktuelle Schätzung für das Jahr 2007 erhalten, die ich auf den ersten Blick gar nicht glauben konnte. Deshalb werde ich mit meinen Taipan-Kollegen das noch einmal überprüfen. Wenn sich diese Zahlen aber bestätigen, haben wir hier die nächste Kursrakete im Depot und ich werde diese Aktie sofort schon in der nächsten Taipan-Ausgabe vorstellen. Wenn Sie als eine der ersten dabei sein wollen, sollten Sie diese Taipan-Ausgabe nicht verpassen (für weitere Infos klicken Sie hier)

So traden Sie gewinnbringend auf fallende Kurse

von Daniel Wilhelmi

Wie gestern angesprochen, hier nun der 2. Teil für die Trading-Strategie „Profitieren von fallenden Kursen im Vorfeld und nach dem Ablauf von Lock-Up-Perioden“. Wie der Name schon sagt, ist dies eine wirklich spannende Strategie, die sich aber nur für fortgeschrittene Daytrader und kurzfristige Trader eignet. Denn Sie müssen sich mit Put-Optionen (für US-Werte) und Short-Selling (also dem Leerverkauf von Aktien) auskennen. Dann hat diese Trading-Strategie aber tatsächlich ihren Charme.

Bei dieser Strategie ist, im Gegensatz zu fast allen anderen Trading-Strategien, nicht so sehr das Timing entscheidend, sondern die Selektion der richtigen Aktien. Denn nicht jede Aktie eignet sich für diese Art des Tradings. Um eine hohe Trefferquote zu erzielen, muss eine aussichtsreiche Aktie die folgenden 3 Kriterien aufweisen:

1. Sie muss bereits stark gestiegen sein und eine hohe Bewertung (KGV, KUV etc.) erreicht haben. So weit so gut. Aber das alleine reicht nicht. Denn ein starker Anstieg bedeutet ja auch, dass die Aktie sehr beliebt ist. Sie würden sich dann also voll gegen den Aufwärtstrend stellen. Ein sehr gefährliches Unterfangen.

2. Deshalb sollte die Aktie charttechnisch eine Topbildung oder den Ansatz einer Topbildung aufweisen. Das zeigt Ihnen, dass der Wert nach dem Anstieg ein Niveau erreicht hat, bei dem es nur noch wenige neue Käufer gibt. Die bisherige Aufwärtsbewegung kommt also ins Stocken.

3. Die Zahl der frei werdenden Aktien aus der Lock-Up-Periode muss gegenüber der sich schon im Free-Float befindenden Aktien einen hohen Anteil haben. Hier ein Beispiel: Wenn von Unternehmen A bereits 100 Mio. Aktien im Free-Float befinden und eine Lock-Up-Periode mit 5 Mio. Aktien ausläuft, dann werden diese 5 Mio. Aktien keinen bedeutenden negativen Effekt haben. Das entspricht nur einer Steigerung des Free-Float um 5%. Wenn aber Unternehmen B nur 10 Mio. Aktien im Free-Float hat und 5 Mio. Aktien aus der Lock-Up-Periode frei werden, dann ist das eine Größenordnung, die den Kurs nach unten ziehen kann.

Die richtige Selektion ist schon die halbe Miete

In der Praxis stellt sich die Situation dann häufig wie folgt dar: Es gibt Wert A, dessen Aktie nach einer tollen Rallye im letzten halben Jahr beispielsweise 100% angestiegen ist. Inzwischen sind die Bewertungskennziffern (z.B. KGV, KUV) sehr hoch (beispielsweise ein KGV von 20 bei einem Gewinnwachstum von 10 für das kommende Geschäftsjahr). Zudem zeigt sich im Chart eine Top-Bildung. Es finden sich immer weniger neue Käufer, die auf dem hohen Niveau in diesen Wert einsteigen wollen. Warum auch? Die Aktie ist ja schon ambitioniert bewertet.

Das sehen natürlich auch die Insider. Deren Lock-Up-Periode läuft nun aus. Es werden 5 Mio. Aktien frei. Aktuell befinden sich 10 Mio. Aktien im Free-Float. Das schreit für die Insider förmlich danach, einfach mal Kasse zu machen. Immerhin sitzen Sie jetzt auf dicken Gewinnen. Wer weiß schon, wie die Börse in 3 Monaten aussieht. Also verkaufen Sie Aktienpakete nach dem Ablauf der Lock-Up-Periode am Markt.

Da es eh nur noch wenige Käufer gibt, können diese großen neuen Aktienpakete aber nur verkauft werden, indem ein Preis unter dem aktuellen Preis erzielt wird. Nur so werden die vielen Aktien für Käufer attraktiv. Die Aktie beginnt also zu fallen. Die Abwärtsspirale kommt in Gang. Dazu kommt nun ein weiteres Phänomen, dass diese Trader zu ihrem Vorteil ausnutzen. Die meisten Privatanleger achten so gut wie nie auf die Ablauf-Daten der Lock-Up-Periode.

Sie sehen also nur, dass die Aktie plötzlich ohne fundamentale Nachrichten unter hohem Volumen fällt. Und sie denken sich: „Das sieht verdächtig aus. Ich verkaufe mal lieber.“ Also werfen sie ihre Aktien auch auf den Markt und beschleunigen so noch die Abwärtsbewegung – und spielen damit den Tradern genau in die Hände. Mit der richtigen Aktien-Auswahl sind mit dieser Strategie locker 10% Gewinn auf der Short-Seite drin. Mit Optionen dementsprechend mehr. Für den Wall Street Radar werden wir diese Strategie in Zukunft umsetzen. Wenn auch Sie dieser Strategie umsetzen wollen, dann klicken Sie hier.

Trading-Strategie für Gewinne mit fallenden Kursen

von Daniel Wihelmi

Die letzte Woche hat mal wieder gezeigt, warum es so schön ist im katholischen Köln zu leben. Da hatten wir am Donnerstag nämlich einen Feiertag. Nun gehen die turbulenten Tage aber weiter. Es bleibt spannend, was hier passieren wird. So verrückt es klingt. Aber für Daytrader und kurzfristige Trader, die kurzfristig starke Schwankungen nach oben und nach unten ausspielen, ist dies die beste Börsenphase die es gibt: Denn sie bedeutet kurzfristige hohe Volatilitäten – und genau die brauchen Daytrader ja, um agieren zu können. Deshalb möchte ich Ihnen heute eine Strategie für das kurzfristige Trading vorstellen, die in den USA unter fortgeschrittenen Tradern sehr beliebt ist. Dabei geht es um das Ausnutzen von fallenden Kursen im Vorfeld und nach dem Ablauf von Lock-Up-Perioden. Die Trader traden also gezielt auf fallende Kurse.

Was sind Lock-Up-Perioden? Nun Lock-Up-Perioden beschreiben eine Phase nach dem Börsengang, in der Insider ihre Aktien halten müssen und nicht verkaufen dürfen. Nach dem Ablauf der Lock-Up-Periode sind diese Aktien dann allerdings frei und der Insider kann damit machen, was er will. Eine Lock-Up-Periode dauert normalerweise zwischen 6 Monate bis 1 Jahr nach dem IPO (also der Neuemission an der Börse).

Das bedeutet aber: Es handelt sich bei den Insider-Aktien um Papiere, die es vorher auf dem Aktienmarkt nicht gegeben hat. Denn Sie wissen ja: Bei einem Börsengang kommen nie alle Aktien an den Markt. Im Gegenteil: Es wird nur ein Teil aller Aktien in den so genannten Free-Float der Märkte frei gegeben. Der Rest bleibt bei Insidern, Beteiligungsgesellschaften, Managern (nennen wir sie der Einfachheit halber alle Insider). Es kann also sein, dass es von einer Firma beispielsweise insgesamt 10 Mio. Aktien gibt, aber davon nur 5 Mio. Aktien in den Free-Float der Börse kommen und 5 Mio. bei den Insidern verbleiben.

Die Lock-Up-Periode wurde eingeführt um sicherzustellen, dass Insider nicht in die Euphorie der Neuemission hinein sofort Kasse machen, sondern länger an die Aktien des Unternehmens gebunden sind. Das soll eine gewisse Stabilität sichern – sowohl an der Börse als auch in der Unternehmensentwicklung. Aber wie gesagt: Sobald die Lock-Up-Periode abgelaufen ist, dürfen die Insider mit den Aktien machen, was sie wollen.

Nutzen Sie den Ablauf von Lock-Up-Perioden zu Ihrem Vorteil

Das führt häufig zu bärischen Entwicklungen der Aktie an der Börse. Denn wenn eine Aktie stark gelaufen ist, dann sitzen die Insider auf hohen Buchgewinnen. Nehmen wir nun noch dazu, dass eine Aktie durch den Anstieg inzwischen sehr ambitioniert bewertet ist. Dann macht es für den Insider, der ja die Firmenentwicklung am Besten kennt, durchaus Sinn, einige Aktienpakete zu verkaufen. Er wirft also seine Pakete auf den Markt und macht Kasse.

Da es diese Aktien vorher noch nicht auf dem Markt gegeben hat, erhöht sich damit aber schlagartig die Zahl der Aktien. Das ist der Clou bei dem Short-Trading auf das Auslaufen von Lock-Up-Perioden:

Durch den Verkauf von Aktienpaketen wird der Markt plötzlich mit neuen Aktien überschwemmt. Statt bisher z.B. 5 Mio. Aktien gibt es jetzt plötzlich 6 Mio. Aktien, da Insider ein Paket von 1 Mio. Aktien verkauft haben. Das bedeutet: Von einem Tag auf den anderen hat sich die Zahl der Aktien um 20% erhöht. Um in dem bekannten Bild zu bleiben: Es gibt dann plötzlich mehr Aktien als Käufer. Es folgen fallende Kurse. Und genau mit dieser Kursbewegung machen Trader mit dieser Strategie dann seine Gewinne, indem er zuvor short gegangen ist oder Put-Optionen gekauft hat.

Ich gehe darauf morgen noch mal genauer ein. Hier noch mal die Zusammenfassung: Durch den Ablauf der Lock-Up-Periode können (es müssen ja nicht) neue Aktienpakete von Insidern auf den freien Markt kommen. Das erhöht die Zahl der Aktien an der Börse und führt häufig dazu, dass der Kurs fällt. Der Trader kauft daher im Vorfeld Puts und geht in der Aktie short, um diesen Kursverfall dann gewinnbringend zu traden. Allerdings gibt es bei der Selektion der richtigen Aktien einige Eckpunkte, die gegeben sein müssen, damit diese Strategie erfolgreich ist. Darauf gehe ich morgen ein.

Für Achterbahn-Freunde

von Volkmar Michler

Das ist nun wirklich keine Börsenphase, bei der man entspannt in den Urlaub fahren kann und sein Aktien-Depot zurücklässt, ohne es durch Stops abzusichern. Vor ein paar Tagen habe ich von einer Leserin ein Mail erhalten, die mich doch allen Ernstes nach Positionen fragt, die wir vor 9 Jahren empfohlen haben. Sie sei einige Zeit im Ausland gewesen und wollte nun wissen, was sie mit ihren Aktien machen soll. So etwas ist schon einigermaßen fahrlässig, denn die naive Anlegerin hat unter anderem in sehr spekulative Biotech-Unternehmen investiert. Wie Sie wissen, sind selbst große Pharmakonzerne aufgrund von Forschungsrückschlägen oder Ähnlichem massiv abgestraft worden.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn wenig Privatanleger häufig bereit oder in der Lage sind, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Wer einen Börsenbrief abonniert, sollte schon vorher wissen, was seine Anlagestrategie ist und welche Aktien dazu passen und welche nicht. Diese Hausaufgaben dürfen wir als Börsenredaktion nicht leisten, das sollte jeder für sich selbst machen

Nun ja, wenn Sie die Börsenphase der letzten paar Tage sehen, wissen Sie, dass Sie Ihr Depot schon im Griff haben sollen. Denn wer vor wenigen Wochen zu Höchstkursen eingestiegen ist, kann schon nach wenigen Tagen vor einem Depot mit einem dicken Minus stehen.

Was Sie in der Korrektur kaufen sollten

In den ersten Handelsstunden der US-Börsen hat sich schon gezeigt, worauf wir uns in der nächsten Zeit einstellen: Eine Fortsetzung der Achterbahnfahrt. Denn der Zins-Schock nach dem China-Schock muss erst einmal verdaut werden. Die internationalen Börsen haben letztendlich auf die Turbulenzen an den chinesischen Innlandsbörsen recht gelassen reagiert. Wo vor allem aber die US-Börsen völlig auf dem falschen Fuß erwischt worden sind, betrifft die Zinsen. Die Wall Street hat sich weitestgehend auf eine Zinssenkung in diesem Jahr eingestellt. Nun wird es wohl das Gegenteil werden, zumindest ist eine Erhöhung der Zinsen nicht mehr ausgeschlossen. Damit hat an der Wall Street kaum einer gerechnet. Entsprechend enttäuscht war die Reaktion der Anleger. Was jetzt passiert, ist der Versuch, diese für die Börse ungünstige Perspektive einzupreisen. Man kann das auch Richtungssuche nennen, wie ein Wanderer im Wald, dem man plötzlich Karte und Kompass genommen hat.

Aus der Berg- und Talfahrt ziehe ich kurzfristig 2 Konsequenzen: Zum einen beachte ich konsequent die Stops, die sich ausschließlich an charttechnischen Kriterien orientieren, zum anderen setze ich mit tiefen Abstauberlimiten gezielt auf ausgesuchte solide Werte wie wir sie zum Beispiel für das Basis-Depot von Taipan nehmen. Denn wenn sich viele Anleger in Panik von ihren Aktien trennen, ist die beste Zeit, zuzuschlagen. Aber auch das sind dann keine Kandidaten für Dauerinvestments, schon gar nicht 9 Jahre, vielleicht noch nicht einmal für 9 Wochen oder 9 Tage. An solch einer Börsenphase haben nämlich nicht nur Achtenbahn-Freunde ihre Freude, sondern auch die Trader.

Durchbruch bei Krebspräparat?

von Volkmar Michler

In ersten Meldungen war schnell die Rede von einem „Durchbruch“ bei dem neuen Präparat Nexavar gegen Leberkrebs.

An der Entwicklung von Nexavar waren Bayer und das US-Biotech-Unternehmen Onyx Pharmaceuticals beteiligt. Die jährliche Krebskonferenz ASCO in den USA ist immer wieder bekannt für Durchbrüche und spektakuläre Meldungen, deshalb haben wir uns im Vorfeld für unsere Leser des Wall Street Radars auch eine entsprechende Watchlist aufgebaut.

Kaum wurde die „Durchbruch“-Meldung verkündet, schauten wir uns auf unsere Handelsmonitore die Vorbörsenkurse an. Normalerweise ist eine solche Meldung gut für Kurssprüngen von 15% und mehr. Doch was passierte? In der Vorbörse zog Onyx lediglich 6% an. Für eine Hammermeldung eigentlich zu wenig.

Also haben wir uns die Meldung in Ruhe angeschaut. Hier die Fakten: Erwartet werden für das neue Krebsmittel jährliche Umsätze von 400 bis 500 €, die sich Bayer und Onyx aber teilen müssen. Leberkrebs ist zwar ein sehr aggressiver Krebs mit hoher Sterblichkeit. Doch die Zahl der Neuerkrankungen in den Industrieländern geht stark zurück. Weltweit treten etwa 600.000 neue Fälle, davon entfallen aber nur 19.000 auf die EU und 32.000 auf die USA. Mit anderen Worten: Der Hauptabsatzmarkt befindet sich in Afrika und Asien, wo die Zahl der Neuerkrankungen noch steigt.

Und wie steht es mit der Wirksamkeit des gefeierten Präparats? In der jetzt veröffentlichten Studie konnte die Lebenserwartung der Krebs-Patienten im Vergleich zur Kontrollgruppe um 2,8 auf 10,7 Monate verlängert werden. Nun, das ist zwar ohne Zweifel ein Fortschritt, aber ein Durchbruch sieht irgendwie anders aus. Und im Vergleich dazu ist die noch Verlust machenden Onyx mit einer Marktkapitalisierung von 1,5 Mrd. US$ schon recht teuer.

Durchbruch in Russland? Das hängt auch von Ihnen ab!

Liebe Leser,

wie Sie vielleicht wissen, setzt sich der Investor Verlag stark für soziale Einrichtungen ein und unterstützt verschiedene Projekte. Ein aktuelles Engagement ist die Unterstützung des „Projekt Anna“.

Bitte lesen Sie daher unbedingt den folgenden Beitrag „Anna für Alle“. Das Wichtigste auf der Welt sind nun einmal unsere Kinder, auch wenn wir Erwachsenen uns manchmal nicht so verhalten...

Falls auch Sie das „projekt Anna“ unterstützen wollen, geben Sie bitte bei Ihrer Spende auf dem Überweisungsträger im Feld „Verwendungszweck“ den Code „INV 26“ an. Damit wird der Erfolg dieser Aktion gemessen und je größer der Spendenerfolg, umso besser für die Kinder.

Herzlichen Dank
Ihr

Volkmar Michler

Das „projekt Anna“

Vor etwa vier Jahren haben Juliane und Wolfgang Staltmaier die damals 4-jährige Anna adoptiert. Zuvor lebte die kleine Anna in einem russischen Waisenhaus in Novostrojevo bei Kaliningrad. „Ein Kind konnten wir adoptieren, viele andere mussten wir zurücklassen", erzählen die Eltern Staltmaier.

Bei ihrem ersten persönlichen Kontakt mit Anna waren sie entsetzt. Wegen der Läuse war ihr Kopf kahl rasiert und sie konnte kaum sprechen. Da sich in ihren ersten drei Jahren ihres jungen Lebens keiner richtig um sie kümmerte, hat sie nicht gelernt, sich richtig zu artikulieren. Jetzt, vier Jahre später, fühlt sich die inzwischen achtjährige Anna wohl bei ihrer neuen Familie in München.

Berührt von dem Schicksal der Kinder in Russlands Waisenhaus, entschlossen sich Juliane und Wolfgang Staltmaier, die Initiative, benannt nach ihrer Tochter, "projekt Anna - Waisenhäuser Kaliningrad e.V." zu gründen. Denn die Zustände in Annas ehemaligem Waisenhaus sind immer noch verheerend. Modergeruch, verursacht durch feuchte Wände im ganzen Haus, Bodenbelag, der sich auflöst, leere Regale, die für Spielsachen bestimmt sind. Ursprünglich war das Heim für 15 Kinder geplant - jetzt sind 33 Kinder darin untergebracht und ständig kommen neue hinzu.

Die berühmteste Anna hilft auch mit

Um eine sehr prominente „Anna“ für ihr Projekt zu gewinnen, suchten die Staltmaiers Kontakt zu Anna Netrebko. Und einige Zeit später hatten sie Erfolg; sie erhielten von der weltberühmten Sopranistin folgendes Mail:
"Ich bin sehr glücklich, die Liebe und Fürsorge der Familie, die projekt Anna - Waisenhäuser Kaliningrad gegründet hat, unterstützen zu können. Ich bitte ebenfalls andere, sich für das Projekt einzusetzen und diesen Kindern in Not zu helfen. Wir können etwas bewegen - für eine Familie und ein Kind". (Anm.: Leitspruch)

Ein Brief der Waisenhaus-Direktorin aus Kaliningrad

Vor kurzem schrieb die Direktorin Elena Gubina des Waisenhauses „Insel der Hoffnung“ einen Brief an die Familie Staltmaier:

“Es ist sehr nett, dass Sie uns nicht vergessen haben und daß Sie Interesse an unserem Leben und unseren Problemen zeigen. Es hat mich sehr gefreut zu erfahren, dass es Anna jetzt gut geht, dass sie sich wohl in Eurer Familie fühlt und das sie sich jetzt weiter entwickelt. Ich verstehe sehr gut, dass alle diese positiven Änderungen nur möglich sind, weil Wolfgang und Juliane große Liebe und Geduld mit Anna aufbringen.

Zur Zeit wohnen im Waisenhaus 33 Kinder im Alter von 3 bis 18 Jahren. Wir bekommen finanzielle Unterstützung von den örtlichen Behörden, aber es reicht nicht immer für all unsere Bedürfnisse. Wir haben vielerlei Probleme, insbesondere Mangel an Unterstützung bei der Erziehung und auch materieller Art. Es fehlt an allem Möglichen: von Schuhen, warmer Kleidung, Möbeln bis zu Spielzeug…“

Folgende zusätzliche Projekte werden 2007 durchgeführt:

Spielplatz in Pravdinsk
Ausbau des Dachbodens in Pravdinsk
Neue Küche in Novostrojevo

Die Projekte werden ca. € 50.000,-- kosten.

Aber auch mit verhältnismäßig kleinen Aktionen wird den jungen Menschen in Russland geholfen: Für ein 17-Jähriges Mädchen (ehemals aus einem Waisenheim) mit einem 5-Monate alten Baby wurde Brennholz für den ganzen Winter gekauft (ca. 100 €), da es sonst ihr Haus nicht hätte heizen können. In Kaliningrad gab es bereits 4 Tage heftigen Schneefalls.

Der als gemeinnützig anerkannte Verein trägt das Spenden-Siegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen). Bereits jetzt wird ein zweites Waisenhaus in der Nähe von Kaliningrad unterstützt und weitere Projekte sind in Planung.

Ihre Hilfe zählt!

Helfen Sie der Familie Staltmaier bei ihrer wichtigen Arbeit durch Ihre Spende. Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.projekt-anna.de. Spendenkonto: Stadtsparkasse München, Konto 903 177 376, BLZ 701 500 00. Bitte geben Sie bei Ihrer Spende unbedingt im Feld Verwendungszweck den Code „INV 26“ an, damit der Verlag den Erfolg seines Aufrufs messen kann, was ein weiteres Engagement in dieser Richtung unterstützen würde.

Neue Entwicklung im Uran-Sektor

von Daniel Wilhelmi

Heute will ich Sie mal wieder in den Rohstoff-Sektor entführen. Und es geht dabei um meinen Dauerfavoriten Uran. Hier tut sich abseits des Rampenlichtes der Börsen wirklich viel. Der Sektor wird erwachsen. Und was für Investoren noch wichtiger ist: Er wird immer mehr Massenmarkt-tauglich. Das sind gute Nachrichten für Uran-Investoren.

Der 1. Schritt wurde durch die Auflegung eines 1. Uran-Futures gemacht. Und nun kommt der 2. Schritt. Die renommierte Investmentbank Merrill Lynch hat einen eigenen Uran-Aktien-Index aufgelegt: Der ML Uranium Equity Index“. Damit bekommt die Uran-Branche in der Finanzwelt nun ein Gesicht. Und nicht nur das: So wird Uran auch endlich mit anderen Rohstoffen, wie Gold (wo es ja den bekannten Goldminen-Index gibt) oder Öl gleich gestellt. Die Idee eines Index für Uran-Werte ist nicht neu. Aber bisher waren es vornehmlich kleinere Bankhäuser, die alle eigene unabhängige Indizes kreiert hatten, um darauf dann Uran-Zertifikat zu emittieren. Das Ziel dieser Indizes war es nie, einen allgemeinen, am breiten Markt anerkannten Index zu entwickeln. Vielmehr sind derartige Indizes nur Marketinginstrumente. Denn bei den Endkunden klingt es einfach seriöser, wenn man ein Zertifikat auf einen Index auflegt, als wenn es nur ein Aktienkorb ist. Das werden die Bankhäuser nach außen natürlich nie sagen, aber ich weiß es durch meine Kontakte aus 1. Hand. Ist ja auch logisch, denn ein Index klingt einfach immer sehr solide.

Ganz anders ist es bei dem „ML Uranium Euqity Index“. Merrill Lynch will diesen Index als Benchmark im Uran-Produzenten/Explorer-Bereich etablieren. Und die Amerikaner haben die finanziellen Mittel und Kontakte, um das auch problemlos zu schaffen.

Achten Sie auf diesen Index für Uran-Unternehmen

Aktuell besteht der Index aus 12 Unternehmen aus 5 verschiedenen Ländern. Das mit Abstand größte Einzelland ist natürlich Kanada, aus dem 7 der 12 Werte kommen. Als Aufnahme-Kriterium müssen die Unternehmen mindestens 15% des operativen Gewinns mit Uran-Geschäften erzielen. Die Anfangsliste des neuen Index sieht wie folgt aus:

1. Cameco
2. SXR Uranium One (nach der Fusion von SXR Uranium und UrAsia)
3. Paladin Resources
4. Energy Resources of Australia
5. Denison Mines
6. USEC
7. Areva
8. Energy Metals
9. UEX
10. First Uranium
11. Mega Uranium
12. Uranium Participation

Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis es erste Zertifikate und vielleicht sogar Fonds geben wird, die sich an diesem Index als Benchmark orientieren werden. Eine wirklich spannende Entwicklung. Vor allem für konservative Anleger, die so die Chance bekommen, gut diversifiziert in diesen Sektor einzusteigen. Kein Frage: Der Uran-Sektor wird erwachsen.

Berg- und Talfahrt in China geht weiter

von Volkmar Michler

Der China-Schock geht weiter. Und er lässt sich beziffern. Gestern wurden im Handelsverlauf satte 340 Mrd. US$ vernichtet – so viel war die Börse Shanghai vor 5 Jahren wert. Der wichtigste chinesische Innlandsindex eröffnete bei 3.564 Punkten, sackte im Tief bis auf 3.400 ab und schloss schließlich bei 3.767 Punkten. Das ist Bungee-Jumping für Börsianer vom Feinsten.

Und es ist auch schwer zu packen bzw. nachzuvollziehen. Nach einem Verlust von über 8% doch noch im Plus zu schließen, das muss man erst einmal schaffen. Es zeigt auch, dass trotz Erhöhung der Börsensteuer um das 3-fache noch immer sehr viel Liquidität im Markt ist, für die es außer der Börse keine Alternative gibt. Damit hat die chinesische Regierung allenfalls einen Teilerfolg erzielt. Denn die überzogene Bewertung der chinesischen Innlandsbörsen bleibt. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass weitere Schritte folgen werden, um das spekulative Geld aus dem Markt zu drängen.

Von kleineren Turbulenzen einmal abgesehen, haben die internationalen Aktienmärkte von Tokio über Frankfurt bis nach New York bisher eher gelassen reagiert. Was wir gestern erlebt haben und was sich auch heute weiter fortsetzt, sind bisher nichts weiter als willkommene Gelegenheiten zur Gewinnmitnahme. Diese wurden bisher sofort wieder aufgekauft, so dass wir immer noch von einer Korrektur im intakten Aufwärtstrend reden können.

Wenn Sie also noch nicht investiert sind – solche Anleger gibt es tatsächlich – dann bieten sich solche Korrekturen immer wieder als hervorragende Kaufgelegenheit in solide Einzelwerte nach dem Motto buy on dips. Denn wir jetzt in heiß gelaufene Werte zu Höchstkursen einsteigt, kann schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden. Denn dass diese Rally weiter so ungebremst läuft, wird immer unwahrscheinlicher.

Unterstützen Sie das Projekt Anna

Liebe Leser,

wie Sie vielleicht wissen, setzt sich der Investor Verlag stark für soziale Einrichtungen ein und unterstützt verschiedene Projekte. Ein aktuelles Engagement ist die Unterstützung des „projekt Anna“.

Bitte lesen Sie daher unbedingt den folgenden Beitrag „Anna für Alle“. Das Wichtigste auf der Welt sind nun einmal unsere Kinder, auch wenn wir Erwachsenen uns manchmal nicht so verhalten...

Falls auch Sie das „projekt Anna“ unterstützen wollen, geben Sie bitte bei Ihrer Spende auf dem Überweisungsträger im Feld „Verwendungszweck“ den Code „INV 26“ an. Damit wird der Erfolg dieser Aktion gemessen und je größer der Spendenerfolg, umso besser für die Kinder.

Herzlichen Dank
Ihr

Volkmar Michler

Anna für Alle
Familie Staltmaier adoptierte ein russisches Mädchen – und organisiert Hilfe für die anderen Kinder, die sie in dem Heim lassen musste. Mit Unterstützung von Anna Netrebko

Als sie Anna das erste Mal sahen, waren sie schockiert. Die Haare abrasiert, wegen der Läuse. Die Hände zu Fäusten geballt. Die Sprach- und Gaumenmuskeln verkümmert – Anna litt an „sozialem Minderwuchs“. Sie war viereinhalb und die ersten drei Jahre ihres Lebens, bevor sie ins Waisenhaus kam, stark vernachlässigt worden.

All das hatte das Foto nicht erzählt, das Wolfgang und Juliane Staltmaier von Anna zu sehen bekommen hatten. Da hatte Anna dunkle Locken und hielt ein Stück Papier in den Händen. Und doch, sagt Juliane Staltmaier, und es klingt aufrichtig, habe sie nicht eine Sekunde gezweifelt, dass die Familie das russische Mädchen adoptieren
sollte, das sich gleich beim ersten Treffen auf den Schoß ihrer neuen Mutter kuschelte.

„Das Mädel muss hier raus“
Ihr erster Gedanke war: „Das Mädel muss man hier rausholen.“ Das Ehepaar wünschte sich eine größere Familie, Sohn Moritz, damals neun, sollte kein Einzelkind bleiben. Zweifel, ob sie es schaffen würden mit Anna, kamen Juliane Staltmaier wenig später – als sie spazieren gingen. Annas Finger waren eisig kalt. Als Juliane Staltmaier sie wärmen wollte, begann Anna zu schreien. „Annas großes Manko war die Sprache. Sie hatte keine. Sie hat nur geschrien, wie am Spieß“, sagt die heute 53-Jährige.

Ein Kind konnten der Versicherungsbetriebswirt und die gelernte Übersetzerin adoptieren, aber über 30 andere mussten sie in dem Waisenhaus in Novostrojevo, nahe Kaliningrad, zurücklassen. In dem Heim, in dem es modrig roch, in dem die Türen nicht aufgingen, weil dahinter der Fußboden hochkam. In dem es nur zwei Schlafsäle gab, keine Spielsachen und wenig anzuziehen.

Immerhin war es warm, und die Kinder hatten genug zu essen. Das Münchener Ehepaar wollte auch die anderen Kinder unterstützen – und gründete deshalb im Juli 2004 „projekt Anna – Waisenhäuser Kaliningrad e. V.“.

Vor allem Geldspenden sammelt der Verein, dem mittlerweile schon 450 Mitglieder und Spender angehören. Und weil Staltmaiers mitten in Schwabing wohnen, gehören auch einige Vorstandsmitglieder großer internationaler Firmen und Künstler dazu. Darunter der Dokumentarfilmer Wolfgang Ettlich, der einen Fernsehfilm über das „projekt Anna – von München nach Kaliningrad“ drehte.

Die berühmteste Anna hilft auch mit
Auf der Suche nach „der berühmtesten Anna“ als Unterstützerin fanden die Initiatoren, dass es keine Geringere sein sollte als die Sopranistin Anna Netrebko. Freunde hielten sie für verrückt, doch Wolfgang und Juliane Staltmaier recherchierten, mailten und telefonierten – und nach einem Jahr kam tatsächlich die Zusage von Anna Netrebko, „projekt Anna“ zu unterstützen.

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, trägt das Spenden-Siegel des DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) und hilft mittlerweile auch einem zweiten Waisenhaus in der Nähe von Kaliningrad. Alle drei Monate bekommt die prominente Sopranistin einen Bericht über Ziele und Aktionen des Vereins: Schulmaterial, Kleidung, Spielzeug, Brillen, ein Zaun und eine Waschmaschine wurden schon angeschafft.

Eingekauft wird vor Ort, das kurbelt die russische Wirtschaft an und kostet keinen Zoll. Juliane Staltmaier lernt Russisch, die Osteuropahilfe Starnberg hat einen Vertrauensmann vor Ort vermittelt. Demnächst soll das zweite Kinderheim saniert werden. Außerdem will der Verein ein weiteres Haus kaufen, in dem die 18-Jährigen, die die Heime verlassen müssen, betreut wohnen können.

Anna hat gelernt, Kind zu sein.
Und Anna? Die ist jetzt acht, hat kinnlange braune Haare, große dunkle Augen, eine Stupsnase. Sie tobt mit ihrem Bruder, liebt Puppen, die Farbe Rosa und Besuch. „Du Besuch“, sagt Anna, „Besuch, komm spielen.“ Anna ist auf dem Entwicklungsstand einer Vierjährigen. Seit September geht sie in die erste Klasse eines heilpädagogischen Zentrums und hat eine Menge gelernt. Dass man Schuhe nicht akkurat parallel ausrichten muss und die der Nachbarn schon gar nicht. Dass es nicht schlimm ist, wenn Kinder kleckern. Sie hat gelernt zu lachen, zu spielen. Anna hat gelernt, Kind zu sein.

Ihre Hilfe zählt!
Helfen Sie der Familie Staltmaier bei ihrer wichtigen Arbeit durch Ihre Spende. Weitere Informationen erhalten Sie auch unter www.projekt-anna.de. Spendenkonto: Stadtsparkasse München, Konto 903 177 376, BLZ 701 500 00. Bitte geben Sie bei Ihrer Spende unbedingt im Feld Verwendungszweck den Code „INV 26“ an, damit der Verlag den Erfolg seines Aufrufs messen kann, was ein weiteres Engagement in dieser Richtung unterstützen würde.

Crash in China?

von Daniel Wilhelmi

Ich habe einige Anfragen zu China und den derzeitigen crashartigen Kursverfällen erhalten. Sie erinnern sich: Letzte Woche schrieb ich Ihnen zu China: „China ist inzwischen überall und kein weitsichtiger Investor kann es sich mehr leisten, nicht Positionen im Reich der Mitte im Depot zu haben. … Die PRC-Börsen würde ich (aber) nicht anpacken, wenn Sie mir eine Freikarte für die Fußball-EM 2008 dazu geben. Denn diese Börsen sind brutal überbewertet. Neben Vietnam gehören die PRC-Börsen inzwischen zu den teuersten Börsen der Welt.“

Als Profit Radar-Leser wussten Sie also rechtzeitig, was sich da im Reich der Mitte zusammenbraute. Auch mein Börsenkollege Volkmar Michler hat in der Live-Sendung 3satBörse immer wieder darauf hingewiesen. Und nun knallt es. Und zwar so laut, dass man es bis nach Hannover hören kann. Auch gestern kam es wieder zu crash-artigen Abschlägen.

Teilweise wird in der allgemeinen Presse schon vom „Schwarzen Montag der chinesischen Börsen“ gesprochen. Wieder ist das fachlich nicht korrekt. Denn es traf wieder primär die chinesischen Festlandbörsen (kurz PRC-börsen für People Republic of China-Börsen genannt). Besonders hart wurde Shanghai getroffen, wo der Index SCI (Shanghai Composite Index) um -8,3% einbrach. Das ist schon eine Ansage. Der andere große Festlandindex der Börse Shenzhen verlor übrigen ebenfalls satte -7,9%. Aber: Die Börse in Hongkong konnte sogar leicht zulegen. Lassen Sie sich von der blinden Panik der allgemeinen Wirtschaftspresse nicht anstecken.

Genau wie die völlig absurden Anstiege seit Jahresbeginn, so basieren auch die aktuellen Verluste, immerhin die Heftigsten seit dem Mini-Crash im Februar, nicht auf Fakten, sondern auf Spekulationen. Jetzt verkaufen die Investoren panikartig, da sie weitere Schritte befürchten, mit denen die chinesische Regierung die Blase aus dem Aktienmarkt nehmen will. Denn die Rallye in China wird in dieser Phase vor allem durch eine Milchmädchen-Hausse aus der chinesischen Bevölkerung getrieben.

Das internationale Kapital hält sich schon länger so bedeckt wie möglich. So hatte sich der legendäre Asien-Fondsmanager Mark Mobius erst kürzlich zu Wort gemeldet und vor einer Blase in China gewarnt. Dabei hält er einen Kursrückgang von -30% für gesund. Aber von den chinesischen Kleinanlegern kommt eben ein gewaltiger Liquiditätsdruck. Laut der Financial Times Deutschland ist die Zahl der Aktiendepots in China in den vergangenen Wochen erstmals auf über 100 Mio. angestiegen. Damit hat China mal eben mehr Aktionäre als Deutschland Einwohner hat.

Suchen Sie jetzt nach aussichtsreichen Werten und lauern Sie auf Ihre Chancen

Diese chinesischen Anleger investieren natürlich vor allem in PRC-Aktien. Deshalb sind die Festland-Börsen auch im Vergleich zu den anderen Börsen, an denen viele chinesische Unternehmen gelistet sind, so stark gestiegen. Wie lautet nun meine persönliche Strategie lautet? Ich halte in China weiterhin erst mal mein Kapital trocken und mache derzeit nur meine Hausaufgaben. Fonds und Zertifikate, die auf den breiten chinesischen Markt setzen, habe ich sowieso schon lange nicht mehr auf meiner Watchlist. Denn diese Produkte müssen naturgemäß vor allem in die Schwergewichte investieren, die sind bei Crash-Szenarien natürlich besonders gefährdet.

Ich suche hingegen gezielt nach aussichtsreichen Einzelwerten in aussichtsreichen Trends. Denn wie Sie wissen, verfolge ich in China einen klassischen Trend-Ansatz, in dem ich mir gezielt besonders zukunftsträchtige Trends heraus picke. Der breite Markt ist mir viel zu heiß. In einem Land wie Pakistan, wo die Börse noch günstig bewertet ist, setze ich sofort auf den breiten Markt. Aber nicht in China. Zwei dieser Trends sind beispielsweise Umwelt oder Energie. Dabei suche ich derzeit primär in Hongkong und vor allem in Singapur.

Denn in Singapur gibt es derzeit die billigsten China-Aktien, weil die Milchmädchen-Hausse dort noch nicht angekommen ist bzw. viele China-Fonds Singapur noch gar nicht entdeckt haben. Und dann warte ich einfach geduldig ab. Geduld ist die wichtigste Eigenschaft eines Emerging Markets-Investors. Und wenn dann alle Welt vom Ende der chinesischen Hausse spricht, gehe ich aggressiv auf die Käuferseite und deckte mich mit günstig bewerteten chinesischen Trend-Aktien ein.

Deutsche Windenergie weltweit top

von Volkmar Michler

Diese Zahlen können sich sehen lassen. Die deutschen Hersteller von Windkraftanlagen haben 2006 über 20% mehr verdient als im Vorjahr. Der Bundesverbands WindEnergie (BWE) hat es genau ausgerechnet. Die Branchenumsätze beliefen im letzten Jahr auf 6,0 Mrd. €, 1 Jahr zuvor waren es noch 4,9 Mrd. €.

Den größten Zuwachs erzielte das Export-Geschäft mit einem Zuwachs von 61% auf jetzt 3,6 Mrd. € . Im letzten Jahr wurde eine gesamte Windenergie-Leistung von weltweit 15.197 Megawatt (MW) neu installiert und an die Netze angeschlossen worden. Das sind 32% mehr als 2005. Doch wie geht es in 2007 weiter? Kann man mit Windkraft in Deutschland noch Geld verdienen?

Auch 2007 weiter hohe Zuwächse

Für 2007 erwartet der BWE einen weltweiten Branchenumsatz von 19 Mrd. €. Durch die anhaltend starke Auslandsnachfrage nach Windkraftanlagen könnten deutsche Hersteller und Zulieferer weiterhin mit einer Exportquote von mindestens 70% rechnen.

Doch für den deutschen Markt wird es mittlerweile eng. Deshalb sollten Sie bei Windenergie-Aktie genau darauf achten, wie das Unternehmen international aufgestellt ist. Vor allem stark gestiegene Rohstoffpreise, rückläufige öffentliche Förderprogramme und auch bürokratische Hindernisse hemmen das Wachstum für in Deutschland.

Kann man noch in China investieren?

von Daniel Wilhelmi

Investmentlegende Peter Lynch hat halt einfach Recht. Wenn man nur mit offenen Augen durch die Welt geht, kann man viele Anlageideen sehen und teilweise auch früh aufspüren. So letzte Woche bei mir. Vielleicht haben Sie es mitbekommen: In der letzten Woche fand im kroatischen Zagrep die Tischtennis-WM statt. Da ich ja im Jugendbereich selbst begeisterter Tischtennis-Spieler war (damals reichte es immerhin bis zur Jugend-Verbandsliga), liebe ich diesen Sport.

Und ich schaue ihn mir auch gerne an. Zumal wir in Deutschland ein Jahrhundert-Talent haben, dass niemand kennt: Timo Boll. Der junge Deutsche ist sozusagen der Boris Becker des Tischtennis. Erst vor 2 Monaten ist er zum 2. Mal Einzel-Europameister geworden. Das hat vor ihm noch kein Deutscher geschafft. Er war sogar schon die Nr. 1 der Weltrangliste – was angesichts der Übermacht der Chinesen und einer sehr guten Spielergeneration aus Südkorea geradezu unglaublich ist. Dennoch ist Boll hierzulande nur wenig bekannt. Ich sage Ihnen: Wenn ein deutscher Tennisspieler die Erfolge aufweisen könnte, die Boll in den letzten Jahren erreichte, dann wäre er auf der Titelseite jedes Magazins an Ihrem Kiosk. Na ja, in der Medienlandschaft ist Tischtennis halt immer noch eine Randsportart, obwohl es in Deutschland von der Anzahl der Vereinsmitglieder eine der größten Sportarten überhaupt ist.

Aber zurück zur WM. Ich habe mir die Spiele von Boll mit Begeisterung angeschaut, auch wenn er nicht gut gespielt hat und im Viertelfinale gegen einen Südkorea eine fürchterliche Klatsche gekriegt hat. Und was sehe ich da auf seiner Brust: Eine Werbung des Sponsors Metro. Das ist eigentlich nichts Besonderes. Aber die Aufmachung war hoch interessant: Unter dem Metro-Logo stand nämlich der Firmenname gleich noch mal – in Chinesisch. Ein weiteres Alltags-Indiz, dass mir zeigt: China ist längst kein geheimes Emerging Markets-Investments mehr. Diese Rolle nehmen nun Länder wie Vietnam. Kasachstan oder Pakistan ein.

Suche Sie in Singapur nach chinesischen Aktienperlen

China ist inzwischen überall und kein weitsichtiger Investor kann es sich mehr leisten, nicht Positionen im Reich der Mitte im Depot zu haben. Allerdings ist die Unsicherheit nach dem jüngsten Mini-Crash in China groß: Überall wird von einer Blase gesprochen. Lassen Sie sich von dieser Panik nicht anstecken. Der Großteil der allgemeinen Wirtschaftspresse hat von China oder den Emerging Markets keine Ahnung. Das sehe ich fast täglich, wenn ich die allgemeine Presse verfolge.

Da ist zuerst mal, dass es „die eine chinesische Börse“ überhaupt nicht gibt. Es gibt die Festlandsbörsen (People Republic of China oder PRC-Börsen), Hongkong oder auch Singapur, wo sehr viele kleine chinesische Unternehmen gelistet sind. Denn ein Börsenlisting in Singapur gilt in asiatischen Finanzkreisen als eine Art Ritterschlag und ist hoch angesehen. Singapur ist so etwas wie die Schweiz Asiens.

Und viele Aktien an der Börse in Singapur sind ganz und gar nicht teuer. Die PRC-Börsen würde ich nicht anpacken, wenn Sie mir eine Freikarte für die Fußball-EM 2008 dazu geben. Denn diese Börsen sind brutal überbewertet. Neben Vietnam gehören die PRC-Börsen inzwischen zu den teuersten Börsen der Welt. Auch Hongkong würde ich aktuell meiden.
Obwohl zu hören ist, dass chinesische Festland-Fonds inzwischen hier auf Schnäppchenjagd gehen, da sie an den PRC-Börsen einfach keine attraktiv bewerteten Aktien mehr finden.

Wenn sie also derzeit auf China-Einkaufstour gehen wollen, dann ist Singapur ganz klar mein Favorit für China-Investments. Hier finden Sie teilweise noch hervorragende chinesische Werte mit einem einstelligen KGV und Dividendenrenditen von 3%. Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Chinesische Börsen brechen ein

von Volkmar Michler

Shanghai Composite –6,50%, Shenzen B-Share Index –8,65% und Shanghai B-Share-Index –9,01%. So sieht der Kursrutsch an den chinesischen Börsen von heute morgen aus. Der Grund für den massiven Einbruch ist die völlig überraschende Erhöhung einer Steuer durch die chinesische Regierung.

Ohne Vorankündigung, praktisch über Nacht hat die chinesische Regierung die so genannte Stempelsteuer, die beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren anfällt, um das 3-fache erhöht. Damit will die Zentralregierung einer spekulativen Blase vorbeugen, vor der erst letzte Woche der frühere Chef der amerikanischen Notenbank Alan Greenspan gewarnt hat.

Die chinesische Regierung befürchtet, dass insgesamt zu viel spekulatives, teilweise auf Kredit finanziertes Geld, im Markt ist. Jeden Monat kommen etwa 300.000 neue Aktionäre hinzu. Es ist bekannt, dass im großen Stil Immobilienkredite für den Kauf von Aktien verwendet worden sind.

Kurzfristig kein Neueinstieg in chinesische Aktien

Wie Sie wissen, hatten wir an dieser Stelle im Profit Radar schon mehrfach darauf hingewiesen, dass wir die chinesischen Börsen insgesamt für überhitzt und zu teuer halten.
Jetzt ist zu befürchten, dass sich erneut eine Abwärtsspirale in Gang setzt, bei der eine Börse nach der anderen wie Dominosteine kippen – von Japan über Deutschland bis hin zu den USA. Auch wenn die Marktkapitalisierung der chinesischen Börsen im internationalen Vergleich noch sehr gering ist.

Der legendäre Fondsmanager Mark Mobius hält sogar einen weiteren Kursrückgang von 30% für gesund. Ob das nun realistisch ist oder nicht, chinesischen Aktien stehen auf jeden Fall einige Turbulenzen bevor. Nachdem diese in der Vergangenheit extrem stark gestiegen sind, wie zum Beispiel die Taipan-Aktie The 9 mit fast 80%, können diese jetzt kurzfristig unter die Räder raten. Beachten Sie deshalb konsequent Ihre Stops, von einem Neueinstieg rate ich ebenfalls kurzfristig ab. Langfristig könnten sich aber in den nächsten Wochen schon wieder interessante Kaufkurse geben, denn

Vergessen Sie diesen Rohstoff nicht

von Daniel Wilhelmi

Ich hoffe, Sie hatten ein schönes Pfingstwochenende. Meines war wie das Wetter. Irgendwie verregnet, aber es kam doch immer wieder die Sonne raus. Zuerst meinen Glückwunsch an alle Fans des 1. FC Nürnberg zu dem tollen Gewinn des DFB-Pokals. Sie haben es verdient! Das soll nichts gegen die Stuttgarter sein. Aber sie sind ja schon Meister und haben jeden Grund zu feiern. Freuen wir uns also mit den Nürnbergern, die ihren 1. Titel seit 1969 geholt haben. Wirklich toll. Und für mich, als bekennendem Hans Meyer-Fan, eine große Freude.

Aber kommen wir von Wolke 7 wieder zum erdlichen Tagesgeschäft. Heute möchte ich Sie auf einen Energie-Rohstoff aufmerksam machen, der noch völlig vergessen ist. Alle sprechen von Öl, das inzwischen wieder auf fast 65 US$ geklettert ist. Aber die Masse der Anleger interessiert sich überhaupt nicht für Erdgas. Noch nicht. Seit Erdgas und Gasunternehmen nach dem schlimmen Hurrikan-Sommer vor bald 2 Jahren (Stichwort Hurrikan Katrina) aus dem Rampenlicht der Börse verschwanden, fristen beide Sektoren ein Schattendasein.

Doch es deutet sich an, dass sich dies schon bald ändern wird. Schauen Sie sich den Chart an: Dort sehen Sie, dass sich Erdgas still und leiste von der Börse unbemerkt wieder nach oben arbeitet. Seit den Tiefs vom September 2006 hat Erdgas (unter hohen Schwankungen) einen blitzsauberen Aufwärtstrend ausgebildet. Und niemand merkt es.

Das liegt daran, dass der Kurs von Erdgas noch unter der entscheidenden Widerstandszone bei 8,00 US$ gedeckelt ist. Erst wenn der Gaspreis nachhaltig über diese Marke springt, wird Erdgas wieder bei den Börsianern auf den Börsenbildschirmen auftauchen. Schnäppchenjäger gehen deshalb bereits jetzt in Schwächen auf der Jagd. Denn die neue Hurrikan-Saison steht nun vor der Tür. Und nach dem milden Winter rechnen einige Meteorologen mit einer starken Hurrikan-Saison.

Was Sie jetzt in der bevorstehen Hurrikan-Saison kaufen sollten

Was damals vor 2 Jahren mit dem Erdgas-Preis passierte, brauche ich Ihnen nicht zu erzählen. In diesen Monaten explodierte der Gaspreis von 8,00 US$ auf knapp 15 US$. Besonders interessant: Die charttechnische Formation vor diesem Ausbruch sieht der heutigen Formation sehr ähnlich. Auch im Herbst 2004 startete der Gaspreis von seinem Tief aus eine volatile Aufwärtsbewegung. Und ähnlich wie im November 2006 kam es auch im Herbst 2004 zu einem Fehlausbruch über den Widerstand bei 8,00 US$. Auch 2004/05 saß der Gaspreis lange unter dem Widerstand bei 8,00 US$ fest. Aber der Aufwärtstrend schob die Notierungen von unten immer weiter gegen die Widerstandszone. Hurrikan Katrina und Co. waren dann der fundamentale Anlass für den Durchbruch.

Interessant ist, dass fundamental bullische Nachrichten für Erdgas bisher kaum beachten. Beispiel gefällig: Wussten Sie, dass die kalifornische Regierung letzte Woche den geplanten Bau eines gigantischen Offshore-Projektes zur Erdgasförderung abgebrochen hat. Die Bohrstätte über 1 Mrd. US$ sollte von BHP Billiton errichtet werden, um genau die Abhängigkeit der USA von der Erdgas-Produktion im Hurrikan-gefährdeten Golf von Mexiko zu reduzieren. Das wird jetzt nichts.

In Anbetracht der bevorstehenden Hurrikan-Saison eigentlich eine bullische Meldung. Aber sie verschwand einfach im Nirvana der täglichen Nachrichten. Das ist die typische selektive Wahrnehmung der Börse. Die Masse der Anleger interessiert sich immer erst für Themen, wenn der Grossteil der Party schon längst gelaufen ist. Setzen Sie Erdgas schon heute auf Ihre Rohstoff-Watchlist für die kommenden Sommermonate. Es sieht so aus, als „braut sich da was zusammen“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Für den Wall Street Radar werden wir morgen vermutlich eine entsprechende Call-Empfehlung herausgeben.

In der Korrektur verkaufen?

von Volkmar Michler

Geht es noch weiter nach oben oder mehren sich die ersten Anzeichen einer Korrektur? Wie soll man sich am besten verhalten? Dazu habe ich von Taipan-Leser Herrn B. ein Mail erhalten.

Sehr geehrter Herr Michler,

momentan warten doch viele Börsianer auf eine Korrektur. Natürlich wissen wir nicht wann und wie stark sie kommt. Ich kenne Ihre Strategie der Stopkurse.

Diese liegen meist etwa 20 Prozent unter dem momentanen
Kurs. Ich kenne auch Ihre Strategie „Gewinne laufen lassen“.

Trotzdem gehen dann oft schöne Gewinne dahin, ich denke dabei z. B. an Ctrip.

Ich meine damit, sollte man in dieser Marktsituation doch mal daran denken, wenn die Chartsituation eine bestimmte Überhitzung zeigt auch mal gut gelaufene Werte zu verkaufen. Ich meine natürlich nur einzelne Werte. Bei einer Korrektur kann man dann sagen, o. k. wir haben schöne Gewinne mitgenommen und hat dann Liquidität um wieder zu investieren.

Läufts weiter, hat man noch die restlichen Werte.

Vielen Dank für Ihre kompetente Einschätzung.

Freundliche Grüße
Bernhard B.

Bleiben Sie weiter investiert, aber ...

Es schon erstaunlich. Das Wort des ehemaligen Chefs der US-Notenbank Alan Greenspan hat immer noch Gewicht. Greenspan hatte gestern auf einem Manager-Treffen in Spanien einen kräftigen Einbruch an den chinesischen Börsen gewarnt. Nun, wenn Sie den Profit Radar aufmerksam lesen, dann wissen Sie längst, dass wir die chinesischen Börsen für sehr teuer halten. Und deshalb auch nur selektiv ausgewählte Einzelstorys empfehlen wie zum Beispiel den chinesischen Online-Spieler-Anbieter The 9, mit dem Taipan-Leser mittlerweile über 81% vorn liegen.

Greenspan hat sich natürlich beeilt zu sagen, dass das Wirtschaftswachstum weltweit stark genug sei, um einen Verfall der Aktienkurse in China auszuhalten. Doch die Börsen rund um den Globus haben auf diesem Einschätzung verunsichert und mit teilweise deutlichen Abschlägen reagiert. Soll man deshalb jetzt verkaufen, um auf die Frage von Taipan- Leser Bernhard B. zurück zu kommen.

Zunächst einmal muss im Mail von Herrn B. einiges richtig gestellt werden. Wer Taipan schon länger kennt, der weiß: Von einer pauschalen 20%-Stop-Strategie halten wir nichts. Unsere Stops werden immer nach charttechnischen Kriterien gesetzt. Im wöchentlichen Strategie-Papier von Taipan werden diese dann individuell bei jeder einzelnen Position dem Kursverkauf angepasst. Und auch das richtet sich ausschließlich nach charttechnischen Kriterien.

Und damit sind wir auch schon beim Thema. Jede einzelne Aktie verhält sich anders und jeder einzelne Anleger verfolgt eine andere Strategie. Ich kenne Leser, die verfahren nach einer einfachen 30%-Strategie. Sie sind mit 30% zufrieden und verkaufen grundsätzlich alle Positionen, wenn diese 30% Gewinn erreicht haben.

Ob Sie aber lieber kurzfristig Gewinne mitnehmen wollen oder eher langfristig investiert bleiben, dass können nur Sie entscheiden. Wir bleiben in den Taipan-Werten in der Regel so lange investiert, bis die Kursziele erreicht sind. In der Zwischenzeit empfiehlt es sich allerdings in der Tat einen Stop nachzuziehen, was Sie je nach Ihrer Risikoneigung individuell vornehmen sollten.

Wir erwarten eigentlich schon seit Wochen eine Korrektur, da wir dies nach den schnellen Anstiegen für gesund halten. Wenn die Börsen aber weiter nach oben wollen, macht es keinen Sinn, sich gegen diesen Trend zu stellen. Bei allen Korrekturen bzw. Ansätzen zu Korrekturen sah es in diesem Jahr bisher nach einer – gesunden –– Korrektur im Aufwärtstrend aus. Die Börsen sind anschließend weiter gestiegen. Wenn Sie hier vorschnell verkauft hätten, müssten Sie in der Regel zu wesentlich höheren Kursen wieder einsteigen. Aus diesem Grund setzen wir auch keine zu engen Stops. Es sei denn, Sie agieren als sehr kurzfristiger Trader, dann müssen Sie bei den kleinsten Anzeichen einer Korrektur raus, um dann sofort wieder zu kaufen. Doch diese Strategie trifft nicht auf Taipan zu. Und selbst für den Trader-Dienst Wall Street Radar ist uns das zu hektisch, da immer die Gefahr besteht, zu früh zu verkaufen.

Ein zweiter Punkt ist wichtig, die unterschiedliche Bewertung der Aktien. Unabhängig davon, ob sich eine Aktie charttechnisch auf Höchstständen befindet, kann eine Aktie mit einem KGV von 14 oder mit einem von 35 bewertet werden. Es ist klar, welche Aktie in einer Korrektur eher abgestraft wird. Im Strategie-Papier von Taipan achten wir sehr genau darauf, bei welcher Aktie nicht nur charttechnisch, sondern auch fundamental die Luft dünn wird. Auch hier gilt natürlich: Gewinne laufen lassen, solange der Trend intakt ist, doch in der Regel ziehen wir den Stop enger.

Besonders kritisch sind bei Aktien, die fundamental kein Schnäppchen mehr sind, die Quartalszahlen. Wenn diese auch nur im Rahmen der Erwartungen der Analysten ausfallen, wird die Aktie abgestraft. Selbst wenn die Zahlen über den Erwartungen liegen wie das beim israelischen Überwachungsspezialisten Nice Systems der Fall war, können Analysten ebenfalls enttäuscht sein und die Aktie fällt. Solche Unternehmen rechtfertigen ihre nicht mehr billige Bewertung nur dann, wenn das Gewinnwachstum weiterhin sehr hoch ist, so dass das KGV trotz Kursanstieg noch moderat bleibt.

Deshalb empfehle ich Ihnen in der aktuellen überhitzten Situation: Bleiben Sie auf jeden Fall weiter investiert. Zurzeit sieht es weiterhin nach einer Korrektur im Aufwärtstrend aus, heißt Stops sukzessive anpassen. Sobald der Trend bricht, raus aus den Aktien, sofern die Stops noch nicht ausgelöst worden sind.

Kasachstan – Die unentdeckte Chance

von Daniel Wilhelmi

Zum Abschluss der Leseprobe neuen Buch von Herrn Vaupel und mir hier nun eine Leseprobe über Kasachstan. Einen der aussichtsreichsten Emerging Markets aus der 3. Reihe, den erst sehr, sehr wenige Anleger wirklich auf der Watchlist haben. Dabei sollte, nein muss, jeder weitsichtige Anleger man dieses Schwellenland kennen. Legen wir direkt los:

„Kasachstan ist eine typische russische Splitterrepublik. Die Kasachen stammen ursprünglich von Nomadenstämmen aus der Türkei und der Mongolei ab, die im 13. Jahrhundert in das Gebiet immigrierten. Kasachstan stand jedoch die meiste Zeit seiner Geschichte unter Fremdherrschaft: Von Dschingis Kahn im 13. Jahrhundert über das russische Zarenreich bis zur UdSSR, die Kasachstan 1936 zu einer Sowjetrepublik machte. Durch die ständige Besatzung konnte sich eine eigene nationale Identität nur schwerlich entwickeln.

Die Stärken von Kasachstan liegen in seiner geographischen Lage, seiner jungen Bevölkerung aber vor allem in den gigantischen Rohstoff-Vorkommen, die unter der Erde Kasachstans liegen. Diese Rohstoffressourcen werden dafür sorgen, dass aus dem noch weitgehend unbekannten GUS-Staat in den kommenden Jahren einer der neuen Big Player im Rohstoff-Sektor werden wird.

Zudem besitzt das Land eine fast einmalige geographische Lage. Kasachstan grenzt gleich an zwei BRIC-Staaten, nämlich Russland im Norden und China Osten/Südosten. Und zwar nicht mit einem Grenzstreifen von zwei oder drei Metern. Die Grenze nach China umfasst 1.533 km und nach Russland sogar 6.846 km. Auf der Welt gibt es nur drei weitere Länder, die eine ähnlich zukunftsträchtige Geographie aufweisen und mit weiten Grenzverläufen gleich an zwei der vier BRIC-Megamärkte grenzen: Burma (China und Indien), Nepal (China und Indien) und China selbst (Russland und Indien).

Besondere geografische Lage und gewaltige Rohstoff-Vorkommen

Zudem verfügt Kasachstan im Südwesten auch einen direkten Zugang zum Kaspischen Meer, das zu ca. einem Viertel zu kasachischem Hoheitsgebiet gehört. Dieser Zugang über die Küste und die zwei Hafenstädte Atyraú und Aqtaú bieten Anschluss an die Türkei und über den Iran an den Nahen Osten. Gleichzeitig bildet man im Zentrum von Eurasien die Schnittstelle zwischen Europa und Asien (in der Geographie wird der Ural als Trennlinie angesetzt).
Also eine perfekte Lage für den GUS-Staat, um von den Aufstiegen Russlands und Chinas zu profitieren.

Tatsächlich erinnert die Geographie etwas an Deutschland, dass mit seiner Lage im Herzen Europas von dem Wirtschaftsaufschwung der europäischen Nachbarländer profitierte. Auch Kasachstan wird von der geographischen Lage profitieren. Aufgrund seiner Rohstoffvorkommen wird Kasachstan in Zukunft ein immer bedeutenderer Handelspartner für China, Russland aber auch Indien werden.

Noch ist Russland mit einem Anteil von 13,1% das größte Einzelland, in das die kasachischen Exporte fließen. Aber China holt gewaltig auf: Bereits 9,8% aller Exporte gehen in das Reich der Mitte. Damit ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis China Deutschland überholen wird. Deutschland ist derzeit mit einem Exportanteil von 10,4% der Hauptabnehmer aus der Eurozone, die wiederum noch die größte Exportregion der kasachischen Wirtschaft ist (weitere 7,9% der Exporte werden nach Italien und 7,6% nach Frankreich verkauft).“

Sie können das Buch „Unentdeckte Chancen“ von Herrn Vaupel und mir problemlos beim Online-Versandhaus Amazon unter www.amazon.de oder direkt beim FinanzbuchVerlag unter www.finanzbuchverlag.de bestellen. Der Eckdaten: „Unentdeckte Chancen – Rohstoffe und Emerging Markets von morgen“, Seitenzahl: 332, Preis:29,90 €, ISBN-Nummer: 978-3-89879-276-9. Es freut mich zu hören, wie es Ihnen gefallen hat.

Türkei: „Bibeln und Keulen“

von Volkmar Michler

Eigentlich hatte ich für den heutigen Profit Radar einen Beitrag zum Thema Verkaufsstrategie an der Börse geplant. Doch die Reaktionen auf die letzten Leser-Beiträge zum Thema Türkei halten an. Die Diskussion um einen möglichen EU-Beitritt der Türkei wird auch unter den Profit-Radar-Lesern teilweise sehr emotional geführt. Ich gebe Ihnen die nachfolgenden Leser-Mails unkommentiert weiter. Damit möchte ich das Thema Türkei – zumindest was einen möglichen EU-Beitritt anbelangt – fürs erste dabei belassen.

Sehr geehrter Herr Michler,

ich finde die Beiträge/Zuschriften spannend aber auch zum Teil polarisierend. Sicher haben beide Seiten irgendwo Recht. Auch ich finde, die Türkei ist noch nicht beitrittsreif. Aber sie ist, wenn auch recht langsam, auf dem Weg dazu. Grosse Umwälzungen und Veränderungen der Gesellschaft brauchen immer viel Zeit.

Was ich aber nicht verstehe, warum hat die Beitrittsfähigkeit von Bulgarien und Rumänien oder dem ganzen Ostblock niemand in Frage gestellt? Die sind doch keinesfalls besser. Überall herrscht Korruption; Armut, Verfolgung von Minderheiten (z.B. Homosexuelle, Sinti und Roma usw.). Ist das besser als in der Türkei? Ich denke, von der Bevölkerung wollte auch kaum jemand den Beitritt dieser Länder. Aber bei der Türkei wird viel mehr Aufhebens darum gemacht.

Solche "Kuriositäten", wie die Verhaftung des Familienvaters (von dem ich erst hier erfahren habe) gibt es überall, auch bei uns. Das sind manchmal Auswüchse von Bürokratie. Ich denke wir sollten uns bei vielem an die eigene Nase fassen und für andere Länder nicht höhere Hürden stellen als sie bei uns gelten. Auch in der jetzigen EU gibt es viele Misstände, aber die lassen sie nicht so pubizitätsfördernd verkaufen wie der "Nichtbeitritt der Türkei". So wird seitens der Politik nur von den wirklichen Problemen der EU abgelenkt.

Ausserdem war es noch nie ausschlaggebend ob und warum ein Land in die EU will und ob das die Bevölkerung der restlichen EU-Länder das will. Es sind einzig und allein die Wünsche der Wirtschaft ausschlaggebend. Und wenn sich die Wirtschaft einen Vorteil vom Beitritt verspricht (billige Produktionsmöglichkeiten, Absatzmöglichkeiten) dann wird ein Land früher oder später auf jeden Fall aufgenommen. Warum hört man schon von Spekulationen, dass Länder wie die Ukraine und Weissrussland zu den nächsten Beitrittskandidaten gehören werden? Sind die etwa besser als die Türkei?

Zum Schluss möchte ich anmerken, dass ich kein Türke bin und auch nicht alles in der Türkei gutheisse, aber man muss sich auch mal die anderen Länder anschauen, die nun schon in der EU sind. Und dann kann man sich wirklich fragen, wie die reingekommen sind!!

Mit freundlichen Grüssen

B. Svedic

Guten Tag Herr Michler,

es war wirklich interessant die Beiträge zur Türkei zu lesen. Einen Punkt hab ich noch als Ergänzung:

Konkret:

Solange bis heute die Regierung, das Parlament und viele türkische Historiker den Völkermord an den Armeniern leugnen, solange Schriftsteller wie der Friedensnobelpreisträger Pamuk bedroht und angeklagt werden, solange Europa mit Steuergeldern Moscheen bauen – im Gegenzug christliche Kirchen angezündet und Bibelverkäufern die Kehle aufgeschnitten wird, solange „Ehrenmorde“ begangen werden, genau solange sind die Türken schlicht nicht beitrittsreif und sollten als Waffen nur Keulen in die Hand gedrückt bekommen, in der Hoffnung, dass die sich die Schädel gegenseitig einschlagen und sich das Problem somit von ganz allein löst.

Mit freundlichem Gruß,
Thomas G.

„Bitte keine Ausländerfeindlichkeit“

Sehr geehrter Herr Michler,

nichts gegen Ihr Fachwissen an der Börse allgemein. Jedoch erwarte ich von einem zivilisiertem Menschen, welcher in einem "demokratischen" Staat lebt und die deutsche Verfassung ansatzweise gelesen haben sollte, ein gewisses Feingefühl in dieser diferenzierten Welt.

Über die Demokratie läst es sich bestimmt streiten, darum würde ich gerne von Ihnen wissen, " Bitte gehen sie erstmal in sich und denken über die vergangenen Jahre in Deutschland nach (unter anderem an die neuen Gesetzgebungen) und beantworten Sie erst dann meine Frage, die lautet.

Ist alles was hier passiert, wirklich der Demokratie entsprechend und damit auch Gerechtigkeitsnahe?

Wenn ich noch weiter in der Geschichte zurück gehen würde, fällt mir leider nur ein Schlagwort ein und die lautet "Ausbeutung".

Vielleicht werden Sie mir jetzt nicht ganz in allen Einzelheiten zustimmen, aber die Ausbeutung geht immer noch weiter....

Worauf ich eigentlich nur hinaus wollte, ist die Tatsache, dass diese ganzen Diskussionen nicht in der Ausländerfeindlichkeit enden sollten, da es leider noch genügend viele Menschen gibt die sich damit beauftragt fühlen dies aufrecht zu erhalten, mit dem Gedanken Demokratie in ein land zu bringen.

Desweiteren wissen sie mit Sicherheit auch nicht, wer alle Ihre Kommentare zu lesen bekommt. Geld und Moral haben sich nie gut verstanden.

Ein schönes Wochenende

Yüksel P.

Ps.: Wenn sie etwas mit Ihren eigenen Augen sehen, muss es nicht der Wahrheit entsprechen und wenn sie etwas mit Ihren eigenen Ohren hören, muss es noch lange nicht die Wahrheit sein.

Die Menschen schauen durch ein 1qm großes Fenster, jedoch wissen dann soviel, als würden sie durch 1qm schauen, leider. Deshalb sollten wir kleinen Menschen nicht das Spielball und damit auch das Werkzeug der großen werden.

Vietnam, Teil 2

von Daniel Wilhelmi

Hier nun der 2. Teil der Leseprobe aus dem neuen Buch „Unentdeckte Chancen“ von Rohstoff-Experte Michael Vaupel und meiner stets bescheidenen Königlichkeit. Ich will also gar nicht lange weiterreden. Legen wir direkt los:

„Der wirtschaftliche Aufschwung trägt bei der vietnamesischen Bevölkerung bereits Früchte. Der Anteil der Bevölkerung, der unter der Armutsgrenze lebt (definiert als ein Auskommen mit weniger als 1 USD pro Tag), ist in den letzten Jahren dramatisch gefallen. Lag der prozentuale Anteil Ende der 80er durch die Nachwirkungen der Kriegsjahrzehnte bei 70% (!), so sank er kontinuierlich über 35% im Jahr 2000 auf inzwischen unter 20%. Daher ist auch der inländische Binnenmarkt in den letzten fünf Jahren um starke 7,5% per annum gewachsen. Für 2007 liegen die Schätzungen ebenfalls bei 7,5%. Dabei hilft, dass die Sparrate der Vietnamesen deutlich niedriger als in anderen asiatischen Ländern ist.

Das liegt teilweise an dem extrem unterentwickelten Bankensektor, worauf wir gleich noch eingehen, und natürlich an dem im Vergleich zu anderen asiatischen Staaten niedrigem Lebensstandardniveau. Je unterentwickelter eine Bevölkerung ist, desto niedriger ist die Sparquote, da die Einkommen sofort in die Sicherung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Gesundheit, Bekleidung, Unterkunft) investiert werden.

Allerdings ist das nur eine Seite der Medaille. Denn die Löhne sind in den letzten Jahren massiv angestiegen – und trotzdem ist die Sparquote der Vietnamesen weiterhin niedrig. Ergo: Die Vietnamesen sind einfach ein konsumoffenes Volk. Selbst auf dem aktuell noch niedrigen Wirtschaftsniveau gibt man in Vietnam schon viel Geld für den Konsum aus. Eine ideale Voraussetzung für den Aufstieg des inländischen Binnenmarktes.”

„Smart Money“ fließt nach Vietnam

„…Das langfristig gigantische Potenzial Vietnams zieht inzwischen auch immer mehr ausländisches Kapital an. So ist die Summe der in Hanoi dringend benötigten ausländischen Direktinvestitionen in den letzten Jahren massiv angestiegen. (Unter Direktinvestitionen versteht man Investitionen in die reale Wirtschaft. Der Gegensatz sind Portfolioinvestitionen, die in den jeweiligen Finanzmarkt fließen).

Inzwischen hat die vietnamesische Regierung erkannt: Das Land braucht die ausländischen FDIs (Foreign Direkt Investments, englischer Fachausdruck für ausländische Direktinvestitionen) dringend, um die ehrgeizigen Wachstumspläne, vor allem im Infrastrukturbereich, umsetzen zu können. Daher wird die Obergrenze für ausländische Direktinvestitionen immer wieder erhöht. So stieg die Summe der bisher in 2006 bewilligten

FDIs gegenüber 2005 wieder um 25,9% auf 5,2 Mrd. USD an.Die vietnamesischen Behörden haben für das Gesamtjahr 2006 die Marke von 7,0 Mrd. USD angepeilt, was mit Sicherheit auch erreicht wird. Die effektiven ausländischen Direktinvestitionen, von denen sehr viele Gelder aus Japan kommen, werden in 2006 insgesamt 5,0 Mrd. USD erreichen (hinter Japan weisen auch Südkorea, Hong Kong, Taiwan und Singapur hohe FDI nach Vietnam auf). 2005 waren es noch 3,9 Mrd. USD. Tatsächlich ist Vietnam weltweit eines der Länder mit dem höchsten prozentualen FDI-Anteil im Vergleich zum BIP. In Asien weist lediglich Singapur einen höheren Prozentsatz auf.

…Vietnam ist beim Smart Money, dem „klugen Geld“ der besonders gut informierten Hochfinanz und der Wirtschaft, fraglos heiß begehrt.“