Der Bürgerkrieg in Syrien hat sich in den vergangenen Jahren zu einem internationalen Konflikt ausgeweitet. Mehrere ausländische Mächte ringen in dem Land um Einfluss.
Russland:
Präsident Wladimir Putin steht seit Beginn des Krieges 2011 fest an der Seite von Machthaber Baschar al-Assad.
Mit seiner militärischen Intervention 2015 hat Russland den Sturz seines langjährigen Verbündeten verhindert und den Krieg zu dessen Gunsten gewendet.
Russland hat damit seine einzigeMarinenbasis im Mittelmeer gesichert und ...
US-Präsident Donald Trump ordnete aber auch Angriffe auf Assads Truppen an.
Mit dem Nato-PartnerTürkei liegt Washington im Syrien-Konflikt über Kreuz.
Im Kampf gegen die IS-Miliz in Nordsyrien setzen die USA auf die mit Ankara verfeindeten kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die sie mit Waffen, Ausbildern und Spezialkräften unterstützen.
Als einziger Verbündeter in der arabischen Welt und als Brücke zur libanesischen Hisbollah-Miliz ist Syrien für Teheran seit den 80er Jahren von strategischer Bedeutung.
Die iranischen Revolutionsgarden schickten daher früh "Militärberater" nach Syrien, um den Sturz Assads zu verhindern.
Der Einsatz ist kostspielig für Teheran und sorgt zunehmend für Unmut in der Bevölkerung.
Türkei:
Ankara unterstützt seit Beginn des Konflikts die Freie Syrische Armee (FSA) und andere Rebellengruppen im Kampf gegen Assad.
Dass die Türkei dabei auch mit radikalen Islamisten paktiert, brachte ihre Kritik der Nato-Partner ein.
Zugleich hat die Türkei drei Millionen syrische Flüchtlinge aufgenommen, was zunehmend zu Spannungen in der Bevölkerung führt.
Bis heute fordert Präsident Recep Tayip Erdogan den Sturz Assads, doch wichtiger ist für ihn die Eindämmung der Kurdenmiliz YPG, die eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist.
(... Natogewächs, Bodenhaftung verloren, Schreihals => dieser Mann ist als Außenstehender nur noch nervtötend, so wie alle anderen politischen Psychopathen wie Putin, Trump & Co ... die merken selber gar nicht mehr, wie krank sie auf andere wirken und es auch sind ...)
Golfstaaten:
Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar waren neben der Türkei lange die wichtigsten Unterstützer der Rebellen.
Besonders Katar schreckte dabei auch nicht auch nicht vor Schützenhilfe für den syrischen Al-Kaida-Ableger und andere radikale Islamisten zurück.
Heute ist die Unterstützung vorwiegend politischer Art, und besonders Riad setzt sich als Vermittler ein.
Das streng sunnitische Königreich ist in Syrien vor allem an der Eindämmung seines schiitischen Rivalen Iran interessiert.
Israel:
Größte Sorge Israels ist, dass sich die radikale Hisbollah und die iranischen Revolutionsgarden an seiner Grenze festsetzen.
Israels Luftwaffe flog in den vergangen Jahren dutzende Angriffe auf Waffenkonvois für die Hisbollah, auf Waffenfabriken und Stützpunkte in Syrien.
Es will auf jeden Fall verhindern, dass der Iran Militärbasen und einen Marinestützpunkt am Mittelmeer erlangt.
* * * *
(... Blutiges Schlachtfeld der Waffennationen wie USA, Russland, China, Israel, Frankreich, Großbritannien, Deutschland uvm., um ihre Waffen, Waffensysteme und neuesten Waffentechnologien zu testen ... im stillen Kämmerchen sollte man sich schon bewusst sein, wie menschenverachtend und grausam diese Systeme und ihre Handlanger inklusive Politiker über die Köpfe hinweg derer handeln, die sie gewählt haben ... ganz zu schweigen von dem, mit welcher gespaltener Zunge die Initiatoren, Protagonisten und Kriegstreiber reden und herumschreien ... der Mensch würde sich wundern, wie herrlich das Leben für alle sein könnte, wenn man Macht und Herrschaft nicht anderen Menschen in unverantwortlicher Weise überlassen würde ... denn wer die Waffe hat sowohl im persönlichen als auch in einem übergeordneten kollektivenGesellschaftsbereich, nimmt sich seit menschengedenken mit zunehmender Dauer das Recht heraus, unrecht zu handeln und es auch noch schön zu reden ...)
Die Bodenseeregion - DeutschlandsRüstungscluster Nr.1
* * * *
(... irgendwann kommt jeder mal mit der Waffenindustrie in Berührung, ob in der Produktion, für den Transport, bei einem Besuch von Waffensystemen und deren Infrastruktur oder in der tödlichen Anwendung einer Waffe ... im Zuge einiger Vorstellungsgespräche für einen Elektronikjob gibt ein Personaldienstleister auf meine Frage, ob er auch einen reinen "Löterjob" kenne, die Antwort: "Ja, bei Rheinmetall". Da gäbe es gute Arbeitsstellen für Waffenlenksysteme etc ... diese Idylle Bodensee, und dann hinter diese Fassaden zu schauen => was für ein Kontrastprogramm ! ... in dieser Branche zu arbeiten, hieße mein ganzes Leben zu verleugnen, das geprägt ist durch eine humanistische, pazifistische Einstellung zu Mensch, Tier und Pflanzen und zum Leben auf diesem Planeten Erde ... leider haben mein "Alter" und seine Pfarrerskollegen nie von der Kanzel sich kritischgegen die Rüstungs- und Waffenindustrie und ihre Handlanger inklusive aller Politiker geäußert => waren und sind ihnen die Hände gefesselt und ihre Münder geknebelt, dass sie kein Wort über Mörder- und Kriegssysteme verlieren ? ... so gesehen widersprechen sich alle monotheistischen Religionen, da sie das Töten verbieten und im gleichen Atemzug Tag für Tag es anwenden und billigen ! ... und dass "Krieg" das letzte Mittel in der Politik sei, ist auch eine schon in der Schule von Lehrern und in den Medien beliebte vermittelte Lüge => Krieg ist ein fester Bestandteil der Politik und nur die Politik - so Njoman - die ohne Töten auskommt, ist eine gute Politik ... er muss es wissen, durch Politik und Weltpolitik sind Brüder von ihm ermordet worden ...)
Dieses Buch reflektiert eine in jeder Hinsicht ungewöhnliche Lebensgeschichte:
Zwei Mal wegen Mitgliedschaft in der RAF zu insgesamt mehr als sieben Jahren Gefängnis verurteilt, entscheidet sich Margrit Schiller 1985, die alte Bundesrepublik zu verlassen und nach Kuba ins Exil zu gehen, um einer erneuten Verhaftung und der drohenden Sicherheitsverwahrung zu entgehen.
Acht Jahre später emigriert sie mit ihrem kubanischen Mann und den beiden in Kuba geborenen Kindern nach Uruguay, ein Land, in dem von 1973 bis 1985 eine Militärdiktatur herrschte, aber auch die Stadtguerilla Tupamaros aktiv war, die heute die Regierung des Landes stellt.
Hier hofft Margrit Schiller, ihre Erfahrung als politische Aktivistin und ehemalige Gefangene mit anderen Menschen teilen zu können.
Ihr Buch ist ein ehrliches und selbstreflexives Zeugnis, das grundlegende Exilerfahrungen thematisiert.
Sie schreibt über die Macht der Bilder und wie diese täuschen können.
Mit wachem, kritischem Blick zeichnet sie die Probleme des Alltagslebens in Havanna und Montevideo nach.
Ihr Buch nimmt uns mit auf eine Reise, auf der es mehr als 15 Jahre kein Zurück gab.
Das Leben Lutz Taufers gleicht einer Suchbewegung, in der das Terrain der westdeutschen radikalen Linken vermessen wird:
Rebellion gegen die verkrusteten Verhältnisse der Adenauerära in der badischen Provinz,
1968 in Freiburg, Basisgruppe Politische Psychologie in Mannheim,
Sozialistisches Patientenkollektiv in Heidelberg,
Mitglied des Kommandos Holger Meins der RAF,
Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm,
mitverantwortlich für die Erschießung von zwei Geiseln,
20 Jahre Haft, ein Dutzend Hungerstreiks bis an den Rand des Todes,
nach der Freilassung ein Jahrzehnt Basisarbeit in den Favelas von Rio de Janeiro, heute im Vorstand des Weltfriedensdienstes.
Die Bilanz seines bewegten Lebens lautet:
Ohne entschiedenes politisches Handeln lassen sich die versteinertenVerhältnisse, die für die großeMasse der Menschen dieses Planeten keinePerspektive bieten, nicht verändern.
Genauso gilt aber:
Das Ziel einer befreitenGesellschaft muss sich in den Mitteln des Widerstands spiegeln.
Favelas“ sind inoffizielle Bezirke der Metropole Rio de Janeiro, illegal
gebaute Stadtteile – scheinbar Welten ohne Regeln.
Dort herrscht
größten Teils die Drogenmafia.
Die Polizei versucht jetzt Ordnung ins
Chaos zu bringen.
Eine Mamut-Aufgabe für Behörden und Sicherheitskräfte
aber auch für die Bewohner selbst.
Täglich sterben im Großraum Rio 16 Menschen an Schussverletzungen.
Die
Behörden setzen beim Kampf gegen Gewalt und Verbrechen in einem ersten
Schritt auf das „Schock-Team“ der Militärpolizei von Rio de Janeiro
(Batalhão de Polícia de Choque - BPChq).
Die Spezialeinheit besetzt die
Favelas und macht den Weg frei für die sogenannten „Friedenseinheiten“.
Sie sollen im zweiten Schritt den Bewohnern der Favelas dauerhaft
Sicherheit geben.
Abenteuer Leben begleitet einen Militärpolizisten des
Schock-Teams und einer Friedenseinheit bei der Erstürmung einer
Problem-Favela bis zur Eröffnung der neuen Polizeiwachen.
vs.
Zitat
Ich wohne fast 30 Jahre hier.
Meine Antwort wirst Du mit der Deutschen
Mentalität vielleicht nicht verstehen.
Erstens bestehen diese Favelas
schon seit Jahrzehnten.
Ein Grossteil der Bevölkerung ist ungebildet und
deshalb viel einfacher zu manipulieren.
Einige Politiker sind eng mit
den Favelachefs verknüpft, weil sie dadurch Wahlen gewinnen können (du
siehst ja wie viele Leute in der Favela wohnen).
Dummheit der Polizei ?
Ich war gerade unterwegs und hatten engen Kontakt
mit einer deutschen Polizistin, welche eine Einheit leitet, welche das
organisierte Verbrechen in Deutschland bekämpft.
Sie war klipp und klar:
"Ich werde als zu bissig und ehrlich angesehen.
Du kommst nur hoch in
der Polizei wenn du politisch bist, heute ist das Hauptgewicht der
Polizei leider nicht mehr die Investigative, sondern die Politik".
(Notiz: ... würden die Drogen legalisiert werden, dann würden auch Politiker und die obersten Posten der "Gesetzeshüter" auch nichts mitverdienen. So sieht also der Alltag dann für die unteren Ränge der "Gesetzeshüter aus: sie täglich mit dem Pack von der Basis auseinandersetzen bis zum Burn out ...)
Übrigens gibt es noch ein anderes Problem, dass so ernst - oder noch
schlimmer - wie die Drogendealer sind:
die Miliz
Einige Favelas werden
von ihnen dominiert,
sie sind der Abschaum der Gesellschaft,
kommen von
der Polizei oder sogar vom Militär,
kennen deshalb die Strukturen
und
erpressen die lokale Bevölkerung durch "Aufpreise" von Naturgas, etc.
Beltrami, der Sicherheitschef, ist eigentlich sehr beliebt bei der
Bevölkerung, weil er keine politischen Ambitionen hat, er ist eigentlich
ein Ideologe.
Er spricht Dinge an, die viele nicht gerne hören und er
wird den Bettel bald hinschmeissen, sicherlich frustriert, weil seine
ganze Arbeit für nix war.
Die UPPs haben ihren Einfluss schon verloren,
die Leute in der Favelas sind weiterhin bewaffnet und das grosse
Inkognito wird sein, was genau passieren wird, nachdem die
Para-olympischen Spiele vorbei sein werden, denn der Bundesstaat Rio
wurde vom ICO und seiner korruptenHelfershelfer geplündert und wird
bald bankrott deklarieren.
Inclusive, liebes Deutschland, ihr habt sehr viel Geld durch deutsche
Firmen etc. verdient, mit der Konstruktion im Stadtzentrum, die
Konkurrenz wurde auch durch Bestechung gewonnen, das habe ich mit
eigenen Augen gesehen, niemand hat mir das erzählt.
Es ist leider so,
dass es
sehr einfach ist, Gesellschaften für deren passiveKorruption zu
kritisieren,
schwierig aber, die Augen zu öffnen und zu sehen, dass die
eigene Regierung oder eigene Firmen durch aktiveKorruption
unterstützen,
Anonyme Drahtzieher etablieren eine Zwangsherrschaft und betreiben eine Schule der Diktatoren, um so den jeweils amtierenden Staatschef nach einem Attentat jederzeit ersetzen zu können – und das Volk merkt nichts.
»Dieses Buch ist ein Theaterstück und hat ein Anliegen. Das Anliegen ist älter und das Thema, leider, nicht veraltet. Es gibt chronische Aktualitäten.«
Fünf Jahre hat Martín Caparrós den ganzen Globus bereist, um diese
Schande zu kartografieren:
Er war in Niger, wo der Hunger so aussieht,
wie wir ihn uns vorstellen;
in Indien, wo mehr Menschen hungern als in
jedem anderen Land;
in den USA, wo jeder Sechste Probleme hat, sich
ausreichend zu ernähren, während jeder Dritte unter Fettleibigkeit
leidet;
in Argentinien, wo Nahrungsmittel für 300 Millionen Menschen
produziert werden, obwohl sich viele Bürger kein Fleisch mehr leisten
können.
Am Ende dieser Reise steht ein einzigartiges Buch:
Großreportage,
Geschichtsschreibung
und
wütendes Manifest.
Der Hunger,
so Caparrós, ist keine Naturkatastrophe, die schicksalhaft über die
Menschen hereinbricht.
Der Hunger ist der krassesteAusdruck der
gigantischen sozialen Ungleichheit in einer Welt, in der das reichste
Prozent mehr besitzt als alle anderen zusammen.
Drei Frauen waren um das Krankenlager versammelt: Großmutter, Mutter, Tante. Ich hatte eine Weile zugesehen, wie Mutter und Tante langsam die beiden Plastikteller, die drei Löffel, den rußigen Topf, den grünen Eimer zusammenpackten und alles der Großmutter übergaben. Die beiben nahmen die Decke, legten zwei, drei Hemdchen, ihren übrigen Habseligkeiten hinein und schnürten ein Bündel, das die Tante sich auf den Kopf setzte.
Doch als die Tante sich über das Lager beugte, den Kleinen hochhob, ihn befremdet, ungläubig ansah und ihn auf den Rücken der Mutter auf den Rücken legte, so wie Kinder in Afrika gewöhnlich auf den Rücken ihrer Mütter gelegt werden - die Beine und Arme und Beine gespreizt, die Brust gegen den Rücken gepresst, das Gesicht zur Seite gedreht - und ihn mit einem Tuch festband, brach es mir das Herz. Der Kleine war an seinem angestammten Platz, bereit für den Heimweg, tot.
Ich glaube, hier hat dieses Buch seinen Anfang genommen, in einem Dorf in der Nähe, irgendwo in Niger.
Ich saß mit Aisha auf einer Siasalmatte vor der Tür ihres Hauses, schweißtreibende Mittagshitze, staubtrockener Boden, der Schatten eines dürren Baumes, das Geschrei der herumtollenden Kinder, und als sie mir von der Kugel Hirsebrei berichtete, die sie jeden Tag aß, und ich fragte, ob sie tatsächlich jeden Tag eine Kugel Hirsebrei esse, prallten unsere Kulturen zum ersten Mal aufeinander.
"An jedem Tag, an dem es dafür reicht." Sagte sie und senkte beschämend den Blick; ich fühlte mich wie ein Idiot. Wir sprachen weiter über Nahrung oder besser gesagt, den Mangel an derselben, und ich war in all meiner Naivität zum ersten Mal mit dem Hunger in seiner extremsten Form konfrontriert. Nach zwei überaus aufschlussreichen Stunden fragte ich sie - diese Frage würde ich später noch oft stellen -, was sie sich wünschen würde, wenn ein Zauberer käme, der jeder ihr jeden Wunsch erfüllen könnte, ganz gleich welchen.
Aisha überlegte, als hätte sie sich diese Frage noch nie gestellt. Sie war Anfang, Mitte dreißig, hatte eine Adlernase und traurige Augen, der übrige Körper war von fliederfarbenem Stoff bedeckt.
"Ich wünsche mir eine Kuh, die viel Milch gibt. Die würde ich dann verkaufen, von dem Geld könnte ich Krapfen machen und sie auf dem Markt anbieten. So kämen wir halbwegs über die Runden."
"Nein, so meinte ich das nicht. Der Zauberer könnte Dir jeden Wunsch erfüllten, egal welchen. Also, um was würdest ihn bitten ?"
"Wirklich jeden ?"
"Aber ja."
"Zwei Kühe vielleicht ?" Sagte sie leise und fügt hinzu: "Dann müsste ich nie mehr Hunger leiden."
So wenig, dachte ich im ersten Moment. Und doch so viel.
Wir kennen den Hunger, verspüren ihn zwei- bis dreimal am Tag. Hunger ist das Normalste von der Welt, und doch ist den meisten von uns nichts fremder als echter Hunger.Wir kennen den Hunger, verspüren ihn zwei- bis dreimal am Tag.
Doch zwischen diesem alltäglichenHunger, der jeden Tag aufs Neue befriedigt wird, und dem verweifeltenHunger derjenigen, die ihm ohnmächtig ausgeliefert sind, liegen Welten.
Der Hunger war seit je die Triebfeder, für gesellschaftlichen Wandel, technischen Fortschritt, Revolutionen, Konterrevolutionen. Nichts hat die Geschichte der Menschheit stärker beeinflusst.
Keine Krankheit, kein Krieg hat mehr Opfer gefordert.
Keine Seuche ist so tödlich und dabei so vermeidbar gewesen wie der Hunger.
(Notiz: ... während eines Spaziergangs mit dem Labrador, mich mit einem Rentner unterhalten, der nach dem Krieg von "Ostdeutschland" über das Ruhrgebiet in den Südwesten Deutschlands kam und sich eine gute Existenz aufbauen konnte. Doch in letzter Zeit wacht er vermehrt nachts auf in Erinnerung an die schlimmen Nachkriegszeiten ... es war der Hunger der ihn gequält hatte, und wovon er in letzter Zeit immer öfters träumt und davon aufwacht ...)
[...]
Hunger als punktuelle, erbarmungslose Katastrophe gibt es nur im Zusammenhang mit Kriegen oder Naturkatastrophen. Doch es bleibt all das, was sich nicht so leicht zeigen lässt:
Die Abermillionen Menschen, die nicht ausreichend essen - und die darunter leiden und dabei draufgehen.
Der Eisberg, über den dieses Buch berichten und nachdenken will.
Ich will damit sagen, ja, wie soll ich es ausdrücken, mein freundlicher, wohlwollender, ein wenig zerstreuter Leser:
Können Sie sich sich vorstellen, was es heißt, nicht zu wissen, was man am nächsten Tag essen soll ?
Können Sie sich ein Leben vorstellen, in dem Sie jeden Tag aufs Neue fragen, was Sie morgen essen werden ?
Ein Leben, das primär aus dieser Ungewissheit besteht, aus der damit verbundenden Angst, der Frage, wie man Herr werden soll, daraus, an kaum etwas anderes denken zu können, weil jeder Gedanke von diesem Mangel beherrscht ist.
Können Sie so ein so eingeschränktes, kurzes, oft äußerst schmerzliches, hart erkämpftes Leben vorstellen ?
"Der jährliche Hungertod von mehreren zehnMillionen Männern, Frauen und Kindern ist der Skandal unseres Jahrhunderts. Alle fünf Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren. Und das auf einem Planeten, der grenzenlosen Überfluss produziert ... In ihrem augenblicklichen Zustand könnte die Weltlandwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren, was gegenwärtig fast der doppelten Weltbevölkerung entspricht. Insofern ist die Situation alles andere als unabwendbar.
Ein Kind, das an Hunger stirbt,
wird ermordet",
schreibt Jean Ziegler, der ehemaligen UN-Sonderberichtserstatter für das Recht auf Nahrung, in seinem Buch Wir lassen sie verhungern.
Regieren heißt, die allgemeine Ignoranz auszunutzen, um aus der eigenen das größtmögliche Kapital zu schlagen.
In diesem Fall ein ausgesprochener unglücklicher Zufall.
Niger besteht zu drei Vierteln aus unfruchtbarem Land und quasi Unterboden.
Ein paar Kilometer weiter südlich gibt es riesige Erdölvorkommen, aber die gehören zu Nigeria - und die Bewohner auf dieser Seite der Grenze haben kein Recht zu fördern, und hungern.
Es liegt eine gewisse Grausamkeit in diesen Zufallsgebieten, die wir Länder nennen und die, so redet man uns ein, unser Ureigenstes sind, das wir von ganzem Herzen lieben und mit unserem Leben verteidigen sollen.
[...]
Das Wort "Sahel" bedeutet Küste - Küste der Sahara. Es ist ein wüstenähnliches, flaches Gebiet, in dem einst einige der mächtigsten Reiche Afrikas prosperierten:
zum Beispiel im 14. Jahrhundert, als die Herrscher von Timbuktu Salz aus der Wüste im Norden gegen Sklaven aus den Urwäldern im Süden tauschten und mit den Erlösen einer der größtenStädte ihrer Zeit erbauten.
Die Sahelzone ist ein etwa 400 km breiter Übergangsraum zwischen Sahara und Dornsavanne bis zu den feuchten Savannengebieten des Sudan in Afrika. Ihre Ost-West-Ausdehnung beträgt 5000 km. Sie reicht von der Atlantikküste im Westen bis an den Nil im Osten.
Die Sahelzone ist zudem das Gebiet, das dem Wort "Notstand" eine neue Bedeutung gab, welches zuvor außergewöhnlichen, unerwarteten Ereignissen vorbehalten war.
In der Sahelzone tritt jedes Jahr im Juni für Millionen von Menschen der Notstand ein:
die internationalen Organisationen warnen vor der Gefahr und entsenden ihre Hilfsgüter oder auch nicht,
Millionen von Menschen haben zu essen oder auch nicht,
und hier, im Bezirkskrankenhaus von Madaoua, fünfhundert Kilometer von Niamey entfernt, errichtet das Team von Ärzte ohne Grenzen (MSF) alle paar Tage eine neue Notunterkunft, weil immer mehr unterernährte Kinder eingeliefert werden.
- dem Centre de rehabilitation et d'educations nutritionnelle, kurz CRNI,
mit hundert Betten - befinden sich bereits über dreihundert kleine Patienten, und der Strom reißt nicht ab.
Von den rund 90.000 Kindern unter fünf Jahren, die im Distrikt Madaoua leben, wurden im letzten Jahr 21.000 wegen Unterernährung in diesem Zentrum und seinen Ablegern behandelt:
fast ein Viertel.
Dort sind in der letzten Woche 59 Kinder verhungert oder an hungerbedingten Krankheiten gestorben.
haben das Wort so inflationär verwendet, dass es verboten gehört.Doch stattdessen hat man es neutralisiert.
"Der Hunger in der Welt" -
wie in
"Was wollen Sie, den Hunger in der Welt abschaffen?" -
ist nur mehr eine Phrase, ein Gemeinplatz, ein fast schon sarkastischer Ausdruck, um bestimmte Bestrebungen ins Lächerliche zu ziehen.
Die Sache mit diesen abgenutzten, durch gedankenlosen Gebrauch abgeschliffenen Begriffen ist, dass man sie eines Tages plötzlich mit neuen Augen sieht, und dann zünden sie.
Die Begriffe verschwimmen und verstellen dem Leser den Blick.Ich möchte vorab klarstellen, was ich meine, wenn ich vom Hunger spreche - oder es zumindestens versuchen.
(Notiz: ... wir leben also hierfein geschützt durch einen grenzüberschreitenden Militärisch-Industriellen-Komplex und wohlernährtdurch wirtschafts-politisch protektierte Konzerne, die uns mit den tausenden Rohstoffen anderer versorgen, die ihrerseits täglich um ihren Anteil betrogen und bestohlen werden ... die Sonne scheint für alle, doch die Früchte sind ungerecht verteilt, für Millionen leidvoll bis tödlich ...
(Notiz: ... es spielt schon seit Jahrzehnten keine Rolle mehr, wer oben an der Spitze eines "Tiefen Staates" als die größten Ignoranten, Illusionisten und Wortverdreher sein Ding macht, es ist das wirtschafts-politische System, das den Militärisch Industriellen Komplex, den Konzernen, Banken und Vermögenden alle Freiheiten überlässt, und in letzter Konsequenz
Wer das mittlerweile immer noch nicht verstanden hat, will es auch nicht verstehen bzw. akzeptieren ... der hat auch nicht verstanden, dass im Zuge des großen Landraubs sprich "Land grabbing" Menschen von ihrem angestammten Platz, Heimat und Boden von Konzernen und Militärs gewaltsam vertrieben werden und fortan zu den Ärmsten der Armen gehören, sozusagen von heute auf morgen mit Nichts stehen sie da.
Zehn Prozent der Landfläche unseres Planeten, etwas fünfzehn Millionen Quadratkilometer,
etwa ein Viertelhektar für jeden Menschen
stehen als Ackerland dafür bereit,
Pflanzen wachsen und gedeihen zu lassen, die das Chlorophyll produzieren,
das die elektrische Energie der Sonne in chemische Energie umwandelt,
durch welche das das Kohlendioxid der Atmosphäre und das Wasser der Pflanzen in Sauerstoff und Kohlenhydrate umgewandelt werden.
Alles, was wir essen, sind letztlich direkt oder indirekt - über das Fleisch der Tiere, die ihrerseits Pflanzen verzehren - von der Sonne aufgeladene Pflanzenfasern.
Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann ein Erwachsener, der nicht mindestens 2.700Kilokalorien zu sich nimmt, seinen Energieverbrauch nicht wieder ausgleichen kann,
sie hatte noch nie elektrisches Licht, fließendes Wasser, einen Gasherd oder eine Toilette,
sie hat noch nie ein Kind in einem Krankenhaus zur Welt gebracht,
nie eine Fernsehsendung gesehen,
sie hat noch nie Hosen getragen,
noch nie eine Uhr oder ein Bett besessen,
sie hat noch nie ein Buch gelesen oder eine Zeitung,
hat noch nie einen Beitrag gezahlt, eine Coca-Cola getrunken, eine Pizza gegessen,
noch nie Zukunftspläne geschmiedet,
noch nie daran gedacht, dass ihr Leben anders sein könnte.
Sie hat noch nie daran gedacht, dass es ein Leben für sie geben könnte, in dem sie sich nicht die Frage stellen muss, ob sie morgen auch etwas zu essen hat.
Einer der bevorzugten Tricks der Berichte über den Hunger besteht darin - wenn sich das Wort nicht vermeiden lässt -, von einem unpersönlichen, nahezu abstraktenHunger zu sprechen.
Der Hunger als eigenständiges Subjekt
Gegen den Hunger kämpfen.
Den Hunger eindämmen.
Die Geißel des Hungers.
Doch der Hunger existiert nicht außerhalb der Menschen, die ihn erleiden.
Das Thema ist nicht der Hunger; es geht um eben diese Menschen.
[...]
Am Ende verwandeln sich die Probleme von Milliarden Menschen in einen Text, den nur Eingeweihte verstehen, während die Mehrheit nicht begreift, worum es geht.
(Notiz: ... das ist auch der Grund, warum ich persönlich selten in die Kirche gehe, kaum noch Nachrichten im Fernsehen schaue und keine volksverdummenden Marionetten und Wirtschaftsvertreter mehr wählen gehe
=> sie predigten Wasser und tranken Wein:
sie alle, die Religionen, die Wirtschaftspolitik und Mainstream-Medien ...)
(... keine Politik ist wählbar, die nicht das Verbrechen der Militärs, Konzerne und Banken bekämpft und ihre perverse und menschenverachtende Politik bricht:
... dies ist das Zeitalter "Friss oder stirb" ...
Wieder angekommen in den Zeiten und Zuständen des Feudalismus und Kolonialismus.
Der Reichtum, das Wunder der besten Versorgung und das Jammern auf höchstem Niveau liegt bei näherer und fairer Betrachtung einem "kapitalen" Verbrechen zugrunde - der Ausbeutung von Milliarden von Menschen und Gemeinschaften in strukturschwachen Regionen und Ländern.
Ein Mensch, eine Gemeinschaft, ein Volk, das hungert, ist schutzlos ausgeliefert:
er und es wird zum Spielball derjenigen, die auf einen Eroberungs- und Raubzug unterwegs sind.
Zitat
Ich wohne fast 30 Jahre hier.