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Sonntag, 11. Oktober 2009

Amadeus

Themenabend:

Die Macht der Musik

Wien, November 1823.


In die Stille der Nacht hinein ruft ein wie ein Gespenst herumirrender alter Mann: "Verzeih, Mozart, verzeih deinem Mörder!" Diese Worte spricht Antonio Salieri, der ehemals anerkannte Musiker und offizielle Hofkomponist.
  • In Rückblenden lässt er seine Vergangenheit und die wichtigste Begegnung seines Lebens Revue passieren.
  • Von Kindesbeinen an hat Salieri sich ganz in den Dienst Gottes gestellt und dazu verpflichtet, ihn mit seiner Musik zu ehren.
  • Als Belohnung für die großen Mühen fordert er ewigen Ruhm.
  • Kaiser Joseph II., der sein Talent anerkennt, lässt ihm die höchsten Ehren zuteilwerden.
Doch im Jahr 1781 kommt ein junger Mann nach Wien, dem der schmeichlerische Ruf vorauseilt, er sei der größte Komponist des Jahrhunderts: Wolfgang Amadeus Mozart.
  • Salieri wird sich der Bedrohung bewusst, die dieses arrogante, aber von ihm bewunderte Genie für ihn bedeutet, und beschließt, den Widersacher zu töten.
  • Ein virtuos gestalteter Film, dessen herrliche Bilder Mozarts Musik alle Ehre machen.
Ein aufwändig inszenierter Musik- und Künstlerfilms, der mit effektvollen Kinomitteln die Figur des Komponisten dem heutigen Publikum nahebringen will.
  • Der Konflikt zwischen Genie und Mittelmaß findet zwar Eingang in die Handlung, wird aber immer wieder von virtuos gestaltetem Entertainment überlagert (Lex. des Internat. Films).
(Quelle: tvtv.de, 3Sat)

***

Fazit: ... ob Salieri wirklich so ein schlimmer Mensch war wie im Film dargestellt, müsste nochmal überprüft werden ...

Montag, 20. Juli 2009

Erneuerbare Energien: Die Franzosen holen auf

Volkmar Michler


Liebe Leserin, lieber Leser,

Wenn ein Deutscher es auf alle Titelseiten, in TV- und Radiosendungen in Frankreich schafft, dann muss da etwas passiert sein. In der Tat: Das politische Urgestein der 68er Daniel Cohn-Bendit hat die Parteienlandschaft in Frankreich aufgemischt.
  • Als Spitzenkandidat der französischen Grünen hat er es geschafft, die zuvor völlig unbedeutende Öko-Partei in Frankreich zusammenzuschweißen.
  • Und: Er hat bei der Europa-Wahl im Juni einen regelrechten Triumph gefeiert. Mit 16,28%Grünen sogar fast gleichauf mit dem Sozialisten, die auf 16,48% der Stimmen waren die kamen.

Mit 20 Jahren Verspätung gegenüber Deutschland kommt jetzt in der Tat in Frankreich so etwas wie Umweltbewusstsein auf.
  • Zwar ist es durch die Wirtschaftskrise schwieriger geworden, finanzielle Mittel zum Schutz der Umwelt aufzubringen.
  • Doch die Franzosen waren bisher nie um ausgefallene Idee verlegen.

Bisher wurden Ökonomie und Ökologie fast immer als Gegensatz angesehen. Die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland zeigen aber, dass hier auch jede Menge Arbeitsplätze geschaffen werden können.


Der Öko-Trick mit den Obstkernen

Das entdeckt jetzt auch Frankreich, vor allem Südfrankreich, wo ich mich für rund 12 Wochen im Jahr aufhalte.
  • Vor ein paar Jahren spielte zum Spiel Solarenergie überhaupt keine Rolle.
  • Doch auf einmal erlebt sowohl Solarthermie (Warmwasser und Heizungsunterstützung) als auch Photovoltaik (Stromerzeugung) einen regelrechten Boom.
  • In dem kleinen Dorf zwischen Figeac und Cahors etwa 1,5 Autostunden nördlich von Toulouse im malerischen Lot-Tal, indem ich mich aufhalte, haben mittlerweile etliche der weit verstreut liegenden Nachbarn in irgendeiner Form Solarenergie (teilweise auch Geothermie).

Ein ehemaliger General der französischen Armee begann vor 3 Jahren seit schlecht orientiertes älteres Haus zu renovieren.
  • Zusammen mit einem Energieberater kam er auf die geniale Idee, vor seinem Pool eine nach Süden orientierte Umkleidekabine mit Solarzellen zu bestücken.
  • Der Holzanbau ist aber dann doch so groß geworden, dass man ihn als Gästehaus nutzen kann.
  • Und: Er liefert Wärme und Strom für das gesamte Haupthaus sowie in kälteren Jahreszeiten für den Pool.

Kleine Ideen mit großer Wirkung, die jetzt in Frankreich immer mehr Verbreitung finden. Zum Beispiel auch im benachbarten Departement Aveyron.
  • Dort musste ein Marmeladenproduzent jedes Jahr eine Menge Geld zahlen für die Entsorgung von Obstkernen.
  • Da kam dem Bürgermeister des Örtchen Cransac-les-Thermes auf die Idee, die Obstkerne anderweitig zu nutzen.
Warum jedes Jahr 300 Tonnen Obstkerne auf den Müll werfen, wenn man sie wie zum Beispiel Holzpellets auch verbrennen kann.
  • Genau das wurde jetzt umgesetzt.
  • Das Ergebnis: Rund ein Dutzend öffentlicher Gebäude und ebensoviel Privathäuser können jetzt mit erneuerbarer Energie aus Obstkernen versorgt werden.
Frankreich ist jetzt schon nach Deutschland der zweitgrößte Produzent von erneuerbaren Energien in Europa.
  • Und Frankreich holt auf.
  • Mit ehrgeizigen Plänen wollen die Franzosen die Deutschen in Puncto Umweltschutz sogar überholen.
  • Deshalb sollten Sie sich im Umweltbereich in Frankreich einmal umschauen.
  • Hier gibt es noch gutes Geld zu verdienen.

Gute Kurse

Donnerstag, 9. Juli 2009

„2009 bleibt ein gefährliches Jahr

von Volkmar Michler

Wed, 08. Jul 2009


Liebe Leserin, lieber Leser,

Im Profit Radar vom letzten Freitag hatte ich darüber geschrieben, dass die Arbeitslosigkeit die Börsen erwischt hat, nachdem die Hausse der letzten Wochen selbst notorische Optimisten überrascht hat.
  • Im Gegensatz waren meine Taipan-Kollegen und ich waren immer etwas vorsichtiger und haben eine Korrektur immer für überfällig und auch notwendig gehalten.
  • Entsprechend konsequent haben wir auch in unserem wöchentlichen Strategie-Papier von Taipan die Stops angepasst, um entweder Verluste von vornherein zu begrenzen oder bereits entstandene Kursgewinne abzusichern.
Jetzt hat Weltbank-Chef Robert Zoellick vor naivem Konjunktur-Optimismus gewarnt.
  • Pünktlich zum heutigen Beginn des nicht mehr zeitgemäßen G-8-Gipfels der wichtigsen Industriestaaten hat er einen Brief an den italienischen Regierungschef Berlusconi als Gipfel-Gastgeber geschrieben.
  • Ob der vom Politclown Berlusconi auch gelesen wird, ist noch eine andere Frage ;-)
Ändert aber auch nichts daran, dass der G-8-Gipfel eine längst überholte Veranstaltung der Vergangenheit ist.
  • Wenn Sie die beiden Profit Radar meines Kollegen Daniel Wilhelmi gelesen haben, dann wissen Sie warum.
  • Die Machtverschiebung in Richtung Emerging Markets, vor allem nach Asien ist längst im Gange.
  • Aus G8 müsste also längst mindestens ein G12 werden.
Doch zurück zur Optimismus-Kritik des Weltbankchefs.


Schädliche Abschottung

Zoellick hat eindeutig davor gewarnt, ein Ende der Weltwirtschaftskrise zu früh zu sehen.
  • Trotz der jüngsten Erfolge könne es leicht wieder zu Rückschlägen.
  • Wörtlich sagte er: „2009 bleibt ein gefährliches Jahr."
  • Dass man jedoch auch in einem „gefährlichen Jahr" ordentliche Gewinne über 120% und mehr einfahren kann, hat Taipan eindrucksvoll bewiesen.
  • Der Weltbankchef lobt zwar, dass die Regierungen und Notenbanken durch ihre Maßnahmen den „freien Fall der Weltwirtschaft" gestoppt haben.

Doch eine Erholung ist nicht so greifbar nahe, wie dies im Mega-Wahljahr gern dargestellt wird.
  • Hinzu kommt, dass viele Regierungen milliardenschwere Programme aufgelegt hat, die eindeutig protektionistische Züge zeigen.
  • Nicht nur, dass Marx wieder eine fröhliche Auferstehung feiert, nein, viele Regierungen tun so, als ob sie von der Globalisierung in den letzten Jahren nicht hervorragend profitiert hätten.
  • Eine protektionistische Abschottung könnte sich aber schon bald zu einem gefährlichen Bumerang entwickeln : Wenn man seine eigenen Märkte für die ausländische Konkurrenz abschottet, werden die eigenen Firmen kaum Marktanteile im Ausland gewinnen können.
  • Auch für die Börsen wäre das keine gute Entwicklung.

Gute Kurse


Licht und Schatten in den asiatischen Wirtschaften

von Daniel Wilhelmi


Tue, 07. Jul 2009

China braucht mindestens 8% Wachstum

Das klingt herausragend - und das ist es auch (wenn es denn so eintreten sollte).
  • Aber die magische Zahl, die sie bei China immer im Hinterkopf haben müssen, sind 8%.
  • 8% ist die Wachstumsgröße, die die chinesische Regierung selbst als Richtwert herausgegeben hat, damit genug neue Arbeitsplätze geschaffen werden, damit die horrenden Umweltschäden kompensiert werden können etc
  • Für 2010 liegen die Schätzungen auch wieder bei 8,0%. Wenn das so eintritt, dann ist China auf dem richtigen Weg und dann dürfte das etwas langsamere Wachstum in 2009 keine nachhaltigen Probleme mit sich bringen.
Das zweithöchte Wachstum in Asien besitzt ein Land, dass derzeit kaum Beachtung findet: Indien.
  • In Indien soll die Wirtschaft in 2009 zwischen 5,1% bis 6,2% wachsen.
  • In 2010 soll das Wachstum bereits wieder bei 6,5% liegen.
  • Im Frühjahr 2009 lagen die Expertenschätzungen überigens noch bei einem Wachstum zwischen 4,5% bis 5,2% für 2009.
Hintergrund sind in Indien aber nicht Milliardenschwere Konjunkturprogramme wie in China, sondern der positive Ausgang der Parlamentswahlen.
  • Nach dem überraschenden Sieg der Nationalen Kongresspartei ist nun endlich der Weg für längst überfällige Reformen im Wirtschaftssektor frei.
Sowohl in Taipan als auch für den Emerging Markets Radar haben unsere Schwerpunkte längst auf China und Indien gelegt, und werden diese auch weiterhin ausbauen.


Thu, 09. Jul 2009

Liebe Leserin, lieber Leser,

Das letzte Mal bin ich auf die Prognosen für die Wirtschaftsenwicklungen der BRIC-Staaten China und Indien eingegangen.
  • Tatsächlich gehören die Wachstumsprognosen für 2009 von durchschnittlich 6,8% für China und gut 5,7% für Indien zu den höchsten Wachstumsraten unter den großen Nationen.
In Afrika gibt es einige kleinere Länder, die ebenfalls sehr hohe Wachstumsraten aufweisen, aber das ist eine ganz andere, tiefere Liga.

Wie sieht es nun bei den anderen, kleineren asiatischen Ländern aus? Um es kurz zusammenzufassen:
  • Bis auf einige Lichtblicke eher düster.
  • Die hohe Exportabhängigkeit vieler asiatischer Länder bzw. die hohe positive Korrelation zu den internationalen Finanzmärken von Hongkong oder Singapur belasten Asiens Wirtschaften schwer.

Have a successful day


***


... in Indonesien wurde gewählt. Es hieß in den Nachrichten, dass der wiedergewählte Ex-General, das Land relativ sicher durch die Wirtschaftskrise gebracht hat. In solchen überschwänglichen Nachrichten werden der fortschreitende Raubbau an der Natur, Vetternwirtschaft und Korruption nicht mit einbezogen oder erwähnt ...


Donnerstag, 15. Januar 2009

Zurück aus Vietnam

von Volkmar Michler

Ich hätte es wissen müssen. Mehr als 40 Grad Unterschied innerhalb von 24 Stunden - das muss man wegstecken können, wenn man von Saigon nach Bonn zurückkehrt. Nach rund dreieinhalb Wochen Asien-Reise und vielen spannenden, sehr aufschlussreichen Gesprächen werde ich in loser Folge im Profit Radar immer wieder auf Vietnam eingehen, vor allem natürlich auf die Frage, wie man als Investor von Vietnam profitieren kann.

Hier nur ein erster Eindruck, den ich direkt vor Ort in Saigon verfasst habe.

Saigon ist nichts für fürs Fußgänger. Fahrradfahrer sind fast vollständig aus dem Straßenbild verschwunden. Nur noch sehr wenige Fahrradrikschas mit zumeist alten Männern als Fahrern mühen sich durch die Straßen. Ansonsten haben Mofas-Fahrer die Straßen fest im Griff. Teilweise rollen regelrechte Wellen auf einen zu. Als Fußgänger darf man da nicht ängstlich oder zimperlich sein. Man muss langsam, aber bestimmt über die Straße gehen. Die Mofa-Fahrer sind es gewohnt, auszuweichen. Zebra-Streifen und Ampeln haben bestenfalls Symbolcharakter. Teilweise wird sogar gegen die Verkehrsrichtung oder auf den Bürgersteigen gefahren, die überwiegend in einem schlechten Zustand sind.

So wie die Mofas die Straßen beherrschen, dominieren sie auch die Straßenränder und Bürgersteige. Das Mofa als Verkehrsmittel Nr. 1 hat in den letzten Jahren völlig neue Beschäftigungszweige geschaffen: Vom Verkauf über Verleih bis zur Reparatur und Beschaffung von Ersatzteilen gibt es alles, was nur vorstellbar ist. Dabei betreiben die Vietnamesen auch Recycling der eigenen Art. Ausrangierte Sofas werden zum Beispiel zu Mofa-Sitzen umgebaut und teilweise farblich aufgemotzt.

Welten treffen aufeinander

Vietnamesen sind in der Regel recht zurückhaltend, drängen sich nicht auf, sprechen eher leise. Lachen aber gern, besonders über Andere und noch viel lieber über Ausländer, denen ein Missgeschick passiert oder die sich beim Essen mit Stäbchen nicht besonders geschickt anstellen. Als ich mir zum Beispiel ein Mofa ausgeliehen habe, um eine Insel im südchinesischen Meer zu erkundigen, hatte ich nach nur 3 Kilometern einen platten Reifen. Leider hatte ich das vietnamesische Wort für platten Reifen nicht parat. Denn 2 Männer auf einem Mofa, die ich anhielt, sprachen kein Wort englisch. Dafür hat sie aber der platte Reifen furchtbar amüsiert. Wie auch, meine Erfahrung ist: Statt bei einem Mißgechick oder eine Panne erst einmal zu meckern, wird in Vietnam einfach gelacht.

Sehr komisch ist es auch, wenn man nach dem Weg zu einem Tempel fragt und stattdessen eine kleine Buddha-Statue angeboten bekommt, die einen Buddha aus genau diesem Tempel nachempfindet. Auch dieses Problem lässt sich mit viel Gesten, Geduld und Gelächter auf beiden Seiten lösen. Wer mit einem freundlichen Lächeln auf die Vietnamesen zugeht, wird auch ein freundliches Lächeln ernten.

Hightech und Ahnenkult - das passt zusammen. Die Ahnenverehrung ist in Vietnam noch sehr verbreitet. Liebevoll hergerichtete Holzschreine in jeder Größer und Farbe, garniert mit Räuchsstäbchen zum Gedenken an die Ahnen.
Auf der anderen Seite gehören Handys in Vietnam zum Alltag - teilweise werden während der Fahrt auf dem Mofa telefoniert oder sogar SMS geschrieben. Auf der einen Seite findet man noch sehr ärmliche sanitäre Verhältnisse - zum Toiletten ohne Spülung, bei denen man zum Spülen Wasser aus Eimern oder Kellen hinzugeben muss - auf der anderen moderne Bürogebäude, Glaspaläste mit westlichem Standard. Ein schneller Internetzugang ist vielfach Standard, auf der anderen Seite werden Stromkabel auf abenteuerliche Weise an Holzmasten über Straßen, Mauern und Fensterbänke gezogen.

Auf das Thema Infrastruktur - eines der größten Probleme, aber auch Chancen in Vietnam werde ich noch mal in einem gesonderten Profit Radar eingehen.

Bis dahin erstmal

Gute Kurse und hoffentlich bald wieder höhere Temperaturen


... das erinnert mich an Ed, der vor ein paar Tagen angerufen hat: in Semarang (Zentraljava) sind es im Durchschnitt 32°C warm, eigentlich sollte die Trockenzeit durch den Monsun (=Regenzeit) abgelöst werden, aber es ist immer noch trocken bis heiß schwül ... überhaupt haben die Temperaturen sich auch in den Gegenden erhöht, die normalerweise kühler sind. Wo früher sich die niederländischen Koloniasten gerne aufgehalten haben, im Puncak und in Bandung, ist es auch sehr warm geworden ... und wenn jetzt noch jemand ankommt und meint, dass die globale Temperaturerwärmung evtl. von vermehrten Vulkanausbrüchen stammen könnte, der kann ja mal zu den vielen aktiven Vulkanen Indonesies gehen und den Vulkangott fragen, ob er denn nun aktiver sei als in der Vergangenheit ... mögen die Industriestaaten unvernünftig sein durch unkontrolliertes Wachstum, die Schwellenländer mit ihren korrupten Regierungs- und Familienclans sind es allemal, wenn sie die Restbestände der Regenwälder für ihre Familienkasse abholzen oder verbrennen lassen ... die nächste Hungersnot wartet nicht, sie ist jetzt schon in kleinen Schüben im Gange ...


Montag, 29. Dezember 2008

Börsen-Newsletter - Erweitern Sie Ihr Wissen

von Investor Verlag


Liebe Leser,

ein schwieriges Börsenjahr neigt sich dem Ende. Wir hoffen, dass wir als Investor-Verlag Ihnen mit unseren zahlreichen Börsendiensten bei Ihren Anlage-Entscheidungen zur Seite stehen konnten. Falls Sie noch nicht alle täglichen Börsendienste aus dem Investor-Verlag kennen, möchten wir Ihnen nun die wohl besten, täglichen Börsen-Newsletter Deutschlands vorstellen.

Das Wichtigste vorab: Die vorgestellten Börsendienste haben einen gemeinsamen Vorteil: Sie sind kostenlos.

Wenn Sie sich für den einen oder anderen Newsletter interessieren, klicken Sie für weitere Infos einfach auf den jeweiligen Namen.

Dax Daily
Nomen est omen. Im Dax Daily geht es vornehmlich um kurzfristige Dax-Spekulationen, als auch um die mittel- bis langfristige Ausrichtung. Aber das ist längst nicht alles. Wer neben der glasklaren Dax-Darstellung noch weitere Index-Besprechungen lesen möchte, ist mit dem Dax Daily von Andreas Wolf bestens bedient.

Kapitalschutz Akte
Immobilienblase in den USA, Buchhaltungstechniken der FED a l Enron, US-Staatsanleihen als tickende Zeitbomben, der Dollar-Verfall, Finanzkrise und Vertrauenskrise - dies sind die kritischen Themen von Bill Bonner und Mr N.N..

Devisen-Monitor
Der Devisenmarkt ist der fairste Markt der Welt, Preis-Manipulationen sind ausgeschlossen. Daher erfreut sich auch der Handel mit Devisen immer größerer Beliebtheit. Falls Sie die Devisen-Bewertung interessiert, sind Sie dreimal die Woche (Montag, Mittwoch, Freitag) beim Devisen-Monitor richtig.

Insider Daily
Finanz-Journalistin Cindy Bach hat ein sicheres Händchen dafür, täglich die wichtigsten Unternehmsmeldungen aus dem riesigen Nachrichten-Topf herauszufischen, zu interpretieren und zu analysieren. Abgerundet wird der Insider Daily durch die Darstellung wichtiger Insider-Transaktionen.

Investoren Wissen
Alexander Hahn erklärt Ihnen leicht verständlich, warum eine eigene Meinung bei der Bewertung und Beurteilung von Aktien unerlässlich ist. Wie Sie sicher aus eigener Erfahrung wissen: Auch eine scheinbar gute Empfehlung des Bankberaters schützt nicht vor Verlusten. Mit "Investoren Wissen" wissen Sie immer, was seriös ist und was nicht.

Investors Daily
Ein Muss für jeden Börsianer. Humorvoll, wenn es sein darf - kritisch, wenn es sein muss. Im Investors Daily werden brandaktuell lohnende Investments und gehaltvolle Strategien vorgestellt. Wenn es sich anbietet, ist auch mal etwas für kurzfristigere Trader dabei.

Tom Firley schöpft im Investors Daily täglich aus seiner breiten Wissenspalette. Dazu stellen die US-Kollegen Dr. Steve Sjuggerud, Tom Dyson und Brian Hunt Geldanlage-Möglichkeiten vor, die man sicherlich nicht in jedem Börsendienst findet.

Im Zusatzdienst Investors Daily Update (bitte separat anfordern) von Tom Firley erhalten Sie jeweils vormittags zusätzlich die entscheidenden Infos über die Weltbörsen und das Konjunkturgeschehen. Kurz und klar, informativ und intelligent.

Nebenwerte daily
Sie wollen wissen, was der Unterschied zwischen einer Hot-Stock-Eintagsfliege und einem soliden Nebenwert ist, der Ihnen lange Zeit Freude bereitet? Dann lesen Sie den Nebenwerte Daily von Daniela Knauer und Klaus Buhl. Die Anlageprofis erklären Ihnen, was bei der Beurteilung und Bewertung kleiner Aktien wichtig ist. Daneben zeigt er Ihnen auch, wie Sie mit Pennystocks - den Shooting Stars Börse der Börse - mehrere hundert Prozent Rendite erreichen können.

Profit Radar
Wenn Sie Börsen-Profis suchen, die bei den Emerging Markets von Anfang dabei waren, sind Sie bei Volkmar Michler und Daniel Wilhelmi an der richtigen Adresse. Und interessante Aktien beschränken sich keineswegs auf China. Geld verdienen Sie auch in Thailand, Russland, der Türkei und anderen, (noch) unbekannten Anlageregionen...

Rohstoff Daily
Rohstoffe sind ein Thema, das auch in Zukunft noch wichtiger werden wird. Ist jetzt Zink oder Kupfer eine bessere Anlage oder vielleicht doch lieber Palladium? Oder ab wann wird Ethanol, Zucker, Mais, Weizen wieder interessant? Hier ist jemand, der es weiß: Miriam Kraus. Und diese schreibt täglich in ihrem Rohstoff Daily über diese Themen.

Traders Daily
Michael Vaupel ist ein Redakteur, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Und dabei nimmt er genauso die Spezies der Kurspusher aufs Korn, wie die seltsamen Machenschaften mancher Emittenten. Dazu hat er stets ein offenes "Ohr" für seine Leser, auf deren Fragen und Mails er mit einer Engelsgeduld eingeht - kurzweilig, facettenreich. Wenn zu jemand das Schlagwort "... und an den Leser denken" passt, dann zu Herrn Vaupel. Unbedingt lesenswert!

Wave Daily
Robert Schröder gehört zu den besten Elliott-Wavern in Deutschland. Wenn dieses Thema für Sie schon immer ein Buch mit sieben Siegeln war, dann schauen Sie mal rein, in den Wave Daily. Aber Achtung: Suchtgefahr!

Fordern Sie bei Interesse einfach den jeweiligen kostenlosen Newsletter an.

Frohe Festtage und weiterhin

viel Erfolg an der Börse

Ihr

Investor-Verlag-Team

Sonntag, 9. November 2008

Was bei der Obama-Wahl häufig übersehen wird

von Daniel Wilhelmi

Ich will nur dieses Mal auf die US-Präsidentenwahl eingehen. Denn Sie haben inzwischen 100fach darüber gelesen und gehört. Ich möchte Sie aber auf einen Punkt hinweisen, den viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, falsch einschätzen. Sie sehen Obama aus europäischer Sicht. Wie schon Bill Clinton vor ihm, ist Obama im Ausland aber wesentlich beliebter als in den USA.

Lassen Sie sich von dem klaren Sieg bei den Wahlmännerstimmen nicht täuschen. Obama hat zwar mit 349 zu 163 Wahlmännerstimmen den Republikaner McCain unerwartet deutlich geschlagen. Aber das verzerrt das wirkliche Bild im Land: Die absolute Mehrheit der Stimmen lag nur bei 52% für Obama zu 46% für McCain. Sprich: Wenn wir 100 Amerikaner in einen Raum sperren, dann sind nur 52 davon für Obama. Nicht gerade eine große Mehrheit. (nein, wahrlich nicht, das war auch bei Bush schon so: bei dem sogar noch schlimmer, weil der weniger Stimmen auf sich vereinigt hat als sein Kontrahent und trotzdem an die Macht gekommen ist)

Das ist ein völlig anderes Bild als im Ausland, wo Obama fast wie ein Heiliger gefeiert wird und wo Umfragen in Europa ergaben, dass bis zu 80% der befragten Europäer Obama wählen würden (mich eingeschlossen, aber mich fragt ja keiner...).

Obama hat zwar die Mehrheit im Kongress und Senat hinter sich, aber die absoluten Wahlzahlen zeigen, dass seine Unterstützung nicht so gewaltig ist, wie im Ausland fälschlicherweise angenommen wird. Es wird für ihn schon in 2009 und 2010 sehr schwer werden, radikale Veränderungen durchzuführen.

Denn in 2 Jahren finden schon die nächsten Wahlen für den Senat und den Kongress statt. Auf regionaler Ebene, wo die Wahlbeteiligung in den USA traditionell noch niedriger ist, wird Obama aber kaum in der Lage sein, die Nichtwähler in einer ähnlichen Größenordnung zu mobilisieren wie jetzt. Deshalb werden die demokratischen Senatoren und Kongressabgeordneten, die in 2 Jahren zur Wahl stehen, den Teufel tun, sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Achten Sie auf diese Branche

Ich gehe deshalb davon aus, dass er im kommenden Jahr primär auf Themen setzen wird, welche die Amerikaner parteiübergreifend vereinen. Das sind Themen wie das erwartete Konjunkturprogramm, Energie oder alternative Energien. Deshalb halte ich den amerikanischen Energie-Sektor auch für aussichtsreicher als den weltweiten Sektor. Das gilt vor allem für den Gas-Sektor.

In den USA werden die Stimmen immer lauter, die nach einem massiven Ausbau des amerikanischen Gassektors schreien. Kein Wunder: Die USA haben die sechstgrößten Erdgasreserven der Welt. Ein aggressiver Ausbau der Gasproduktion und eine bessere Verteilung im Land ist einer der Wege, um die Abhängigkeit von ausländischem Öl zu reduzieren.

Hier hilft zudem, dass diese Theorie von mächtigen und einflussreichen Leuten wie dem Multi-Milliardär Boone Pickens aktiv unterstützt wird. Ich rechne deshalb mit einer „Sonderkonjunktur" für den amerikanischen Gas-Sektor - auch wenn die allgemeine Stimmung für den Energiesektor derzeit alles andere als bullisch ist.

Aber das sind Börsen-Situationen, wie ich sie liebe: Selbst wenn der Energiesektor in Zukunft ein Underperformer sein wird (was meiner Meinung nach sowieso nur maximal mittelfristig der Fall sein wird), so bieten amerikanische Gaswerte aufgrund der Sondersituation trotzdem Kurspotential. Und wenn der Energiesektor widererwartend plötzlich doch anspringt, dann profitieren die US-Werte sowieso. Eine Konstellation mit vielen Chancen und moderatem Risiko.

Have a successful day

Thu, 6 Nov 2008

Yes we can

von Volkmar Michler

Was für eine Wahl! Ich habe es mir nicht nehmen lassen, dieses „historische" Ereignis live mit zu verfolgen - bis zur Live-Übertragung der Rede von Obama in Chicago auf CNN nach seinem unerwartet deutlichen Sieg. Was mich vorher bereits beeindruckt hat, war die versöhnliche Geste des geschlagenen Republikaners Mc Cain.

Was wir gestern in den USA erlebt haben bzw. was nun nach langem Wahlkampf zu Ende gegangen ist, kann man in der Tat als historisch bezeichnen. Es ist nicht geringes als die Wiederauferstehung des amerikanischen Traums nach 8 tumben Bush-Jahren. Durch alle Altersgruppen und Schichten wurde in den USA jetzt der Weg für einen Neuanfang frei gemacht. Damit zeichnet sich durch eine besondere Fähigkeit aus, auf die ich schon früher mehrfach hingewiesen habe: durch seine nicht zu unterschätzende Erneuerungsfähigkeit. Das Motto könnte kaum besser lauten: Yes we can. Jetzt müssen wir wohl sagen: Yes we did it. Obama ist das Beste, was den USA passieren konnte.

Mit der Wahl des ersten Afro-Amerikaners zum Präsidenten haben die Amerikaner eine erstaunliche Reife bewiesen, wenn man sich vorstellt, dass noch in den 60er Jahren die Rassentrennung in den USA galt. Für die USA ist die jetzige Situation

Natürlich werden an das Ausnahmetalent große Hoffnungen und Erwartungen geknüpft. Doch schon in seiner ersten Rede nach dem Sieg in Chicago, die streckenweise eher wie eine Predigt klang, hat er die Amerikaner auf einen schmerzhaften Anpassungsprozess eingestimmt („der Hang ist steil").

Weltweit von Paris über Berlin bis nach Jerusalem wurde der Sieg von Obama bejubelt. Doch haben auch die Börsen gejubelt? Nach dem die europäischen und amerikanischen Börsen im Vorfeld mit jedem für Obama besseren Umfrageergebnis nach oben zogen, ist jetzt die Obama-Party zuächst vorbei. Bewahrheitet sich schon jetzt der Börsenspruch, dass „politische Börsen kurze Beine haben"?

Zum einen haben die Börsen den Sieg bereits vorweggenommen, also sind jetzt erst einmal Gewinnmitnahmen angesagt. Auf der anderen Seite gibt es aber klare Obama-Gewinner an der Börse, die wir vor kurzem in Taipan vorgestellt haben.

Obama-Solar-Aktie springt über 80% nach oben

Eine starke Taipan-Aktie aus dem Obama-Depot ist ein Solar-Spezialist für Dünnschicht-Module. Anbieter dieser neuen Technologie könnten schon bald als die strahlenden Sieger dastehen. Denn sie ersetzen die teure Siliziumschicht durch dünne, fotoaktive Schichten. (mich mit einem Physiker in FZ-Jülich unterhalten, der an dieser Technik arbeitet - sein Kommentar: "es gibt auf diesem Arbeitsfeld noch viel zu tun, der Wirkungsgrad muss stetig verbessert werden") Der Vorteil besteht dabei nicht nur in den niedrigeren Kosten, sondern zusätzlich auch in der höheren Ausbeute, da Licht besser in Elektrizität umgewandelt werden kann.

Vor wenigen Tagen haben wir in Taipan einen US-Spezilisten für diese innovative Technologie vorgestellt. Die „Obama-Aktie" schoss unter teilweise wilden Schwankungen von rund 100 US$ auf teilweise knapp 180 US$ - ein sensationeller Anstieg von 80% innerhalb weniger Tage.

Wenn sich die Umweltpläne von Obama in den nächsten Wochen konkretisieren, wird das wahrscheinlich erst der Anfang sein. Schon in der nächsten Ausgabe werden wir das Obma-Depot weiter ausbauen. Neben Solar wird nämlich unter anderem auch Spritsparen in den USA im Vordergrund stehen. Auch hier gibt es spannende, in Deutschland so gut wie unbekannte Firmen. Für weitere Informationen dazu klicken Sie auf Taipan.

Gute Kurse

Samstag, 8. November 2008

Welche Sektoren ich in China bevorzuge

von Daniel Wilhelmi

Ich will aus meiner Seele gar keine Mördergrube machen: Es ist schon einige Zeit her, dass ich mich über eine politische Entscheidung so gefreut habe, wie über das gestrige Abstimmungs-Debakel von Andrea Ypsilanti. Endlich mal wieder ein richtiges Zeichen in der deutschen Politik. Ich gebe zu, dass hätte ich der „alten Dame" SPD gar nicht mehr zugetraut. Wirklich erfrischend zu sehen.

Letzte Woche schrieb ich im Profit Radar zu Buffets Aktienkäufen: „Der Mann tut seinen Teil, um Ruhe in den amerikanischen Aktienmarkt zu bringen und die US-Finanzmärkte zu stützen. Erst verbal und jetzt sogar mit seinem eigenen Geld.

Das sind für mich wahre Leitfiguren. Ich wünschte, wir hätten solche Leader in der deutschen Wirtschaft. Das wäre mal was. Wenn ein Herr Ackerman, ein Herr Zetschke oder aber auch bedeutende Finanzexperten wie z.B. Dr. Erhardt sich öffentlich hinstellen und sagen würden: „Deutsche Aktien sind jetzt billig. Ich glaube an die deutsche Wirtschaft und deshalb kaufe ich in den kommenden Wochen massiv mit meinem Privatvermögen.". Das wäre ein wirkliches Zeichen."

Also hab ich mir gedacht: Dann mach ich doch auch mal „Butter bei den Fischen" und sage Ihnen, wie ich mich auf der Käuferseite bisher verhalten habe. Denn schließlich reden Volkmar Michler oder ich oder auch viele andere Kollegen davon, dass man eben „kaufen soll, wenn andere ängstlich verkaufen".

Was ich auf meiner Watchlist habe

Ich habe in diesem Jahr bisher wenig gemacht und mein Pulver weitgehend trocken gehalten. Ich habe im Sommer vier China-Aktien und einen Wasser-Wert gekauft und bin dann aus den China-Werten ausgestoppt worden, bevor der Herbst-Crash einsetzte. Drei der vier China-Werte kennen Sie als Taipan-Leser längst. Denn die haben wir Ihnen in Taipan im letzten Jahr als Empfehlungen bereits vorgestellt. Sie sehen: „I put my money where my mouth is" - wie die Amis sagen.

Warum habe ich China gekauft? Weil ich eben dort genau das mache, was ich Ihnen auch hier schreibe: Ich kaufe das, was ausgebombt ist und wo die Stories aber weiterhin intakt sind. Das sind die wirklich großen Chancen in der Krise. Aber China ist nicht mehr gleich China. Hier müssen Sie genau hinschauen. In China kaufe ich beispielsweise keine Banken und keine Exportwerte.

Sondern ich setze auf die Sektoren, die ich hier schon mal als „China Wirtschaftswachstum 2.0" bezeichnet habe. Also ein nachhaltiges Wachstum. Dazu zählt beispielsweise der Umweltsektor, Agrar & Dünger oder Infrastruktur. Diese Sektoren sorgen für ein Wirtschaftswachstum, das für China nachhaltig ist.

Das werden die Bereiche sein, die auch in den kommenden Jahren boomen werden - egal ob Chinas Wirtschaft nun 10% oder „nur" 7% wächst. Gut gefällt mir auch der chinesische Pharmasektor. Aber dieser ist extrem zersplittert und es ist schwierig, hier die Spreu vom Weizen zu trenne. Vor allem da in China die klassische Naturheilkunde sehr populär ist, was dafür sorgt, dass es Tausende verschiedene Anbieter gibt.

Was habe ich sonst noch auf meiner Watchlist? Russland wollte ich kaufen, habe da aber durch den explosiven Anstieg den Einstieg verpasst. Das gebe ich hier gerne offen zu. Dann habe ich noch Indien auf meiner Watchlist, sowie Vietnam und Agrarrohstoffe.

Tue, 4 Nov 2008

Eine überraschende Prognose zum Autosektor

von Daniel Wilhelmi

Heute möchte ich auf den Auto-Sektor eingehen. Wie Sie mitbekommen haben, ist neben der Bankenkrise die Autoindustrie der Wirtschaftssektor, über den derzeit am Meisten gesprochen wird. Hier sei/ist die Krise besonders schlimm.

Teilweise hängen beide Industrien natürlich eng miteinander zusammen. So haben die großen Autokonzerne alle einen eigenen Finanzarm, der natürlich von der Kreditkrise betroffen ist. Zudem wird vor allem die deutsche Autoindustrie aus dem Hochpreis- und Luxussegment stark von der Konsumzurückhaltung getroffen. So klagen zumindest die Autokonzerne, die auf Krisengipfeln lauthals um Hilfe schreien.

Meine Meinung dazu ist Folgende: Die hängen sich an die Finanzkrise dran, um davon zu profitieren (was für mich völlig okay ist). Niemand konnte diesen Einbruch am Kreditmarkt kommen sehen. Das ist klar. Aber mir kann auch niemand erzählen, dass die Autobauer nicht längst gewusst haben, dass die glorreichen Zeiten vorbei sind.

Von einem Top-Manager der großen Autokonzerne erwarte ich, dass er einen Abschwung der
Umsatz- und Gewinndynamik hat kommen sehen. Und dann müssten die Autobauer zumindest auf den „normalen“ Abschwung vorbereitet gewesen sein. Ich gehe davon aus, dass sie dies auch waren. Dementsprechend ist für mich die Endzeitstimmung und Panikmache im Autosektor nur Stimmungsmache, um seine Position auf der politischen Bühne zu stärken.

Und das ist auch völlig okay, denn ich werde Ihnen heute eine Zukunftsprognose abgeben, die Sie vermutlich überraschen wird. Aber ich bin mir nach langen Diskussionen mit Kollegen und Experten sicher, dass es so kommen wird: Der derzeit tot-geglaubte Autosektor wird einer der treibenden Faktoren sein, der die Weltwirtschaft aus der Rezession bringen wird. Ja, Sie haben richtig gelesen. Ausgerechnet die schlechte Autobranche, denen Umsätze wegbrechen, als wäre das „beamen“ Massenmarkt-tauglich geworden, wird einer der Treiber des nächsten Wirtschaftsaufschwungs aus der nun kommenden Rezession sein.

Die Öko-Autos werden die Wende bringen

Und die Zugpferde dafür werden die verschiedenen Ökoautos sein. Denken Sie mal drüber nach: Die steigenden Benzinpreise sind nicht das Schlechteste, was der Autoindustrie passieren konnte, sondern in Wirklichkeit das Beste. In den westlichen Industriestaaten hat doch jeder ein Auto (oder wenn man ein Ami ist, dann hat man mindestens zwei).

In diesen wichtigen Märkten ist doch kein überdurchschnittliches Wachstum mehr möglich. Vor allem nicht, wenn in den kommenden Jahren der Kreditkonsum deutlich sinken wird. Aber der Durchbruch der Ökoautos wird dafür sorgen, dass diese Märkte in den Industrieländern komplett neu erschlossen werden können. Plötzlich könnten wir in Deutschland oder den USA wieder Auto-Nachfragen erleben wie in den 60ger Jahren. Wer will nicht sein veraltetes Benzin-Auto gegen ein modernes Öko-Auto tauschen wollen, mit dem er nicht nur die Umwelt entlasten kann, sondern vor allem selbst noch Kosten sparen kann?

Hunderte von Millionen wohlhabender Westler werden plötzlich wieder als komplett neue Kunden in der Autobranche aktiv, die sich aktuell noch sagen: „Ach, ich hab schon ein Auto. Was soll ich jetzt ein Neues kaufen. Da spar ich das Geld doch lieber.“ Bei den Öko-Autos wird diese Logik dann nicht mehr kommen.

Wenn ich dem nächsten US-Präsidenten nur einen bescheidenen Tipp geben könnte, dann diesen: Er sollte die kurz vor dem Kollaps stehende US-Autoindustrie massiv fördern, aber diese Gelder exklusiv in die Entwicklung von Öko-Autos stecken.

So kann er die wichtige US-Autoindustrie retten und das wird ihn zu einem Helden machen. Amis entscheiden immer nur mit dem Geldbeutel. Wenn Sie erfahren, dass sie mit einem Öko-Auto Geld sparen können, dann werden sie diese kaufen. Und gepaart mit „Buy American“-Kampanien, die man in einer Rezession den Amerikanern problemlos vermitteln kann, könnte das die Wende für Chrysler und Co. bedeuten, die sie mit herkömmlichen Produktionen wohl kaum noch schaffen werden.

Have a successful day,

... sehr optimistischer Bericht: eine Ingenieurin hat es mal treffend formuliert: "Die heutigen Mittelklassewagen haben den Standard, um in der Formel 1, wie sie vielleicht vor 20 bis 30 Jahren existiert hat, locker mithalten zu können. Das ist, nur um von A nach B zu kommen, total überdimensioniert!".

Ein neuer Trend in China gewinnt an Fahrt

von Daniel Wilhelmi

Dies ist wahrlich ein historischer Tag an den Börsen. So viel ist klar. Die 4. größte Investmentbank ist pleite und Merrill Lynch wird von der BoA übernommen. Der Riesen-Versicherer AIG, ein Mitglied im Dow Jones, läuft anscheinend derzeit ebenfalls um sein Leben.

Aber darüber haben Sie ja schon genug in der allgemeinen Wirtschaftspresse gelesen. Und deshalb bleiben wir hier beim Profit Radar unserem Ansatz treu, dahin zu schauen, wohin der breite Markt derzeit nicht blickt.

Und bei einer Analyse der schlechtesten Börsen 2008 landen wir da ganz schnell in China. Chinas Wirtschaft wandelt sich. Die Zeiten des wilden, ungezähmten Wachstums sind vorbei. In 2008 wird das chinesische Wirtschaftswachstum erstmal seit 5 Jahren unterhalb von 10% liegen. Die Schätzungen der Deutschen Bank liegen bei 9,8%.

Das ist immer noch ein gewaltiges Wachstum, aber langsamer als in den vergangenen Jahren.
Der Grund ist klar: Die Weltwirtschaft kühlt sich ab und damit sinkt auch die weltweite Konsumnachfrage (vor allem in den Industrieländern). Das ist schlecht für viele chinesische Unternehmen, die von Massenproduktionen an Billigprodukten leben. Ich nenne diese Firmen immer gerne „China 1.0", in Anlehnung an die Evolution des Internets.

Chinas Wirtschaft wird erwachsen

Diese Firmen, vor allem aus dem Exportsektor, werden in den kommenden Jahren große Probleme kriegen. Deshalb bevorzuge ich Unternehmen aus dem von mir so benannten Bereich „China 2,0" (auch wenn sie mit Internet häufig nichts zu tun haben). Es sind Unternehmen, die von der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft von einem reinen Billiglohnland zu einer weiter fortschrittlichen Volkswirtschaft profitieren werden.

Denn lassen Sie sich von dem Crash an den Aktienmärkten nicht täuschen: Das Land entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit weiter. Und mit ihm streben auch die Chinesen nach besserer und höherer Lebensqualität. Der offensichtliche Faktor dafür sind höhere Löhne. Aber wir bei Taipan denken eben gerne um die Ecke und sind schon einen Schritt weiter.

Denn steigende Löhne sind bei den hauchdünnen Margen vieler chinesischer Billigproduzenten durchaus problematisch. Es gibt aber einen anderen Weg für die Unternehmen, die Lebensqualität der Chinesen zu erhöhen und gleichzeitig noch eine 2. Fliege mit derselben Klappe zu schlagen: Nämlich eine höhere Sicherheit am Arbeitsplatz.

Wer sich jemals mit der chinesischen Wirtschaft beschäftigt hat, dem stehen bei den Sicherheitsbedingungen chinesischer Unternehmen die Haare zu Berge. Betriebsunfälle aufgrund fehlender Sicherheitsstrukturen sind in chinesischen Unternehmen nicht die Ausnahme sondern häufig die traurige Regel. Laut offiziellen Statistiken der chinesischen Behörde zur Überwachung von Sicherheit am Arbeitsplatz starben in China 101.480 Menschen bei Arbeitsunfällen oder Verkehrsunfällen in 2007. Selbst offizielle Zahl der Arbeitsunfälle in 2007 liegt bei heftigen 506.376 Unfällen. Und das sind wohlgemerkt nur die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer dürfte leider deutlich höher liegen.

In den kommenden Jahren wird deshalb in China sehr viel im Bereich der Arbeitnehmer-Sicherheit passieren. So kann die Regierung die Lebensqualität der arbeitenden Bevölkerung steigern, ohne gleichzeitig die Löhne immer weiter erhöhen zu müssen und damit Wettbewerbsvorteile einzubüssen. Mehr dazu im morgigen Profit Radar.

Mon, 15 Sep 2008

Einer der besten Indikatoren für einen Turnaround

von Daniel Wilhelmi

Der Wahnsinn an den Börsen nimmt kein Ende. Aber es scheint so, als ob wir so langsam dem Ende nähren - zumindest einem vorübergehenden Ende. So langsam haben wir alles zusammen, was es für das Ende einer Abwärtsbewegung braucht:

Pure Panik im Markt mit maximalen Ausverkäufen, extrem hohe Volatilität, extrem bärische Einstellungen der Börsianer, günstige Bewertungen und nach Gerüchten zu Folge massive Verkäufe von Versicherungen. Und nun hat der Markt für diesen verrückten Crash auch seine Aushängeschilder.

Jede große Marktbewegung hat bestimmte Ereignisse und Einzelaktien, an die man sich später in Rückbetrachtung an diese Börsenentwicklung noch erinnern wird: 1997/98 bis 2000 waren es Yahoo!, CMGI und die Internet-Werte sowie EM.TV. Die Baisse 2000-2003 wird für immer gleich mit einem ganzen Index, dem Namen „Neuer Markt", in Verbindung gebracht werden. Aber besonders bekannt werden im DAX wohl immer der Absturz der Deutschen Telekom und im Nebenwerte-Bereich die Skandale um Intershop und Co. bleiben.

Für den unglaublichen Rebound 2003 bis 2007 steht vor allem Solarworld, als Paradebeispiel für den Siegeszug der regenerativen Energien, und der M-DAX als Auferstehung der Nebenwerte.

Und nun haben wir unsere 2 Namen für das Chaos-Jahr 2008: Lehman Brothers und VW.
Das einzige, was uns noch fehlt, um einen wirklichen Boden zu bilden: Das der Markt auf schlechte Nachrichten nicht mehr negativ reagiert. Ich hatte es Ihnen immer mal wieder beschrieben.

Das ist einer der besten Turnaround-Indikatoren, die es gibt. Wenn z.B. die Autoaktien nach schlechten Zahlen nicht mehr fallen oder nur noch minimal fallen, dann ist der Turnaround der Autoaktien nicht mehr weit. Denn dann ist wirklich alles „eingepreist".

Die Ähnlichkeit mit 2001 ist ungewöhnlich hoch

Da ich weiterhin eine hohe Zahl an Lesermails bekomme, werde ich meine Profit Radare auch in den kommenden Wochen interaktiv halten. Denn viele Fragen interessieren natürlich viele Leser. So wie eine Mail von Herrn Wolfgang L.: „Danke für die guten Wünsche, Herr Wilhelmi! Also jetzt einsteigen, oder wann sind die spekulativen Gelder raus bzw. wann nähern wir uns wieder reellen Bewertungen? Vielen Dank und Herzliche Grüße, Wolfgang L."

Meine Antwort: Wow. Haben Sie keine leichtere Frage für mich, Herr L.? Zum Beispiel: Wer erschoss Kennedy? Oder wo liegt Atlantis? Ich kann Ihnen nicht sagen, wann genau der Tiefpunkt getroffen wird. Niemand kann das.

Deshalb stellen sich dieser Tage auch so viele Experten vor die Kamera und sagen: „Kaufen Sie in Dritteln. Ein Drittel jetzt. Ein Drittel wenn der Markt noch mal nachgibt." Das ist eine verklausulierte Formulierung für nichts anderes als: „Ich weiß es nicht."

Da sag ich Ihnen doch lieber, wie es ist, als das ich Sie mit solchen vorgeschobenen Formulierungen vollquatsche. Aber das ist nur meine Meinung. Das Problem ist, dass niemand genau weiß, wann alle Abschreibungen (De-Leveraging) und das spekulative Geld aus dem Markt sind.

Wir sehen jetzt ja: Sobald sich der Markt auch nur ein wenig beruhigt, lässt der Verkaufsdruck sofort nach. Das hatte ich Ihnen ja beschrieben. Das liegt eben daran, dass dann der De-Leveraging-Kreislauf unterbrochen ist. Aber ist das schon der Boden? Unmöglich zu sagen.

Rein charttechnisch betrachtet, ist dies noch nicht mehr als eine Bärenmarkt-Rallye. Und die kann auch locker bis 6.000 Punkte gehen, ohne dass der übergeordnete, seit Anfang des Jahres gültige Abwärtstrend gebrochen ist. Die Ähnlichkeit zu der Baisse 2000 bis 2003 ist hierbei unglaublich.

Schauen Sie sich die Chartbilder an. Sie sind sich so extrem ähnlich wie selten. Auch damals hatten wir durch eine Sondersituation (am 11. September) einen Sell-Off, auf den dann ein gewaltiger Rebound folgte. Und dann kam der 2. Teil der Abwärtsbewegung, nachdem die reale Wirtschaft in eine Abschwungsphase rutschte.

Have a successful day

(30. Okober, 2008)

"verklausulierte" Formulierungen: das erinnert mich an Politik, Recht und Jura, Medizin und eigene Blogeinträge ganz nach dem Motto: "Das musst du nicht unbedingt verstehen, aber du solltest es glauben, vertrau mir !"



Was Sie über Buffets jüngste Aktienkäufe wissen müssen

von Daniel Wilhelmi

Ihre Lesermails reißen nicht ab. Und es sind exzellente Mails dabei, so wie die folgende Mail von Herrn Frank K., die ich Ihnen auf keinen Fall vorenthalten möchte: „Sehr geehrter Herr Wilhelmi, ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Die Hedge-Fonds haben auf Kredit spekuliert.

...Und das sind jetzt die „Bösen". Und die ganz „bösen", das sind die, die mit dem Faktor 30 gearbeitet haben. Die jedoch, die mit dem Faktor 50 hebeln, denen wird nun geholfen.
Wen ich meine? Komm ich später drauf. Da gibt es eine Gruppe Finanz - Institution, die würde das von sich weisen, dass sie auf Kredit hebelt, und doch ist es so. Nur nennt man das anders.

Und das Wort hat jeder schon mal gelesen oder gehört, und die Wenigsten wissen , was es bedeutet. Das nette Wort „Mindestreservesatz"...Den Mindestreservesatz legt die EZB fest und regelt damit die Geldmenge.

Zur Zeit 2%. Ja und? Wenn nun der Mindestreservesatz Höchst - Kreditrahmen heissen würde, was die echte Bedeutung ist, dann .............................
...2% Mindestreservesatz bedeutet: Das Eigenkapital ist die Mindestreserve. Und die EZB erlaubt, dass Banken mit dem 50 - fachen hebeln. Und bei all dem Geschwätz und Geschreibsel der „Wirtschaftsjournalisten" und Politiker, über „bessere Kontrolle" der Banken, habe ich noch nirgends gelesen, der Mindestreservesatz werde erhöht."

Das hier wäre ein wirkliches Zeichen für den Standort Deutschland

„Nein, alles bleibt, wie es ist. Jedenfalls beinahe (alle) Banken schmeissen Wertpapiere in Stückzahlen auf den Markt, da wird Ihnen schlecht. Und zwar alles ohne Ausnahme.
Meiner Meinung nach haben Hedgefonds sich schon lange entledigt. Und da sie gleich am Anfang beherzt Papiere rausgehauen haben, haben sie mehr rausgehauen als nötig, haben die Verluste verbucht, haben noch für Ihre Papiere sehr viel Geld bekommen. Und haben vor allen Dingen die Abwärtsspirale erst in Gang gesetzt.

Die Gruppe, die bekannt wurde durch Verschleierungs-Taktiken, hat verschleiert und wollte aussitzen. Jetzt, wo alle Banken gleichzeitig merken, dass in dieser Größenordnung „Wertberichtigung" gar nicht so einfach ist, und bestimmte Banken Papiere in unsagbarer Stückzahl vermarkten, kaufen die „bösen" Hedgefonds" und „Warren Buffets" bereits wieder ein. ... Ein eifriger Profit - Radar - Leser, dem trotz des Wahnsinns hier der Humor geblieben ist. Franz K."

Ein wirklich guter Kommentar. Da ist viel Wahrheit drin. Die Finanzbranche hat sicherlich die „Hedge Fonds" als Bauernopfer auserkoren, denen nun ein Großteil der Schuld in die Schuhe geschoben wird. Das ist durchaus berechtigt, denn die Hedge Fonds sind für einen großen Teil des Desasters verantwortlich. Aber, wie Herr K. richtig herausgearbeitet hat, keineswegs alleine. Die Banken haben in der Tat munter und dick mitgezockt.

Allerdings kann ich mich der Theorie, dass die Hedge Fonds diesen Crash quasi provoziert haben, und nun unten wieder einsteigen, aus meinen Branchenkenntnissen nicht bestätigten. Viele Hedge Fonds hat es brutal zerlegt. Meiner Meinung nach erleben wir mit diesen Ultra-Volatilitäten gerade sowieso die Todeszuckungen der gesamten Hedge Fonds-Branche.

Was Buffet angeht: Ja, Buffet ist sicherlich das Smarteste von allem „Smart Money", aber was Sie bei seinen Aktionen nicht vergessen dürfen: Buffet ist ein ausgefuchster Value-Investor. Aber er ist auch ein großer amerikanischer Patriot - und das meine ich im positivsten Sinne.

Er weiß ganz genau, welchen positiven Einfluss solche Aktionen von ihm auf die US-Aktienmärkte haben werden. Es ist kein Zufall, dass Buffet in den letzten Monaten so aktiv wie lange nicht mehr in der Öffentlichkeit auftritt. Der Mann tut seinen Teil, um Ruhe in den amerikanischen Aktienmarkt zu bringen und die US-Finanzmärkte zu stützen. Erst verbal und jetzt sogar mit seinem eigenen Geld.

Das sind für mich wahre Leitfiguren. Ich wünschte, wir hätten solche Leader in der deutschen Wirtschaft. Das wäre mal was. Wenn ein Herr Ackerman, ein Herr Zetschke oder aber auch bedeutende Finanzexperten wie z.B. Dr. Erhardt sich öffentlich hinstellen und sagen würden: „Deutsche Aktien sind jetzt billig. Ich glaube an die deutsche Wirtschaft und deshalb kaufe ich in den kommenden Wochen massiv mit meinem Privatvermögen.". Das wäre ein wirkliches Zeichen.

Have a successful day,

(28.Oktober, 2008)

(... ja ich will auch mit meinen 150-200 Euro pro Monat Restguthaben der deutschen Wirtschaft helfen, allein glaube ich, dass es besser ist, Powereinkäufe beim Lidl oder Aldi zu machen ...;-)

Kampf gegen den Hunger

von Volkmar Michler

Es ist ein beklemmendes Gefühl. Durch die Tätigkeit meines Bruders als Entwicklungshelfer hatte und habe ich die Möglichkeit, Länder aus einer Perspektive kennenzulernen, die anderen sonst verborgen bleibt - sei es in Lateinamerika oder in Afrika.

Doch manchmal sieht man dort auch Dinge, die vielleicht gar nicht sehen will. Man fliegt schon mit dem Bewusstsein in solche Länder, dass man aus einem reichen Land stammt. Allein ein Flug kostet mehr als sich viele Familien in 10 Jahren oder mehr nicht leisten können. Doch manchmal trifft einen die Wirklichkeit dann doch völlig unvorbereitet.

Wenn zum Beispiel Kinder mitten in Conakry, der Hauptstadt Guineas, in stinkenden, qualmenden Müllhaufen nach Essensresten suchen.
Bei einem der Besuche haben wir zum Beispiel einen Zwischenstopp in Dakar, der Hauptstadt Senegals eingelegt. Die lebendige Metropole hat teilweise durchaus den Charme von Kleinparis. Doch dann gibt es plötzlich Gestalten, die wie ein schrecklicher Alptraum auf einen zukommen: ausgemergelte Kinder und Jugendliche.

Wenn man dann aber in sein Flugzeug nach Hause steigt, sind man sie wieder: dicke Deutsche. Das ist schon schwer auszuhalten. Auf der einen Seite führen wir in der westlichen Welt einen Lebensstil, der uns zu dick werden lässt. Während es nur ein paar Flugstunden entfernt Menschen gibt, die nicht einmal das Notwendigste haben.

Nicht, dass Sie mich falsch verstehen: Zwischen dem dickmachenden Ernährungs- und Bewegungsverhalten in Europa und der weit verbreiteten Unterernährung zum Beispiel in Afrika gibt es keine simple Kausalität. Dafür ist das Problem Hunger und Armut einfach zu komplex.

Wenn Sie mal in Dakar sein sollten und für ein paar Stunden dem Lärm und den Gerüchen der Metropole entfliehen wollen, kann ich die Ihnen die Insel Gore empfehlen. Die malerische Insel ist wie ein einziges Museum. Und das hat auch einen Grund. Denn die Il de Gore gilt als der wichtigste Ausgangspunkt für die Verschiffung von afrikanischen Sklaven in den USA.

Jetzt in Global Player einsteigen?

Zu dem schwierigen, komplexen Thema „Hunger" hat mich auch die 3satBörse im Rahmen der 3sat Themenwoche heute Abend für die Sendung ab 21.30 Uhr eingeladen. Steigende Sprit- und Nahrungspreise sind für uns Europa ärgerlich. In den Entwicklungsländern wird dies aber zur Katastrophe.

Welche Auswege gibt es der globalen Ernährungskrise? Können verbesserte Anbaumethoden helfen?

In der Livesendung ab 21.30 Uhr heute Abend auf 3sat geht es auch um börsennotierte Global Player zum Beispiel aus den Bereichen Düngemittel- und Saatgut sowie Traktoren-Hersteller, die sich im Kampf gegen den Hunger positioniert haben. Dass deren primäres Interesse natürlich darin besteht, Geld zu verdienen, liegt auf der Hand. Da bin ich nicht naiv. Immerhin verfügen diese global aufgestellten Unternehmen aber über das Knowhow, die Situation zu verbessern.

Und dann gibt es natürlich auch Unternehmen, die ganz bewusst die Abhängigkeit zum Beispiel von Landwirten erhöhen, damit man jedes Jahr aufs Neue ihre Produkte kauft. Aus Aktionärssicht ist das ein prima Modell, aus ethischer Sicht eher zweifelhaft. Zumal es einige Unternehmen gibt, die auch nicht davor scheuen, kleinen um die Existenz kämpfenden Landwirten eine Armada von Anwälten wegen angeblicher Patentverletzungen auf den Hals zu hetzen.

Sie also: Auch hier ist das Thema sehr komplex. Mehr dazu erfahren Sie heute Abend ab 21.30 Uhr

(26.September, 2008)

Gespenstisch

von Volkmar Michler

Für 1 Minute herrschte absolute Stille am Ground Zero in Manhattan, einem der Orte der Terroranschläge vor genau 7 Jahren am 11. September 2001. Die Hinterbliebenen der Opfer legten eine Schweigeminute ein.

Jedem von uns wird diesen Tag auf seine Art in Erinnerung bleiben. Vermutlich jeder von Ihnen wird noch genau wissen, was er an diesem Tag gemacht hat und wie er von den schrecklichen Nachrichten aus den USA erfahren hat.

Ich habe vor 2 Tagen einen Spielfilm und eine Dokumentation zum vierten der entführten Flugzeuge gesehen, das wenige Minuten vor Washington abgestürzt ist: Passagiere in der Maschine merken, dass sie es mit Selbstmordattentätern zu tun haben. Sie tun sich zusammen und wagen einen letzten Schritt, sie wehren sich gegen die Terroristen, um in letzter Sekunde noch - im wahrsten Sinne des Wortes - das Steuer herumzureißen. Es hat nicht funktioniert. Das Flugzeug bohrte sich mit rund 1.000 km/h in die Erde.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen gegangen ist, aber auch nach 7 Jahren sind mir diese beiden Filme unter die Haut gegangen. Vor diesen Menschen habe ich den größten Respekt!

750 Milliarden US$ vernichtet

Die Schweigeminute heute um 8.46 Uhr, dem Zeitpunkt des Einschlags des ersten entführten Flugzeugs in New York vor 7 Jahren, ist vorbei. Die Börsen stehen derweil nicht still. Was in den ersten Minuten erleben, ist gespenstisch: Merill Lynch - 15%, Lehman Brothers - 37%, American International -14%. Wir reden hier nicht von unseriösen Zockerfirmen, sondern von den absoluten Wall-Street-Größen.

Gestern hatte ich noch darüber berichtet, dass die Top-Manager der US-Banken seit Monaten bereits wieder im großen Stil Aktien ihrer eigenen Häuser kaufen. Der heutige Tag zeigt erneut, dass diese Bankmanager ein dickes Fell haben müssen. Denn es bleibt die Sorge, dass sich weitere Milliarden-Löcher noch in den Bilanzen versteckt haben und dort als tickende Zeitbombe schlummern.

Problematisch ist, dass auch die durch Verstaatlichung der beiden größten US-Hypothekenfinanzierer das Vertrauen auch nicht ansatzweise wieder zurück gewonnen werden konnte. Der amerikanische Finanzsektor bleibt weiterhin nur etwas für sehr Hartgesottene.

Aber auch Russland hat mit einem immensen Vertrauensverlust zu kämpfen, der an der Börse mittlerweile bedenkliche Ausmaße angenommen hat. Die russische Regierung wird mittlerweile erkennbar nervös. Obwohl Putin-Nachfolger Medwedew um Vertrauen für den massiv gebeutelten Aktienmarkt warb und die Zentralbank knapp 11 Mrd. US$ in das Bankensystem pumpte, sackte die russische Börse weiter ab.

Mittlerweile hat sie von ihrem Höchststand im Mai fast 50% eingebüßt, dabei wurden rund 750 Mrd. US$ an Börsenwert vernichtet. Für Medwedew ist das aber „nicht dramatisch", sagte. „Wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden, wird sich die Situation klären." Ob er damit einen Abzug der russischen Truppen aus Georgien meinte, sagte der russische Präsident nicht. Auffällig ist aber, dass sich der Kreml das erste mal überhaupt direkt an Anleger wendet und um Vertrauen wirbt.

Klar ist: Es gibt eine ganze Reihe russischen Blue Chips, die mittlerweile spottbillig geworden sind. Die werden wir uns für Taipan und für den Emerging Markets Radar genauer anschauen. Denn wenn „sich die Situation klärt", kann der russische Aktienmarkt ebenso schnell wieder nach oben springen.

Gute Kurse

(11.September, 2008)

US-Bank stürzt ab

von Volkmar Michler

So schnell ist die Jubel-Party vorbei. Zu Beginn der Woche herrschte an den Aktienmärkte noch ein gute Stimmung nach der Verstaatlichung der größten amerikanischen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac.

Doch der Zauber der Stützungsaktion ist verflogen. Die Kurse fallen an den Börsen wieder. Selbst die weltweit sinkenden Rohstoff- und Energiepreise lassen kaum Kauffreude aufkommen. Denn jetzt holt uns mit voller Wucht die noch immer nicht ausgestandene Finanzkrise ein. Für die erheblich angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers ist jetzt ein weiterer Retter abgesprungen. Die staatliche Korean Development Bank hat ihre Gespräche abgesagt. Geplant war der Kauf eines Anteils von 25%

Mittlerweile überschlagen sich die Ereignisse. Denn wir reden hier immerhin über viertgrößte Investmenthaus an der Wall Street. Gespannt wartet die Wall Street nun auf die Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse für das letzte Quartal. Die werden vermutlich katastrophal ausfallen. Aufgrund der gestrigen Meldung ist der Aktienkurs um über 40% abgestürzt. Seit Jahresbeginn sind es bereits über 85%. Was für ein Absturz einer Wall-Street-Ikone.

Wie so häufig werden natürlich auch andere Finanz-Titel massiv abgestraft, in dessen Strudel dann insgesamt die Börsen fallen. Gibt es bald wieder Kaufkurse.

Die Fondslegende Marc Faber, die ich auf dem Emerging Markets Kongress im Juni in München kennengelernt habe, sieht uns bereits „am Beginn einer Weltrezession". Marc Faber ist deshalb nicht in Kauflaune: „Es wird zukünftig günstigere Gelegenheiten für Anleger geben als im Moment", meint er. Andere sehen das anders.

Insider kaufen US-Bank-Aktien

Eine interessante, nur wenig Tage alte Meldung am Rande, die in den sich überstürzenden Nachrichten zu Beginn der Woche völlig untergegangen ist: Top-Manager von US-Banken kaufen derzeit so viele Aktien ihrer eigenen Institute wie seit zwei Jahrzehnten nicht. Die entsprechenden Daten dazu wurden jetzt von einem Analysehaus in Washington veröffentlicht.

Demnach haben Vorstände und Aufsichtsräte von US-Banken in den Monaten Mai bis Juli knapp 300 Millionen an „hauseigenen" Bank-Aktien gekauft. Hier ist offensichtlich das Management zuversichtlicher als es die aktuelle Meldungslage vermuten lässt, dass die Bankenkrise doch bald überstanden ist.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Einschätzung des bekannten Hedge-Fonds-Managers Barton Bliggs, der die US-Aktienmärkte „sehr nahe an seinem Tiefpunkt" sieht. „Es besteht die Möglichkeit, dass angesichts des Preisrückgangs bei Öl die Konsumausgaben anziehen." Davon wird dann auch der Aktienmarkt profitieren.

Im Gegensatz zu den US-Bank-Managern empfiehlt er aber einen Einstieg noch abzuwarten. Denn der Ölpreis könnte seiner Einschätzung nach noch weiter korrigieren. Allerdings hat die OPEC jetzt schon angekündigt die Ölförderung zu drosseln. Was das bedeutet, dürfte klar sein: Öl wird wieder teurer.

Gute Kurse

(10.September, 2008)

Passen Sie auf!

von Daniel Wilhelmi

Tag 1 nach der Börsenreaktion auf die Verstaatlichung der großen US-Hypothekenversicherer Fannie Mae und Freddie Mac. Die Börsen in Europa legen heute noch mal zu. Das zeigt uns, wie ausgebombt DAX und Co. waren. Denn die Reaktion der US-Märkte hat mich ehrlich gesagt nicht beeindruckt: Insgesamt liest sich die Performance von Dow und Nasdaq fraglos gut: Der Dow stieg um +2,6% und der Nasdaq Composite um +0,6%.

Aber wenn man sich den Handelsverlauf anschaut, dann haben die Indizes gegenüber den ersten Kursen nach der Handelseröffnung zum Schluss sogar Gewinne abgegeben. Das muss genau beobachtet werden. Auch in Asien kam es an vielen Märkten schon wieder zu Gewinnmitnahmen und einige Indizes schlossen im Minus. Hier müssen wir genau aufpassen, was global passiert und uns nicht von den starken Kursen des DAX blenden lassen. Das könnten schon die ersten Sondereffekte der Abgeltungssteuer-Rallye sein.

Aber ich wollte ja auf die Struktur des amerikanischen Kapitalsystems eingehen. Wie ich Ihnen schon schrieb, basiert das System auf 2 Säulen: Dem Aktienmarkt und dem Immobilienmarkt. So lange ein Markt läuft, ist es okay, wenn der andere mal eine Baisse durchlebt. Dann haben die Amerikaner immer noch das Gefühl, mehr Geld in der Tasche zu haben.

Problematisch wird es, wenn beide Märkte nicht laufen. Denn das führt direkt zu einem Rückgang der Konsumausgaben. Und deshalb - und das ist der entscheidende Punkt, den die Deutschen einfach nicht verstehen - wird es die US-Regierung niemals zulassen, dass beide Märkte einbrechen.

Das geheime „Plunge Protection Team“

Der Immobilienmarkt liegt derzeit am Boden. Den Sektor kann man in Washington und New York nicht so schnell mehr gesund pflegen. Und deshalb darf der Aktienmarkt nicht völlig einbrechen. Nicht umsonst gibt es die Gerüchte um das „Plunge Protection Team", eine inoffizielle Kooperation von mächtigen Finanzadressen und der Politik, die immer dann einschreitet, wenn es um den Aktienmarkt besonders kritisch ist.

Niemand kann beweisen, dass es eine solch mächtige Vereinigung im Hintergrund der Wall Street wirklich gibt. Aber es ist schon auffallend, wie die Märkte in den USA an kritischen Marken oft nach oben drehen, wenn die Börsen auf der Kippe stehen. Oder just zu dem Zeitpunkt, wenn die Börsen in heller Aufregung sind, bedeutende politische Nachrichten veröffentlicht werden.

Oder erinnern Sie sich noch an den 11. September? Danach schlossen sich mächtige Adresse aus Hochfinanz und freier Wirtschaft zusammen und initiierten ein Programm namens „patriotischen Käufen". In Deutschland undenkbar. Sie kaufen damals US-Aktien, nachdem die Börsen nach den Terroranschlägen wieder aufmachten.

In Deutschland wurde diese Aktion als typischer überdrehter amerikanischer Patriotismus abgetan. Aber darum ging es nie. Es ging darum, den Aktienmarkt zu stützen, damit er als tragende Säule nicht wegbricht. Deshalb sind die Politiker und Finanzleute auch so wild darauf, den Immobilienmarkt wieder auf die Beine zu bringen. Weil sie wissen, dass sie ihn in Zukunft als Säule wieder brauchen werden.

Have a successful day,

(... dieser Bericht stammt vom 9.September, 2008 ... ich mag diese Profit-Radar-Berichte, auch wenn ich ein entschiedener Gegner der Börse in ihrer jetzigen Form bin. Aber diese Berichte zeigen mir, worauf man beim Schreiben achten muss: handelt es sich um einen zeitlosen Bericht, dann gibt es keine Probleme ... sind die Momentaufnahmen aber stark situationsabhängig, dann muss der Leser erkennen, unter welchen zeitlichen und örtlichen Umständen der Text geschrieben worden ist ... ein Text ist im nachhinein (also auch Jahrhunderte später) um so besser zu verstehen, je besser sein Kontext direkt oder indirekt erläutert wird ... auch die Wissenschaft muss sich immer wieder eines vor Augen führen: wir halten Ergebnisse und Erkenntnisse nicht für absolut (im Kontext einer gewissen Zeitspanne mögen sie die besten sein), sondern sind offen für Kritiken und alternative Vorschläge ... am Ende entscheidet ohnehin, wie gut man Simulation und Praxisarbeit miteinander verzahnen und kombinieren kann ...)

Holznachfrage in China wird sich verdoppeln

von Volkmar Michler

Waren es nun „grüne" Olympische Spiele in Peking, wie es die chinesische Regierung versprochen hatte? Um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß es nicht. Denn ich habe die Olympischen Spiele ohne jegliches Fernsehen nur am Rande aus französischen Zeitungen verfolgt. Denn ich habe mich den Sommer über in Südfrankreich aufgehalten.

Doch die Botschaft, die man der Welt übermitteln will, ist eindeutig: „China kann stolz auf sich sein." Man will sich als Organisationsgenie, als Sportsupermacht präsentieren, die sich auch um Behinderte rührend kümmert. Dass dabei die stolze Supermacht häufig mit brachialen Methoden vorgeht, lässt sich nur noch mühsam unter den Teppich kehren. Interessanterweise wurde erst zum Ende der Paralympischen Spiele der Skandal um mit Chemikalien verseuchte Baby-Nahrung bekannt.

Ein anderes Desaster in China ist aber schon längst sichtbar und lässt sich auch nicht mehr verbergen - die massiv fortschreitende Wüstenbildung. Denn das Wachstumswunderland China leistet sich ein gigantisches Abholzungsproblem. Bisher wurden die Wälder ohne irgendeine ökologische Planung abgeholzt.

Die Folge: Seit Jahren ist eine verheerende und kaum zu stoppende Wüstenbildung in Gang gekommen, die immer mehr Land unter dem Sand ersticken lässt. Die Hauptstadt Peking wird deshalb immer wieder von schwereren Sandstürmen heimgesucht.

Jedes Jahr verschwindet in China eine Fläche so groß wie das Saarland

Jedes Jahr fällt 1% von Chinas Grundfläche der Wüstenbildung zum Opfer und verwandelt sich in sandiges, karges Ödland. Sie müssen sich das vorstellen: Jedes Jahr versandet in China eine Fläche so groß wie das Saarland. Insgesamt sind 40% Chinas sind derzeit von dieser Verwüstung bedroht.

Doch die Nachfrage nach Holz steigt weiter und weiter. Und das sind keine chinesischen Zahlen, denen man nicht immer trauen kann. Die Food and Agriculture Organisation der Vereinten Nationen schätzt, dass sich die industrielle Nachfrage nach Rundholz in China bis zum Jahr 2020 verdoppeln wird. Die Nachfrage nach Papier, Pappe und Karton wird sogar um 150% zulegen.

Wie will China aber den schnell wachsenden Bedarf an Holz decken, wenn immer mehr Waldfläche verloren wird? Langsam dämmert es auch der chinesischen Führung: China kann es sich nicht mehr leisten, seine wenigen verbliebenen Wälder weiter abzuholzen. Tatsächlich ist China zu einem Importeur von Holz geworden. Doch auch andere asiatische Länder wachsen weiter und verlangen nach immer mehr Holz.

Die Alternative ist: Holz in China selbst anzubauen und zu züchten. Mit einer Fläche von knapp 1 Millionen Hektar haben wir jetzt in Taipan einer der größten chinesischen Holzlieferanten vorgestellt. Im Zuge der heftigen Turbulenzen an den Börsen ist der Aktienkurs ebenfalls unter die Räder geraten. Langfristig gesehen, dürfte man sich hier aber nicht auf dem Holzweg befinden. Für weitere Informationen dazu klicken Sie auf Taipan

Gute Kurse

Zwischen Gier und Angst

von Volkmar Michler

Warum ist es so entscheidend, seine Gier, aber auch seine Angst unter Kontrolle zu haben? Die Antwort: Weil diese Gefühle dazu führen, dass Sie irrationale, weil emotionalisierte Entscheidungen treffen. Und Emotionen sind an der Börse immer tödlich. Die meisten Privatanleger werden gierig, wenn die Börsen oder einzelne Branchen, wie zum Beispiel Solar, in den letzten Jahren richtig ins Laufen kommen.

Und das führt dazu, dass sie nicht mehr rational an die Börse herantreten. Sie kaufen Aktien, die fundamental viel zu teuer sind. Sie wählen die Nachrichten nur noch selektiv nach ihrer Positionierung aus. Sie setzen keine Stop-Loss. Die Liste der durch Emotionen ausgelösten Fehler könnte man ewig weiterführen.

Die meisten und größten Fehler werden an der Börse immer durch Gier gemacht. Wichtig ist, dass Sie verstehen, dass jeder Börsianer diese Gier und die Angst in sich trägt. Einige können sie nur besser kontrollieren als andere. Das ist der entscheidende Unterschied.

Es ist deshalb extrem wichtig, dass Sie lernen, Ihre Gier zu kontrollieren und in produktive Bahnen zu lenken. Ich arbeite seit Jahren und habe gelernt: Je besser ich meine Gier kontrollieren konnte, desto geringer wurden meine Verluste.

Kaufen in Korrekturphasen

Wenn Privatanleger auf Hochkursen einsteigen, dann begründen Sie das immer mit Trendfolge-Strategien. Der „Trend ist your friend" (Der Trend ist dein Freund), heißt es dann. Auch ich bin ein großer Fan von Trendfolge-Systemen. Nur wissen die meisten Anleger nicht, wie man die Trendfolge richtig einsetzt, dass sie besonders effizient für das eigene Depot arbeitet.

Es gibt nachweislich sehr erfolgreiche Trendfolge-Strategien, die darauf basieren, dass man bei neuen Höchstkursen kauft. Dies nennt man auch Daravas-Strategie. Nun, wenn Trendfolger ihren Trend brechen, dann kann ruck zuck bergabgehen.

Denn nicht jede Aktie, die ein neues Hoch macht ist automatisch eine Darvas-Aktie. Dafür müssen noch andere Gesetzmäßigkeiten (z.B. Handelsvolumen) eintreten. Hier erlebe ich immer wieder viele Fehler. Wenn Sie innerhalb der Trends, zum Beispiel einem Aufwärtstrend überdurchschnittliche Profite einzufahren wollen, dann müssen Sie eine andere Strategie einsetzen: Sie kaufen nämlich nicht, wenn der Markt oben und auf neuen Hochs ist, sondern in Korrekturphasen innerhalb des Aufwärtstrends. Dann müssen Sie gierig werden. Denn dann bekommen Sie die Aktien zu billigen Preisen.

Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie viele Anleger über Monate, sogar über Jahre Depotleichen mit sich herumschleppen, die sie zu Höchstkuren gekauft haben. Auch Korrekturphase haben ihre Tücken, wie wir in den letzten Wochen und Monaten gesehen. Deshalb kaufe ich in Korrekturphase immer nur mit einer Anfangsposition und behalte mir weitere Liquidität für eventuelle Nachkäufe.

Gute Kurse

Dienstag, 28. Oktober 2008

Was den Aktienmarkt wirklich drückt

von Daniel Wilhelmi

Bevor ich in den kommenden Ausgaben weiter auf Ihre Antworten und Kommentare zum Irak eingehe, möchte ich in diesem Profit Radar erst - mal wieder - mit einem Missverständnis aufräumen, was derzeit durch die allgemeine Presse geistert. Es ist Formulierungen wie „Derzeit preist der Markt eine Rezession ein." oder „Rezessionsängste ziehen die Börsen nach unten.". Deshalb werden auch immer wieder KGV-Bewertungen und Gewinnschätzungen zitiert.

Alles kompletter Unsinn. Das muss man mal so klar sagen. Das zeigt mal wieder, wie viele Leute nicht verstehen, was derzeit am Aktienmarkt wirklich passiert. Derzeit dreht sich am Aktienmarkt alles nur um zwei alles dominierende Sachen: „Deleveraging" - was eine schnittige Umschreibung für nichts anders als „Abbau von kreditfinanzierten Positionen" ist - und Risikoanpassungen in den Portfolios der Banken und Versicherungen.

Hier will ich auf das „Deleveraging" eingehen, denn das ist der wirkliche Grund für die erdrutschartigen Kurseinbrüche von 3% und mehr an einzelnen Handelstagen. Also: Wie Sie wissen, haben vor allem Hedge Fonds (aber nicht nur) lange Zeit mit Kredit im Aktienmarkt und im Rohstoffsektor spekuliert.

Wenn von einem Leverage Faktor 5 gesprochen wird, dann bedeutet dies, dass der Hedge Fonds für 1 USD Eigenkapital für 5 USD Kredit aufgenommen hat, um dann mit der Gesamtsumme in einem Marktsegment zu spekulieren. Bei den meisten Kreditspekulanten lag das Leverage zwischen 5-10, aber es gab auch einige Hedge Fonds, die ein Leverage von 30 (!) hatten.

Der Kreislauf der Abwärtsspirale

Mit der Kreditkrise müssen diese Relationen nun nach unten reduziert werden. Und jetzt wird es interessant. Wenn ein Hedge Fonds ein Leverage Faktor 10 hat, dann bedeutet dies bei 10 Mio. USD Eigenkapital (das ja in Aktien oder Rohstoffen investiert ist), dass er dafür für 100 Mio. USD Kredit eingesetzt hat.

Nun muss der Hedge Fonds also „deleveragen" - sagen wir von Faktor 10 auf Faktor 5. Bei dem Eigenkapital von 10 Mio. USD bedeutet dies einen Kreditrahmen von 50 Mio. USD. Also muss der Fondsmanager Positionen für 50 Mio. USD verkaufen - und zwar egal, ob er von den Unternehmen eigentlich überzeugt ist oder nicht.

Und jetzt aufgepasst. Dies hier ist der Punkt, den viele Marktteilnehmer nicht verstehen und deshalb die Marktbewegungen nicht verstehen: Nun „devleveragt" ja nicht nur 1 Adresse, sondern zahlreiche Hedge Fonds und auch reguläre Fonds und Banken bzw. Versicherungen müssen verkaufen, da sie Mittelabflüsse bedienen müssen.

Diese geballte Verkaufsmacht führt dazu, dass die Börsen fallen. Damit wird aber auch das investierte Eigenkapital der Kreditspekulanten weniger. Wenn aber das Eigenkapital weniger wird, dann verschiebt sich der Leverage Faktor wieder nach oben - und schon muss der Hedge Fons weiter verkaufen, um auf den Faktor 5 zu kommen.

Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen: Der Hedge Fonds mit 10 Mio. USD investiertem Eigenkapital will also von Faktor 10 auf Faktor 5 „deleveragen". Also verkauft er Positionen im Wert von 50 Mio. USD. Dann hat er noch 50 Mio. USD kreditfinanzierte Positionen in seinen Büchern, was einem Faktor von 5 entspricht.

Wenn aber jetzt der Aktienmarkt, wie es seit Wochen passiert, nur fällt und z.B. um -30% sinkt, dann ist seine Eigenkapital-Position plötzlich nur noch 7 Mio. USD wert - und bei 50 Mio. USD kommt er dann plötzlich doch wieder auf einen Leverage-Wert von 7 anstatt der angepeilten 5.

Also muss er weiter verkaufen und kommt eine Spirale in Gang, die wir derzeit erleben und die der wahre Grund für diese Übertreibungen nach unten ist: Die Kreditspekulanten, allen voran die Hedge Fonds, reduzieren ihre Kreditpositionen. Das drückt den Aktienmarkt nach unten, weshalb die Hedge Fonds dann noch mehr Kreditpositionen abbauen müssen - und schon beginnt der Kreislauf von vorne.

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