Sonntag, 18. April 2010

Treue ist ein leicht geschriebenes Wort, es zu leben, manchmal um so schwerer !

Fast wie in guten alten Zeiten - mal wieder im Fernsehraum des Seemannsheim:
  • zwei philippinische Matrosen, einer von ihnen ist fleißig nach Philippinen am "skypen"...
  • ein russischer "Unteroffizier", der in Ruhe seine nautischen Auswertungen macht + angeregt mit einer russischen Frau spricht ...
  • und ich ergatter' mir den Platz am Fenster: öffnen, T-Shirt ausziehen und die restliche Abendsonne auf den Pelz braten lassen, draußen ist noch ein zu kühler Wind, um sich richtig zu sonnen ... ich zähle ab 1. Mai die Sonnentage und denke mal, dass die Klimaerwärmung jetzt richtig greifen wird => extreme Winter + extreme Sommer !
  • Schätzungweise werden wir einen heißen Frühling mit einem durchwachsenen Sommer haben oder einen durchwachsenen Frühling mit einem heißen Sommer. Ideal wäre natürlich ein warmer Frühling, gefolgt von einem heißen Sommer, wobei man natürlich die Sorgen der Agrarwirtschaft nie außer Acht lassen sollte => Sonne und Wasser und guter Boden, der richtige Mix gibt die guten Ernten !
"Karl" der alte Matrose ist mit seinen Kollegen Zivis vor dem Eingang am klönen, die Ostfriesen haben relativ gute Laune und jede Menge totgefahrene Kleintiere auf den Land- und Schnellstraßen, die teilweise von Krähen und Raben angeknabbert werden !

***
 
Bin also gerade von einer längeren Autotour durch die norddeutsche Tiefebene zurückgekehrt. Gestern um 6 Uhr ins Bett und um 10h von "Werner", dem Lotsenkapitän, angerufen worden. Eigentlich wollte er sich zwischen 12h und 14h melden, aber da sein 24h-Dienst um 8h endete, wollte er nicht extra zu seiner Wohnung außerhalb Emdens zurückfahren !

Auch wenn ich nach dem ersten Klingeln etwas gerädert bin, so fängt der Tag gut an: Sonnenschein pur, so macht das Leben Spaß ! "Werner" holt mich also mit seiner Halbautomatik ab, wir fahren zu seinem "Liebesnest", einem Wohnwagen mit Anbau auf einem Campingplatz in einem Naturschutzgebiet. Er möchte es nach 5 Jahren gelegentlichem Gebrauch verkaufen => fast ausschließlich nur für seine dutzendfachen "Seitensprünge" genutzt !

Ich darf nicht vergessen, dass er trotz seiner sehr ruhigen und umsichtigen Art nie ein "Kind von Traurigkeit" war. Wie er die Dinge beschreibt, ist einfach originell, ich kann diesen Tonlaut und seine humorvolle Art und Weise, wie er die Dinge darstellt, unmöglich wiedergeben. Sicherlich kann seine Ehefrau, die ich kurz kennengelernt, und mit der ich mich ca. eine halbe Stunde unterhalten habe, nicht darüber lachen.

Aber ich bin ja nicht seine Frau, sondern nur ein "Zugezogener", der/die als neutrale Person über die ein oder andere Sache schmunzeln und lachen kann, auch wenn einige Dinge sich sicherlich nicht im Rahmen der Normalität bewegen => aber was ist heutzutage schon normal ? 

Okay, nun zu "Werner", der sicherlich auf seine Art und Weise originell ist:

Hat mit 26 Jahren seine acht Jahre ältere Nachbarin geheiratet !
  • Beide stammen aus dem Saarland und haben 1980 ein Haus in Ostfriesland nach ihren Wünschen bauen lassen. 
  • Sie hat sehr lange in einem Spielzeuggeschäft gearbeitet, wo Modellflugzeuge, -eisenbahnen und -autos verkauft worden sind !
  • Er ist zur See gefahren und war seit der Heirat ca. 3 Monate pro Jahr zu Hause.
Sie haben zwei Söhne großgezogen, einer 40, der andere 30 Jahre alt.
  • Der Ältere von ihnen hat vor kurzem mit 38 Jahren geheiratet und arbeitet im Logistikbereich einer Fluggesellschaft.
  • Der andere arbeitet als Erster Offizier bei Hapag Lloyd, hat die große Kapitänsausbildung gemacht.
"Werner" hat nach 25 Jahren Ehe festgestellt, dass diese Zeit doch nicht alles gewesen sein kann. Seine Vermutung:
  • "Wenn man stirbt, hat doch jeder Mensch einen kurzen Moment, in dem das ganze Leben noch einmal in Kurzraffer oder als Kurzfilm vor den Augen abläuft."
Sein Credo:
  • "Ich will im Leben so viel und intensiv erleben, dass dieser Film nicht nur einen kurzen Moment abläuft sondern einen ganzen langen Tag. Danach gebe ich zufrieden die Löffel ab und brauche nicht meinen Kollegen im Paradies etwas vorzujammern, was ich alles hätte machen können, sondern kann ihnen den ganzen Tag Geschichten erzählen mit jedem Detail !
Nach 26 Ehejahren ist er aus dem gemeinsamen Schlafzimmer ausgezogen und hat sich eines von den zwei leerstehenden Kinderzimmern schön zurecht gemacht.
  • Mittlerweile befindet er sich im 32. Ehejahr, seine Frau hat leider Alzheimer im Anfangsstadium, hat gute und mal vergessliche Tage !
  • Sie wirkt auf mich sehr freundlich und mütterlich, hat wohl schlechte Erfahrungen aus der Kindheit, weil sie als Jüngste immer vom "Schwarzen Schaf", einem älteren Bruder, ständig getriezt und gepiesackt wurde !
Er behauptet: Sie wisse nichts von seinen Seitensprüngen, hätte aber einmal beinahe etwas herausbekommen !
  • (... ich glaube eher, sie weiß alles, hält aber um des lieben Friedens willen den Mund !)
  • Manche "Ollen" seien in der Vergangenheit einfach zu doof gewesen, riefen einfach bei ihm zu Hause an oder haben ihm Briefe geschrieben !
Einmal kam ein Brief aus "Good Old England":

Seine Frau fragt ihn, was das soll und will von ihm wissen, was da läuft. Er versucht sie zu beruhigen, da sei nichts ! Also soll er den Brief wortwörtlich übersetzen. Er macht das natürlich, lässt aber ein paar entscheidende Dinge weg oder entschärft sie.

Sie: "Das kann nicht stimmen, was du mir da übersetzt !"
  • Er: "Kann ich Englisch oder du ?"
Sie: "Ich kann zwar kein Englisch, habe aber diesen Brief von einem Studenten wortwörtlich übersetzen lassen !"
  • Tja, "shit happens", und er rettet sich aber halbwegs: "Davon verstehst du nichts, das ist ein spezieller Dialekt. Den kann man nicht einfach wortwörtlich übersetzen, und erst recht von keinem Studenten, der gerade mal das offizielle Amts-Englisch beherrscht !"
Und dann waren zwischendurch mal ein fremder BH unter dem Kopfkissen oder andere heikle Situationen. Sie kommt einmal nach Hause und fragt ihn, warum das Bett benutzt sei ?!
  • Er: "Ich habe mich gerade mal kurz hingelegt !"
Sie: "Verarsch mich nicht, ich sehe doch, dass es für länger genutzt wurde."
  • Er: "Sag'  mal, spionierst du mir nach ? Und woher willst du das überhaupt wissen ?"
Sie: "Weil ich das Bett vorher aufgeräumt habe, und die Rillen des Lakens nicht quer sondern parallel zur Längsseite lagen !"

Tja, "shits happens again", diesmal keine passende Antwort ;-) !

Weil er ziemlich potent ist und bis ins hohe Alter noch "rödeln" kann und will, hat er seine passende Antwort auf diese Lebenssituation gefunden: keine Böcke mehr auf das Liebesleben mit seiner Ehefrau aber tierischen Bock auf andere willige und abenteuerlustige Frauen !
  • Und das Ganze fing, wie schon angedeutet, nach 26 Ehejahren an, wo er seinen Kumpel A. kennenlernte. 
  • Dieser ist ebenfalls gelernter Kapitän, schipperte aber im Ggs. zu ihm nicht durch die Weltmeere, sondern war damals schon im RLD tätig. 
Ich kann mir also äußerst lebhaft vorstellen, wie er beim ständigen Anblick von leichtbekleideten Frauen im RLD dicke Eier bekommen hat !
  • So kam es also, dass er nach 26 Ehejahren ein Liebesnest auf einem Ganzesjahres-Campingplatz einen Stellplatz gemietet hat.
  • Hatte er schon vorher ein paar Seitensprünge gehabt, so machte er nach dem Auszug aus dem gemeinsamen Schlafzimmer systematisch weiter !
Doch manchmal gab es auch "logistische" Probleme:
  • Es kam schon öfters vor, dass er mit einer Geliebten im Wohnwagenbett lag, und eine andere war schon unterwegs zu ihm.
Besonders folgende Situation wäre einmal haarscharf in die Hosen gegangen:
  • Irgendwann hat er sich dann doch langfristig für eine neue Frau und Partnerin seines Herzens entschieden und lag mit ihr im Wohnwagen.
  • Eines Morgens klopft es an der Tür, eine weibliche Stimme ruft wahrnehmbar für alle Campingnachbarn: "Werner", bist du da, ich habe Brötchen mitgebracht ?!"
Seine Freundin: "Wer ist das ?"
  • Er, wohlwissend wer sie ist: "Keine Ahnung, schau du mal bitte nach !'"
Sie geht raus, während er gemütlich im Bett liegen bleibt und abwartet !
  • Er hört sie miteinander sprechen und nach 5 Minuten rufen: "KANNST JETZT RAUSKOMMEN, BÄRBEL UND ICH HABEN DAS FRÜHSTÜCK FERTIGGEMACHT !"
Bis heute weiß er nicht, was die unerwartete Besucherin gesagt hat. Ich vermute, das sie die Lage sofort richtig eingeschätzt und schnell die richtigen Worte gefunden hat. Nach dem Frühstück fragt er seine Freundin, ob sie Lust auf einen Dreier hat ? Nein, hat sie nicht !

Na ja, und dann folgen schon ein paar Geschichten, die sicherlich nicht in einem "öffentlich" zugänglichen Blog, sondern in meinem Privatblog festgehalten werden. Um aber mal zu verdeutlichen, was "kein Kind von Traurigkeit" unter anderem bedeutet, muss man sich mal diese Situation vor Augen halten. Er geht stramm auf die 60 zu und ist ein Lebemann geblieben.

Seine jetzige Freundin und Lebensgefährtin (ca. 55 Jahre alt): "Schatzi, hast du schon deine Pille genommen ?"
  • "Nee, noch nicht" - es macht kurz "Knack" und die Hälfte einer Viagra rutscht den Ösophagus hinunter, um im Verlaufe des Magendarm-Trakts ihre volle Wirkung zu entfalten. 
  • Diese wird verstärkt, indem er sich noch eine Spritze Testosteron in den Oberschenkel jagt, und dann ginge es erst richtig los !
Wie gesagt, nichts "jugendfreies", was da so abläuft, aber denken kann man sich seinen Teil.

Zum Beispiel hat CI ihm mal in seiner Bude Pornos auf dem Computer vorgespielt mit der Bemerkung: "Werner, allerfeinste Ware und kein Billigschrott wie bei Youporn oder anderen Hausmannkost-Anbietern !"
  • Werner: "Her damit !"
CI spielt ihm einen weiteren vor, nachdem der erste in den Rucksack verschwindet. "Und was hälst du von dem. Guck' mal, wie die Alte abgeht !"
  • Ich würde es selber nicht glauben, wenn ich es nicht gesehen hätte. Dem Kapitän laufen richtige Schweißperlen von seiner Stirn: "Her damit !"
Dann spielt CI ihm einen dritten vor: "Ich hab' noch einen für dich, alles Natur sag' ich dir. Guck' mal, so was siehst du in keinem Billigstreifen !"

Mittlweile hat er schon Schweißperlen auf der Nase, obwohl es im Zimmer nicht übermäßig warm ist.
  • Sein kurzer Kommentar: "Her damit, ist jetzt meins !"
CI und GB haben mal so ein Szenario in seiner Abwesenheit für mich während eines Abendgesprächs entworfen:  
  • "Das musst du dir jetzt mal ausmalen. Da geht der Kerl jetzt nach Hause, zieht sich die Videos rein, wird fickrig ohne Ende und hält es nicht mehr aus. Ruft dann irgendeine Bekannte an, trifft sich mit ihr in seinem Liebesnest. Bevor es aber losgeht, schluckt er seine Pillen und jagt sich noch in den Oberschenkel mit einer Spritze sein Testosteron in die Adern.
  • Dann steht "Werner" in Boxershorts im Anbau des Wohnwagens und wird von einen harmlosen und rechtschaffenen Kapitän zu einem Tier. Sagen wir mal eher zu einem Gorilla oder Wildschwein - steht mit Schaum vor'm Mund und glasigen Augen in der viel zu schmalen Tür und stürzt sich mit einem brüllenden "Uhaaaa" und  "Grrrr" auf die "Alte" !"
    Bei diesen teilweise sehr abstrusen Vorstellungen haben wir drei uns kaputt gelacht und uns die Ecke geschmissen ;-) Bei alle dem, darf man nicht vergessen, dass alle drei genannten Herren schon alles im Leben geschafft haben: Haus gebaut, Kinder groß gezogen und Bäumchen gepflanzt. Und trotzdem kann man sie nicht mit Normalos vergleichen !

    Aber zumindestens CI und GB geben ehrlich zu, dass wenn sie als Frau geboren wären, in der heutigen Zeit mit all den freizügigen Darstellungen in Fernsehen und Medien + teilweise aggressiven Werbungen und pornografischen Darstellungen in der Öffentlichkeit absolut zuviel und Angst bekommen und am liebsten flüchten würden !

    Und was das Verhalten vom "Captain" anbelangt, so kann ich als gelernter "Pfarrerssohn" es nicht gut heißen aber als Realist auch nicht verdammen !
    • Seine beiden erwachsenen Söhne sind auch nicht glücklich darüber, dass er sich im RLD bewegt, er solle es wegen "Mama" nicht übertreiben.
    Da ich im Leben noch nie eine Freundin hatte, kann ich auch schwerlich nachempfinden, was ein Seitensprung für Menschen bedeutet, die sich in einem glücklichen und hoffnungsreichem Moment langfristig binden wollen !
    • Auf der einen Seite spricht Treue für Stärke und innerliche Reife. Warum sollte man also nicht, nachdem man/sie sich die Hörner abgestoßen hat (oder auch nicht), das hoffnungsvolle Wagnis eingehen, sich auf einen einzigen Menschen zu konzentrieren, um mit ihm alles zu teilen: die Schwere und Leichtigkeit des Seins in einer sich ständig wandelnden Welt und Umwelt, die Ruhe und Sturm zugleich jeden Tag bereitstellen !
    Dieser Mensch, dem man  "offiziell" oder/und "unter vier Augen" Treue geschworen und versprochen hat, erhält einen Status, der weit über den von Mutter, Vater, Bruder und Schwester hinausgeht ! Es gehört also zu einem großen Stück Erwachsensein und -werden, dass die Treue vor Beliebigkeit geht ! Vielleicht ist Treue aber auch die höchste Stufe der menschlichen Reife, Sitte und des Anstands !
      • Auf der anderen Seite glaube ich, dass die allermeisten Menschen so wie die allermeisten Tiere nicht für die Monogamie geschaffen sind. Sie ist eine von Menschen künstlich erschaffene moralische und gesellschaftliche Konstruktion, um die kleinste Zelle des Staates zu erhalten: die Familie ! Aber der ganz "natürliche" (natürlich kommt von Natur)  in den Genen des Mannes und der Frau unauslöschlich geschriebene Code besagt: "Vermehre und organisiere dich zeitlich und materiell in einer Art und Weise, so dass so viel wie möglich von deinen guten und nützlichen Genen in diese Welt verteilt werden !"
       ***
      Fazit: ... der heutige Tag hat mir ein weiteres mal gezeigt: es gibt individuelle Entscheidungen, die weder ein Staat, noch eine Glaubenszugehörigkeit oder Moralvorstellung einem abnehmen können !

      Was Treue in einer Beziehung anbelangt, so glaube ich, dass das Glücks- und Bindungshormon Oxytocin so lange anhält und Kraft, Motivation und Glück verleiht, bis die Kinder das Nest verlassen haben. Danach beginnt zwangsläufig ein neuer Zyklus.
      • Wie dieser aussieht und gestaltet werden kann, wenn die Kinder einigermaßen vorbereitet in die Welt entlassen werden können, ist eine individuelle Entscheidung unter vier Augen, die von keiner moralischen Instanz oder von Außenstehenden verurteilt oder vorgeschrieben werden kann !
      Wenn keine Kinder im Spiel sind, so gilt auch hier: Treue vor Beliebigkeit, wenn so vereinbart (es soll ja auch offene Beziehungen geben) ! Sollten aber die geistigen und seelischen Banden aus welchen Gründen auch immer sich auflösen, so gilt unbedingt:
      • mindestens minimale Aussprache, bei der die wirtschaftliche Lage beider Partner gesichert sein sollte, damit jeder einen Neuanfang mit einem anderen Partner oder alleine wagen kann !
      Alles leichter gesagt als getan !

        Donnerstag, 15. April 2010

        "Wenn Frauen morden"

        Madonna oder Mörderin ?

        entnommen aus:


        Der Fall der schönen Ruth Blaue, deren Gatte durch fünf Axthiebe starb, machte Anfang der fünfziger Jahre Furore. Dass eine Frau kaltblütig tötete, empörte die Öffentlichkeit - auch bei Kapitalverbrechen war die Rollenverteilung noch klar. 

        Auf einmal war da ein Ohr. Als Gerd Killisch im Sommer 1947 mit Freunden in einem flachen Badetümpel im Dorf Klein Nordende beim schleswig-holsteinischen Elmshorn schwimmen ging, fiel ihm sofort dieses seltsame Bündel im Wasser auf. Und irgendetwas darin sah nach einem menschlichen Ohr aus. Als der Junge den Seesack öffnete, erlebte er den Schock seines Lebens: Im Sack steckte der halbverweste Kopf eines Menschen.
        Der gruselige Fund im Badeteich war der Auftakt für einen spektakulären Kriminalfall, der die bundesdeutsche Öffentlichkeit und Medien jahrelang in Aufruhr versetzte. Nicht nur, weil der Tote aus dem Badeteich lange Rätsel aufgab: Sein Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit entstellt, denn der Täter hatte ihm mit mehreren Axthieben das Gesicht zertrümmert. Mit den damaligen Methoden war die Leiche kaum zu identifizieren. Das eigentlich Unerhörte kam aber erst Jahre später ans Licht: Eine Frau sollte hinter dem ungewöhnlich brutalen Mord stecken. Eine Axtmörderin? Und dazu noch eine attraktive und charismatische? "Mörderin mit dem Madonnengesicht" taufte die Presse bald Ruth Blaue, die Tatverdächtige, die in der Haft Gedichte schrieb und sich religiös gab. Als auch noch durchsickerte, dass die "Madonna" früher als Straßenmädchen gearbeitet hatte, war der Skandal perfekt.

        Im biederen Nachkriegsdeutschland, vor der Zeit von Emanzipation, Frauenquoten oder TV-Erfolgen wie "Der Frauenknast" war die mutmaßliche Gattenmörderin ein echter Aufreger. Im gerade beendeten Krieg hatten sich die Männer als Soldaten zwar gegenseitig millionenfach umgebracht - dass eine Frau auf so bestialische Weise tötete, empfanden die Zeitgenossen dennoch als Schock.
        Ein Film von Ute Bönnen und Gerald Endres
          
        Der Enzianmord

        entnommen aus:

        14. Februar 1967, Fliegerhorst Fürstenfeldbruck in der Nähe von München. Werner Müller (28) besucht einen Lehrgang beim Deutschen Wetterdienst. Seine Familie wohnt in Kempten im Allgäu. Weil sein Stubenkamerad Alois Blumoser erkältet ist, gibt Müller eine Runde Enzianschnaps aus, den er per Post erhalten hatte. Der verschnupfte Blumoser kippt das Getränk "ex" runter, schreit "Das schmeckt ja wie Essig!" und krümmt sich. Müller probiert, spuckt das Zeug aber sofort wieder aus. Die beiden laufen ins Bad, wo sich Blumoser übergeben will. Doch er bricht kurz vorher neben dem verzweifelten Müller im Todeskampf zusammen. 

        Die Gerichtsmediziner stellen fest, dass er mit dem einen Glas Schnaps eine tödliche Menge Blausäure geschluckt hatte. Die Polizei ist ratlos. Sie untersucht das verdächtige Päckchen genauer, das Müller einige Tage vorher erhalten hatte: Neben dem vergifteten Schnaps lagen in der Schachtel auch eine Packung "Katzenzungen" und ein Zettel: "Gruß aus der Pfalz. Alleine trinken, aber mit Genuss!". Der Poststempel führt sie zum Nachtschalter am Stuttgarter Hauptbahnhof. Der zuständige Postbeamte kann sich erinnern, dass eine Frau mit Sonnenbrille das Paket nachts brachte. Und daran, dass ihr Arm verbunden war und sie ihn gebeten hatte, den Absender auf das Paket zu schreiben. An ihr Gesicht erinnert er sich nicht.

        Christel Müller (25), die Ehefrau des Paketempfängers, besucht ihren Mann zwei Tage nach dem tödlichen Giftanschlag in Fürstenfeldbruck. Sie ist völlig durcheinander. Die Zeitungen berichten auf den Titelseiten von dem Fall. Frau Müller wird von der Kripo verhört und kurz darauf verhaftet: Die Polizei hat Hinweise, dass sie ein Verhältnis zu Georg Weidinger (27) pflegt, einem verheirateten Hausfreund der Familie. Eine Nachbarin hatte Buch geführt über das Privatleben der Ehefrau und Mutter. Die Beschuldigte streitet alles ab. Weidinger, ihr vermeintlicher Geliebter, war ins Visier der Polizei geraten. Sein Freund Franz Reisacher, der in einem Galvanikbetrieb in Kempten arbeitete, hatte in der Zeitung über den Fall gelesen und ausgesagt, dass ihn sein Kumpel vor Wochen um einen Gefallen gebeten hatte: Reisacher solle ihm Gift besorgen, weil er damit einen Marder töten wolle. Um das Gift zu transportieren, hatte Weidinger ihm zwei Enzianflaschen mitgegeben. Dieser streitet anfangs alles ab. Aber nach einer Woche gesteht er, gemeinsam mit Christel die Tat geplant und ausgeführt zu haben. Nun bricht auch Christel ihr Schweigen und gibt Details der Tat zu. Aber sowohl Georg Weidinger als auch Christel Müller beteuern, dass sie niemanden töten wollten. Das Ganze sollte ein „Scherzpackerl“ sein.

        In dem Indizienprozess, der neun Monate später stattfindet, geben die beiden Angeklagten bis zum Schluss unterschiedliche Versionen vom Tathergang ab und entschuldigen sich. Eine Tötungsabsicht streiten sie weiterhin ab. Der Staatsanwalt fordert lebenslange Haft. Aber die beiden Angeklagten werden wegen „versuchten Mordes und fahrlässiger Tötung“ zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt, was damals, Ende 1967, als milde galt.
        Ein Film von Sissi Hüetlin

        Schlüsselübergabe

        "Play-Girl":
        • Schlüsselabgabe, alles besenrein hinterlassen + super saubere Fenster
        • eine sehr schöne Kleinwohnung (KDB 2Zi), für meinen Status + Geldbeutel natürlich überdimensioniert
        • Blick auf Bunker, Seemannsfriedhof + Regenrückhaltebecken, Grundschule (ehemalige Polizeistation), Seemannsheim, Hauptverkehrsstraße mit Autoladern und anderen LKWs
        • kurzes Gespräch mit A. => Emden ist ein Kuhdorf, wo ohne Ende gequatscht und getratscht wird.
        • wenn ich mir ein wenig Geld verdienen will (Aufräumen etc.) kann ich mich ja noch mal melden ;-)
        kurzes Fazit für diesen winterlichen Teil am Borkum-Kai (Außenhafen):
        • Die evangelische soziale Einrichtung Seemannsheim kennengelernt: Zivis, Pfarrer, Hobby-Philosoph & Techniker, Matrosen, Seeleute allgemein, Kapitäne, Papagei, Lotsenbetrieb, Überführung von zwei Passagierschiffen von Papenburg nach Emden in die offene See
        • Schnuppern in die Nautik + Schifffahrtstechnik
        • unendlich viel Schnee geschippt und Eis gekratzt
        • Kennenlernen von Hartz-IV-Empfängern und 1-Euro-Jobbern und deren unterschiedliche soziale Situation

        Zündplatte

        -Zündplatte
        • es wurde zum dritten mal eine neue bestellt, die jetzt zur Kurbelwelle passt
        • alles andere muss jetzt darauf abgestimmt werden, da z.B. jetzt von interner Zündspule auf externer Zündspule ummoduliert werden muss !
        • erster Zündfunken kommt, jetzt muss "nur" noch die Zündpunktseinstellung vor dem Totpunkt gefunden werden
        nach ca. 1 1/2 Stunden gibt der Meister auf und sagt, dass das alles nicht hilft, er muss sich noch mal ganz genau ein paar Datenblätter anschauen !
        • er hasst Proscher, die alles verändern, nur dass Teile für eine gewisse Zeit laufen, und danach: Aus den Augen, aus dem Sinn ! (=> oder: den letzten (Handwerker) beißen die Hunde !")
        • auf die Frage hin, warum das denn das alles so schwer sei, wenn er doch routinemäßig Harleys reparieren kann ? Antwort: bei der Reparatur solcher Vehikel habe er Vergleichswerte; bei einer Maschine, die von tausend Fricklern auseinandergenommen worden ist + diverse nicht kompatible Teile auf gut Glück eingebaut worden sind, es ist eine Sache von Probieren + Justieren ohne Ende !
        Lerneffekt:
        • bei Zündungen kann etwas scheuern (Fehler beheben durch Schrauben)
        • Funktionsweise der Kurbelwelle kennengelernt
        • "Einspritzmethode"
        • kleine Analyse der Geräusche (z.B. wenn der Motor Luft zieht)
        ... nanu, wo bleibt denn der "Meister aller Fahrräder, Oldtimer und Harley Davidsons" ? ... draußen etwas kühl, dafür herrlicher Sonnenschein ... okay, er hat mich ja vorgewarnt, dass er kein Frühaufsteher sei ! Letztes mal war er deshalb nur so früh auf der Matte, weil seine neue Freundin Frühdienst hatte !

        (... sag bloß, dass das die eine ältere Blondine ist, die bei den Schäferstündchen das Licht aushaben wollte ? So hat man es mir zumindestens zugetragen => die Spatzen hier auf den ostfriesischen Dächern pfeifen besonders gerne und intensiv jeden Tag neue interessante Lieder im Vergleich zu anderen deutschen Singvögeln, das habe ich den paar Wochen schon zu Genüge mitbekommen ;-)

        Aber was beklage ich mich, Hauptsache I-Net läuft, wenn auch sehr sehr langsam ! Werde schon hören, wenn er die Schwalbe auf dem Hof bearbeitet und die Pfuscharbeit von vier bis fünf verschiedenen nachträglich eingebauten Komponenten korrigieren muss. Und dann komme ich, um das Chaos zu vergrößern, so dass es am Ende funktionieren wird, laut der Chaostheorie: Chaos mal Verwirrung = Funktionsfähigkeit ;-)

        "Schwerelosigkeit"

        Schwerelosigkeit
        • Körperfunktionen, die nach diesem Prinzip funktionieren (Sedimentation) ?
        • weiter: Gen für Schwerelosigkeit im Zusammenhang mit Druck pro Fläche (s.a. Knochenwachstum, Faktor: Druck)

        The Beatles - Good day sunshine

         

         ***

        Dritter Sonnentag ohne Unterbrechung

        Mittwoch, 14. April 2010

        Schwören ist unnötig: "Dein Ja sei ein Ja, dein Nein ein Nein !"

        Grundidee:
        • Ghandi: "Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Friede ist der Weg !"
        Ansatz:
        Entwicklung
        • 1) Eindeutiger Bruch dieses urdeutschen Versprechens durch Kriegseinsätze im Ausland !
        • 2) Versteckter Bruch durch Waffenlieferungen !
        Hat Deutschland nicht die Kraft, nicht den Mut oder nicht das Recht und die Verpflichtung vor der Völkergemeinschaft folgendes zu sagen ?!
          • "Mit uns nicht mehr ! Wir halten uns an dieses heilvolle und gesunde  Versprechen und an diese generationen- übergreifende Zusage für die Völker dieser Erde !"
            Vom Prinzip her hat fast jede Nation aus ihrer Staatsgeschichte heraus Tausende bis Millionen Tote und Opfer verursacht und zu beklagen, so dass die Interventionen über die eigene Staatsgrenze hinaus ohnehin immer fragwürdiger werden !
            (=> erst mal vor der eigenen Haustür kehren, bevor man meint, woander für Ordnung sorgen zu müssen !)
              • Die Nationen, die in der Vergangenheit am meisten und schlimmsten gewütet haben in Form von Schreckensherrschaft, Willkür und externem (= über die eigene Staatsgrenze hinaus) und internem Massenmord sind auf erstem Blick Japan, Russland, USA, China und die Türkei !
              • Was Staatsterror und Kriegsverbrechen in der Vergangenheit anbelangt so überragt Deutschland Alle und Alles !
              • Insofern haben in der "jetzigen" Gegenwart Bürger aller Staaten und Länder und im besonderen Maße der Deutsche Staat durchaus das Recht für sich in Anspruch zu nehmen, jede Form von kriegerischen Einsätzen weder logistisch, noch finanzíell und erst recht nicht durch Soldateneinsatz zu unterstützen !
              Fazit:

              Fühlt sich Deutschland an sein Versprechen nicht mehr gebunden, sondern eher dem kriegerischen und gewalttätigem  Denken verbunden in welchen Bündnissen auch immer involviert, so wird die Frage und Lösung nach globalem Frieden in andere Zeiten und Generationen vertagt bzw. verlegt

              (... falls nicht vorher schon ein Komet das irrgewordene Menschendasein frühzeitig beendet und die Menscheit nie erfahren wird, wozu sie wirklich imstande ist: die Bewahrung des Paradieses Planet Erde und die schrittweise, generationenübergreifende Entwicklung in den Weltraum . Der zweite Schritt ist ohne den ersten nicht möglich !)

              Glaubensrichtungen im Irak

              entnommen aus:

              Zitat:

              Religion

              Etwa 97 % der Bevölkerung sind muslimisch.
              • Die große Mehrheit der muslimischen Kurden ist sunnitisch
              Die Übergriffe auf die Chaldo-assyrischen Christen im Irak ließen fast eine Million Menschen dieser Urbevölkerung des Iraks aus dem Land entfliehen.
              • Christen und andere Religionen sind derzeit nur noch mit ca. 3 % vertreten [2], während sie vor 100 Jahren noch etwa 25 % ausmachten. 
              • In den letzten Jahren sind fast 2 Millionen Christen geflohen. 
              Die Christen zählen überwiegend zu den orientalisch-christlichen Gemeinschaften:
              Des Weiteren gibt es noch
              • die kurdischen Jesiden, deren Zahl teilweise mit über 500.000 angegeben wird,  
              Schabbak die entweder als extreme Schiiten oder als eigene Gruppe angesehen werden

              und
              Weiterhin sollen im Südosten 20.000 bis 50.000 Marsch-Araber leben.

              Bis 1948 lebten noch 150.000 Juden im Irak.
              • Aufgrund von Flucht und Vertreibung in der Folge der Staatsgründung Israels wird die Zahl noch im Irak lebenden Juden auf unter 10 Personen geschätzt. [7]
              Unter dem Regime von Saddam Hussein hatte die Religionsfreiheit einen verhältnismäßig hohen Stand;
              • der Regierung des Diktators gehörten auch christliche Minister wie der Assyrer/Aramäer Tariq Aziz an. 
              • Seit dem Beginn des Krieges im März 2003 hat allerdings laut kompetenten Schätzungen über die Hälfte der irakischen Christen das Land verlassen. [8]
               Frage: wohin ?

              Schaltplan S 50

              entnommen aus:

              Zitat:

              Die sportliche Serie - Simson S 50

              Das S50 ist ein zweisitziges Kleinkraftrad, welches als Nachfolgemodell der Mokicks Star und Habicht zwischen 1975 und 1980 produziert wurde. 
              • Es war wegen seines für damalige Verhältnisse sportlichen und motorradähnlichen Aussehens besonders bei den Jugendlichen beliebt und begehrt. 
              Erstmals kam in dieser kleinsten Hubraumklasse eine sehr langhubige Teleskopgabel mit fließgepreßten gleit- und hardverchromten Tragrohren zum Einsatz. 
              • An den recht kräftigen Zentralrohrrahmen wurden Obergurt und Stützstreben angeschraubt. 
              • Sitzbank und Tankanordnung ermöglichten einen guten Knieschluß. 
              • Räder, Bremsen, Hinterradantrieb und die hydraulischen gedämpften Federbeine konnten von Sperber bzw. Habicht übernommen werden. 
                Der weiterentwickelte Dreigangmotor mit Fahrtwindkühlung leistete 3.6 PS. 
                • Der Kraftstoffverbrauch wurde auf ca. 2,8l / 100km begrenzt, bei gleichzeitiger Reduzierung des Mischungsverhältnisses auf 1:50. 
                Völlig neu war die elastische Aufhängung des Motors am Schwingdrehpunkt des Rahmens. 
                • Die hochfrequenten Motorschwingungen konnten aufgrund einer Gummiabstützung unterhalb des Triebwerkes weitgehend vom Fahrwerk ferngehalten werden. 
                • Das Gesamtfahrgeräusch konnte durch einen großvolumigen Ansauggeräuschdämpfer und gummigedämpften Zylinderkopfrippen beachtlich abgesenkt werden. 
                Ebenfalls setzte die elektrische Ausrüstung internationale Maßstäbe hinsichtlich Ausstattung und Funktionssicherheit
                • Anfang 1978 ging eine neue, in die Gesamtgestaltung besser passende Kraftstoffbehälterausführung in Serie und ersetzte den sogenannten “Büffeltank”. 
                • Vorzüge dieses Mokicks waren die einfache, sehr anspruchslose Technik sowie das hervorragende Fahrwerk, welches praktisch unverändert in den Nachfolgemodellen bis 2002 weiter verwendet wurde.
                Schaltpläne:

                Vogelserie
                • ...
                Schwalbe
                • ...
                S50

                S51
                • ...
                SR50/80
                • ...
                Sonstige
                • ... 
                Bemerkungen:
                • Modifikationen von Grundplatte auf außenliegende Zündspule
                • ...

                          O2-Stick

                          • Name: 
                          • Nummer: 
                          • Inhalt:
                          • Lieber Kunde, Ihre Surfgeschwindigkeit wird tarifgemäß auf GPRS-Niveau reduziert. Ab nächstem Abrechnungszeitraum surfen Sie wieder mit voller Geschwindigkeit.
                          • Zeit: 14-04-2010 12:56:18
                          • Wunderschön, seit Wochen komme ich mir vor wie in der Steinzeit => es tröpfelt ein Bit nach dem anderen in den LapTop + elendes Funkloch in der Straße macht I-Net-Surfen + Bloggen zum Geduldsspiel (das Paradies war und ist FZ-Jülich + TH-Aachen mit ihrem I- und Intra-Net)