Sonntag, 18. November 2012

" Das geistige Erbe "

gewidmet meiner Mutter und meinem Vater

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Vorwort:

Ob der Nachfahre das Erbe seiner Eltern antreten kann und will, muss jeder für sich selber entscheiden. Ist der Erbe stark genug, hat er genug Kraft und Geschick, um das hinterlassene Vermögen, sei es geistiger und/oder materieller Art, sinnvoll oder gar gewinnbringend zu verwalten ? 

Wann immer diese Entscheidung gefällt wird, so ist sie gleichbedeutend mit der Verantwortung, die man auch für ein Kind tragen muss. Von daher brauchen sich Menschen überhaupt keine Sorgen machen, die kein Kind großziehen, seien es leibliche oder durch die vielfältigen Formen der Adoption gewonnene.
  • => sie haben immerhin noch die Möglichkeit, sofern sie das Erbe antreten wollen, es verantwortungsvoll zu verwalten und kreativ zu gestalten.
Es gibt aber auch Nachkommen, die aus vielfältigen Gründen ihr Erbe nicht verwalten wollen, weil die Eltern oder ein Teil von ihnen in der Gesamtheit und Wirkung kein gutes Vorbild waren oder nur Schulden hinterlassen haben. Diese Erben beenden einen Zyklus und fangen sinnigerweise - wenngleich von einer schwierigeren Startposition - von neuem an, von dem man nur hoffen kann, dass das Ergebnis besser und "vererbbar" ist.

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derkleinegarten.de

Hauptteil:

Was mein ganz persönliches Erbe anbelangt, so ist es ein langwieriger Prozess und hoffnungsvoller Zyklus zugleich, der fortgeführt wird, in dem ich erst mit fortschreitender Zeit begreife, was mir meine Eltern da überhaupt hinterlassen haben. Zum Glück lebt zu diesem jetzigen Zeitpunkt noch mein "Alter", so dass ich einige strittige Punkte noch klären kann.

Es ist ein Erbe, das schon zu Lebzeiten meiner "Mom" von beiden Elternteilen verständlich formuliert und eindeutig war, andererseits sehr komplex und wohlmöglich in manchen Punkten sich in einem Widerstreit befand. So manche heftige, deftige Diskussionen und die erstaunlichen Möglichkeiten wechselnder Koalitionen innerhalb einer Familie werde ich wohl nie vergessen. Vielleicht widerspricht sich im nachhinein auch nichts, wenn man dieses Erbe als ein Lied betrachtet, in dem eine "Erste Stimme" und auch eine "Zweite Stimme" sich ergänzen und miteinander harmonieren. 

Für den Fall dieser Allegorie spielt meine "Mom" selbstverständlich die "Erste Stimme", in der sich u.a. drei Punkte widerspiegeln
  • das Gemüt, das ich "südländisch", rheinländisch bis extrem temperamentvoll bezeichne, manchmal einem heißen, brodelnden Vulkan ähnlich,
  • die geistige Haltung, die von großzügig, wohlwollend, kompromisslos bishhin zum Fatalismus reicht,
  • das Seelenleben, geprägt von heiterem bis bissigem Humor, aufopferungsvollen Phasen bis depressiven Momenten.
Diese Stimme mündet mit all ihren reichhaltigen Facetten in eine "Ganzheitlichkeit", die nicht nur in Deutschlands Menschen, Köpfen, Taten und Worten immer mehr abhanden kommt.

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Die "Zweite Stimme" ist der tragende väterliche Teil, auf dem die "Erste Stimme" gleiten und sich sicher (!) bewegen kann. Sie zeichnet sich ebenfalls u.a. durch drei Punkte aus:
  • das Gemüt, ruhig, westfälisch, ausgeglichen und besonnen,
  • die geistige Haltung, die von einem sehr "wachen" und gleichzeitig "genügsamen" Geist zeugt, der seine Genialität durch fleißiges Üben erlangt hat und absolut gewillt ist, jedem mit fairen gleichen Anteilen und Mitteln zu versehen,
  • das Seelenleben, zufrieden und entspannt, aber nie mehr als unnötig von sich preisgibt, um sich vor Missgunst, Egoismus und Boshaftigkeit zu schützen.
Beide Stimmen sind kraftvoll, die eine kommt aus dem "Arbeiter- und Malochervolk", wo man die Ärmel hochkrempelt und Taten sprechen lässt, die andere aus einer "Akademiker - und Handelsfamilie", die sich mit klaren bis genialen Worten und Harmonien äußert => beide haben zu jeder Zeit Sicherheit und Zuversicht vermittelt.

Stimmen und Stimmungen, Harmonien und Disharmonien begleiten einen ein Leben lang. Widersprüche müssen geklärt werden, augenscheinliche Paradoxen durch angestrengtes Nachdenken aufgelöst werden.
  • So bleibt es im Leben nicht aus, dass sich kraftvolle Stimmen hin und wieder widersprechen, so dass manchmal in den Ohren eines harmoniebedürftigen Menschen ein unerträgliches, chaotisches Rauschen entsteht. 
Aber im Fortschreiten der Zeit erkennt man immer mehr, dass Disharmonien selbstverständlich sind, die letztendlich auch wieder aufgelöst werden müssen, ansonsten gibt das Leben und eine Melodie keinen Sinn.

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Das Eindeutige dieses sehr "melodiösen" und manchmal auch lautstarken Erbes ist unter vielen anderen Themen die klare Aufforderung,
  • sich um Menschen vorbehaltlos zu kümmern, 
  • ihnen ohne Missgunst und Vorurteile zu begegnen, 
  • ihre Ängste und Sorgen ohne Meckern und Forderungen zu teilen,
  • sich nach Möglichkeit höflich, takt- und respektvoll zu benehmen und nur bei Notwendigkeit einen groben Hammer auf einen groben Keil zu schlagen,
bei gleichzeitigem Erhalt und Förderung der eigenen Gesundheit von Körper, Geist und Seele und der finanziellen Lage.

Allein schon diese Forderungen behinhalten enorme Schwierigkeiten, mit denen insbesondere (!) Menschen tagtäglich konfrontriert werden, die sich in sozialen Berufen und Berufsfeldern bewegen und engagieren, und sich oft genug vom weitaus größeren Rest der Gesellschaft und dem Staat im Stich gelassen fühlen, die ihrerseits den größten Teil ihrer Zeit und Energie lieber dem Handwerk, der Forschung, den Finanzdienstleistungen, dem Luxus, den Shows, der seichten Unterhaltung, den Charts, der eigenen Karriere, den Börsen und Aktien, den Finanzgütern und vielen anderen sehr vergänglichen Dingen widmen.

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Der aber weitaus schwierigere Teil des persönliches Erbes - in stark reduzierten Worten formuliert - ist die unmissverständliche Aufforderung sich hier (!) und jetzt (!) sich auf die Seite eines Menschen oder einer Gruppierung zu schlagen und Farbe zu bekennen.

Dem gegenüber steht eine weitaus vorsichtigere Empfehlung, die Dinge sich reiflich zu überlegen - im übertragenen Sinne formuliert - lieber eine Nacht darüber nachdenken und schlafen und nach Möglichkeit, sich neutral verhalten.
  • Dieses ist das riesengroße Spannungsfeld, in dem man sich schon zu Kindes- und Jugendzeiten bewegt hat, jetzt aber erst die Ernsthaftigkeit der eigenen Lage erkannt hat.
Auf der einen Seite muss man Neutralität bewahren, um mit Ruhe und Übersicht und anerkannter Diplomatie die Angelegenheiten zu regeln. Auf der anderen Seite sind viel zu viele Dinge derart entartet, ausgeufert, verkommen, pervertiert und in einem gesellschaftlich anerkannten Lügennetz gefangen, dass Neutralität unmöglich geworden ist.

Und hat man sich für eine Seite entschieden, dann kann man leider die Dinge nicht mehr mit angenehmer und beschaulicher Diplomatie regeln, da viel Überzeugungsarbeit aus welchen Gründen auch immer, im Vorfeld gescheitert ist.
  • Nein, im Gegenteil, dann kommt der Teil, der so unerwünscht wie unangenehm ist, dann kommt der Kampf, dann kommen die Auseinandersetzungen mit real existierenden Menschen, Katastrophen und Systemen, hinter denen sich letztendlich auch wieder Feind und Freund befinden.
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So kann man sein Erbe nur antreten, wenn man genug Kraft, Einsicht und Übersicht gewonnen hat. Aber was ist, wenn man sich sein ganzes Leben lang hinter der Behauptung versteckt, keine Kraft zu haben, um wichtige und ausweichliche Dinge in Angriff zu nehmen ? Was ist, wenn man gerade mal genug Kraft hat, um sich selber knapp über das Wasser zu halten ?
  • Es ist, wie schon vermutet, ein sehr individueller Prozess, langwierig und andauernd, der nur dann zur Zufriedenheit gestaltet werden kann, wenn es genug Mitstreiter und Gesinnungsgenossen gibt. 
So gibt es Menschen, die betrachten es als ihr individuelles Erbe, Menschen zu töten, möglichst viel Profit zu machen, so gut wie möglich sich in der "Nahrungskette" in Spitzenpositionen "hoch zu kämpfen" und zu halten oder andere Menschen gegeneinander auszuspielen. Dagegen ist es sicherlich keine Schande, wenn Menschen sich zurückziehen, ihre Familiengeschichte nicht weiterschreiben wollen, weil ihnen die Kraft, das Glück und der Mut fehlt bzw. genommen wurde.
  •  => das Erbe ist so vielfältig wie die Erziehung und seine konstruktiven Methoden und Angebote oder so armselig wie das Fehlen dieser Faktoren.
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 Zwischenfazit:

Um sein Erbe anzunehmen,
bedarf es des Mutes und der Überzeugung.
 
Um ein Erbe anzutreten,
müssen der Willen und die Übersicht vorhanden sein.
 
Um das Erbe mit Erfolg  weiterzuführen
müssen Kraft und Motivation kontinuierlich geschöpft werden

* * *

(... und über allem thront der Wille und das Glück ...)

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